SMI im Plus - Konjunkturhoffnung schiebt Schweizer Börse an

Unterstützt von Konjunkturhoffnungen und der Aussicht auf eine weiterhin reichliche Geldversorgung in Europa hat die Schweizer Börse am Donnerstag den Aufwärtstrend fortgesetzt.
30.03.2017 17:30
Ampel bei der Schweizer Börse in Zürich zeigt grün.

Zusätzlich sorgte auch der anziehende Dollar für Aufwind. Gefragt waren konjunkturzyklische Werte. Nach positiven Nachrichten griffen die Anleger auch nach den als sicher geltenden Pharmaschwergewichten.

Der SMI stieg um 0,5 Prozent auf 8704 Zähler. Am Mittwoch war der Leitindex um 0,8 Prozent vorgerückt und seit Jahresanfang beläuft sich das Plus auf rund sechs Prozent. Es ist das stärkste Auftaktquartal seit vier Jahren.

Die Aussichten schätzten Händler gut ein. "Mit etwas Unterstützung durch gute Firmenergebnisse sollten wir den Widerstand um 8700 Punkte bald überwinden können", sagte ein Börsianer. Die Aussichten für die Schweizer Wirtschaft haben sich den Wirtschaftsforschern der ETH Zürich zufolge im März deutlich aufgehellt.

Auch an der Wall Street sorgten Konjunkturdaten derweil für Rückenwind. Denn zwischen Oktober und Dezember wuchs die Wirtschaft etwas stärker als bisher angenommen. Schon am Vortag hatten unerwartet gute Konjunkturzahlen aus den USA und Europa Spekulationen auf ein stärkeres Wirtschaftswachstum geschürt und die Börsen angeschoben.

Zudem dürfte die Notenbank-Geldflut in Europa noch einige Zeit anhalten: Mehrere Ratsmitglieder der Europäischen Zentralbank schrecken Insidern zufolge derzeit vor Signalen für Änderungen am Kurs der EZB zurück.

Zykliker gefragt

Die Standardwerte zogen mehrheitlich an. An die Spitze setzten sich zyklische Werte. Die Aktien des Personaldienstleisters Adecco und des Zementproduzenten LafargeHolcim zogen 2,2 und 2,4 Prozent an, die des Uhrenherstellers Swatch rückten ein Prozent vor.

Etwas schwächer waren die Aktien des Nahrungsmittelriesen Nestle und des Luxusgüterkonzerns Richemont.

Gefragt waren Finanzwerte. Die Aktien des Rückversicherers Swiss Re gewannen 1,3 Prozent. Die Grossbanken UBS und Credit Suisse stiegen um 1,1, und 1,2 Prozent.

Die Ungewissheit über eine mögliche Kapitalerhöhung bremse die CS-Aktie, sagte ein Händler. In einem Interview mit der Wochezeitschrift "Weltwoche" sagte CS-Präsident Urs Rohner, er sehe bezüglich einer Entscheidung zu einem möglichen Teil-Börsengang des Schweizer Geschäfts keine Dringlichkeit.

Im Aufwind war GAM Holding mit einem Kursanstieg um 3,3 Prozent. Der aktivistische Investor RBR will bei dem Vermögensverwalter mit Kostensenkungen eine Gewinnverdoppelung erreichen. RBR fordert zudem die Ablösung von GAM-Chef Alexander Friedman. Auf einer Telefonkonferenz warb RBR-Chef Bohli bei den Aktionären für seine Pläne.

Die als krisensicher geltenden Index-Schwergewichte legten zu. Novartis zogen 0,7 Prozent an. Die US-Gesundheitsbehörde hat dem experimentellen Wirkstoff CTL019 von Novartis zur Behandlung von Kindern und jungen Erwachsenen mit einer Form von Leukämie ein beschleunigtes Zulassungsverfahren gewährt. Und ein Beratungsausschuss der amerikanischen FDA empfiehlt einstimmig die Zulassung einer neuen Darreichungsform des Roche-Blutkrebsmedikaments MabThera. Roche rückten ein Prozent vor.

Die Aktien von Lonza wurden um 1,9 Prozent höher gehandelt. Der Pharmazulieferer will zur Finanzierung der milliardenschweren Capsugel-Übernahme erneut den Kapitalmarkt anzapfen und sich mit einem Kapitalerhöhung 2,3 Milliarden Franken holen. Dies sei bekannt und belaste daher den Kurs auch nicht, sagten Händler.

Am breiten Markt legten die Aktien des vor der Aufspaltung stehenden Arzneimittelherstellers und Apothekenbetreibers Galenica bei regem Handel gut ein Prozent zu.

Die Evolva-Anteile schossen 7,1 Prozent hoch. Der Hersteller von Nahrungsmittelzusätzen habe ein den Erwartungen entsprechendes Ergebnis veröffentlicht, hiess es am Markt. Evolva will eigenen Angaben zufolge den Süssstoff EverSweet 2018 auf den Markt bringen. Die US-Behörde FDA habe die Verwendung des Produkts in Getränken und Lebensmitteln freigegeben.

(Reuters)