SMI im Minus - Jahresbilanz negativ

Der Schweizer Aktienmarkt tendiert am letzten Handelstag des Jahres 2016 negativ. Nach einer schwächeren Eröffnung hat der Leitindex SMI seine Abschläge bis Freitagmittag noch ausgebaut.
30.12.2016 12:54
Ein trübes Börsenjahr geht seinem Ende zu.

Als Belastungsfaktoren erweisen sich auch zum Jahresschluss die beiden schwergewichtigen Pharmawerte und Bankaktien. Sie gehören beim Blick auf die Entwicklung der Einzeltitel auch auf Jahressicht zu den grössten Verlierern.

Die Zurückhaltung zum Jahresende begründen Händler unter anderem mit einem dünnen Handel. Die meisten Marktteilnehmer hätten die Bücher bereits geschlossen. Zudem sei eine gewisse Ernüchterung zu verspüren. Habe die Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten die Märkte zunächst wochenlang beflügelt, warteten Investoren nun ab, wie genau er seine Wahlversprechen umsetzen werde. Am Nachmittag dürfte es kaum noch Impulse geben. Die Börsen in Deutschland und Grossbritannien schliessen am Freitag sogar bereits früher.

SMI sinkt kurz unter 8200 Punkte

Der Swiss Market Index (SMI) weist gegen 11.50 Uhr ein Minus von 0,59% auf 8'202,69 Zähler auf und notiert damit nur knapp über seinem bisherigen tagestief von 8'199,73 Punkten. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gibt um 0,52% auf 1'294,92 Zähler nach, während der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,51% auf 8'945,89 Punkte verliert. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 25 im Minus, vier im Plus und Bâloise sind unverändert.

Auf Jahressicht baut der Schweizer Leitindex aktuell sein Minus auf etwa 7% aus. Rechnet man die Dividenden dazu, sind es noch immer gute 3% Verlust. Etwas besser sieht die Bilanz für die Nebenwerte aus: Der breite SPI, in dem die meisten Schweizer Aktien vertreten sind und auch die Dividenden mitgerechnet werden, büsste auf aktueller Basis etwa 1,5% ein.

Auffällig ist im aktuellen Umfeld, dass die Volatilität am Markt vergleichsweise hoch ist und - für die Zeit zwischen den Jahren untypisch - in den letzten drei Handelstagen gestiegen ist. Der Volatilitätsindex VSMI notiert derzeit in Regionen, die er zuletzt Anfang Dezember gesehen hat.

Banken unter Druck

Als riskanter werden mittlerweile wieder Engagements im Bankensektor erachtet, wie die aktuelle Kursentwicklung der Grossbanken Credit Suisse (-1,4%) und UBS (-0,9%) zeigt. Aber auch Julius Bär (-1,0%) gehören am Freitagmittag zu den grössten Verlierern. Bankaktien hatten in den vergangenen Monaten einen guten Lauf, so dass Investoren mittlerweile verstärkt wieder Gewinne mitnehmen. Zudem mehren sich am Markt Stimmen, die vor zu grossen Positionen im anhaltend volatilen Bankmarkt warnen.

Wie angespannt die Lage einiger Branchenmitglieder ist, zeigen die aktuellen Nachrichten zur italienischen Krisenbank Monte dei Paschi di Siena. Hier gab die EU-Kommission am Donnerstagabend allerdings grünes Licht für geplante Hilfen des italienischen Staats, um die Kapitalprobleme bei der Bank in den kommenden Monaten zu überbrücken.

Hauptbelastungsfaktoren für den Gesamtmarkt sind aber vor allem die Kursverluste der Schwergewichte Roche (-0,9%), Novartis (-0,6%) und Nestlé (-0,4%). Dass diese defensiven Werte zusammen mit Zyklikern wie LafargeHolcim (-0,7%), Dufry (-0,6%) und SGS (-0,5%) vergleichsweise weit oben auf der Verliererliste stehen zeigt, dass die Abwärtsbewegung des Marktes breit aufgestellt ist.

Zu den auffälligsten Titeln gehören einmal mehr indes die Anteilsscheine von Actelion (-0,9%). Nach einem freundlichen Start sind die Papiere mittlerweile einer der grössten Verlierer. Bereits am Vortag hatten sie im späten Handel zunächst deutlich zugelegt, die Gewinne dann aber rasch wieder abgegeben. Wie Reuters am Vortag kurz vor Handelsschluss berichtete, könnte das Biotechunternehmen bei einer Übernahme durch den US-Konzern Johnson&Johnson (J&J) aufgespalten werden.

Verhandelt wird angeblich die Trennung der kommerziellen Aktivitäten von der Forschungs- und Entwicklungs-Pipeline (F&E). Die Rede ist von einem Barangebot in der Höhe von 260 USD pro Actelion-Aktie - etwas mehr, als J&J Mitte Dezember geboten haben soll. Wie Händler am Freitag sagen, seien Marktakteure mittlerweile zurückhaltend bei dem Biotechwert. Es zeichne sich zwar ab, dass es zu einer Vereinbarung mit J&J kommen könne, allerdings dürfte dies ein schwieriges Konstrukt werden, lautet etwa eine Meinung.

Im breiten Markt gehören die Aktien von New Venturetec, Charles Vögele und Inficon mit Verlusten zwischen 2,5 und 17% zu den grössten Verlierern, während die Anteilsscheine von Norinvest, Zwahlen & Mayr sowie Gottex um 3,3 bis 7,1% gewinnen. Gottex hält am Berichtstag eine ausserordentliche Generalversammlung ab - zur geplanten Nennwertreduktion und Namensänderung.

(AWP)