SMI im Minus - Anleger warten ab

Der Schweizer Aktienmarkt hat am Montag die neue Börsenwoche mit Kursverlusten in Angriff genommen.
07.03.2016 12:53
An der Schweizer Börse sind die Finanztitel am Montag unter Druck.
An der Schweizer Börse sind die Finanztitel am Montag unter Druck.
Bild: cash

Im Vorfeld der Zinssitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) weicht die gute Stimmung einer gewissen Zurückhaltung. Insbesondere bei Finanztiteln werden Gewinne mitgenommen. Die Anleger hoffen nun darauf, dass EZB-Präsident Mario Draghi am Donnerstag weitere Schritte zur Stimulierung der Wirtschaft in der Eurozone bekanntgeben wird. Allerdings seien bei den derzeit im Raum stehenden, hohen Erwartungen Enttäuschungen nicht ausgeschlossen, erklären Händler.

Am Berichtstag blicken die Anleger auch nach China, wo über das Wochenende am Nationalen Volkskongress das Wachstumsziel für 2016 auf 6,5 bis 7% veranschlagt worden ist. Die weltweit zweitgrösste Volkswirtschaft stemme sich mit aller Macht gegen die schwächere Konjunktur, heisst es. Allerdings dürften die politischen Entscheide in China die hiesigen Märkte nicht nachhaltig bewegen. Vielmehr rücken die Notenbanken in den Fokus der Anleger. Nach der EZB trifft sich nächste Woche der Offenmarktausschuss der US-Notenbank zu weiteren Beratungen. Der Markt fürchte sich vor einer zweiten Zinsanhebung durch die Fed. Ebenfalls nächste Woche gibt die Schweizerische Nationalbank die Ergebnisse ihrer jüngsten Lagebeurteilung bekannt.

SMI rutscht weiter ab

Der Swiss Market Index (SMI) verliert bis 12 Uhr 0,36% auf 7'954,03 Punkte. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, sinkt um 0,40% auf 1'224,84 und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,34% auf 8'414,85 Stellen. Von den 30 SMI/SLI-Titel liegen 23 im Minus und sieben im Plus.

Am Ende der Blue Chips-Tabelle liegen nach wie vor Bankaktien. Julius Bär büssen 1,9%, Credit Suisse 1,8% und UBS 1,2% ein. Die Papiere gehörten in der Vorwoche mit +7,1% (Bär), +13% (CS) und +7,6% (UBS) zu den Siegern. Nun prägen Gewinnmitnahmen das Bild.

Die Banken wurden in der vergangenen Woche aber von Transocean noch übertroffen, die knapp 40% dazugewannen. Nebst der sehr tiefen Bewertung dürfte der zuletzt gestiegene Ölpreis für die Avancen mitverantwortlich sein. Die Aktien des US-Ölbohrspezialisten, die nur noch bis Ende März an der SIX gehandelt werden, setzen am Montag die Aufwärtsbewegung mit einem Plus von 1,5% fort.

Deutliche Einbussen sind am Montag bei einigen Zyklikern zu beobachten: LafargeHolcim verlieren 1,4%, Sonova 0,8% oder Adecco 0,6%. Demgegenüber steigen die Luxusgütertitel von Swatch und Richemont um moderate 0,3% bzw. 0,2% und Lonza gewinnen 0,3%. Wenig Einfluss scheint in der Chemie-Branche das Buhlen um den US-Konzern Dupont und ein allfälliges Übernahmeangebot der deutschen BASF zu haben. Analysten gehen davon aus, dass die BASF-Offensive zu spät kommt. Clariant (-0,1%) und Syngenta (+0,1%) tendieren denn auch unauffällig.

Die Schwergewichte Roche, Nestlé (je -0,3%) und Novartis (-0,2%) notieren schwächer und liegen im Mittelfeld des SMI/SLI. Novartis hatte neue Langzeitdaten für sein Medikament Cosentyx gegen Psoriasis (Schuppenflechte) veröffentlicht. Die Daten hätten gezeigt, dass Cosentyx auch längerfristig deutlich wirksamer sei als das Konkurrenzmittel Stelara von Janssen-Cilag, so Novartis.

Calida mit Kurssprung

Die Musik spielt am Montag am breiten Markt, wo einige Unternehmen Geschäftszahlen vorgelegt haben. Erstmals nach der Fusion präsentierte das Sicherheitstechnologie-Unternehmen Dorma+Kaba (Aktie: -1,9%) Halbjahreszahlen und erfüllte bei den Margen die Markterwartungen, verfehlte diese hingegen mit dem Umsatz.

Die Wäscheherstellerin Calida (+8,5%) und der Energiekonzern Alpiq (-1,0%) berichteten über das Jahr 2015. Calida litt wie erwartet unter der Frankenstärke, den Aktionären wird dennoch eine unveränderte Dividende zur Auszahlung vorgeschlagen. Positiv überrascht zeigten sich Analysten vom operativen Ergebnis und dem guten Start ins Jahr 2016. Derweil hat Alpiq weiterhin mit dem garstigen Marktumfeld für Stromproduzenten zu kämpfen und schreibt nun seine Speicherkraftwerke zur Hälfte zum Verkauf aus.

(AWP)