SMI kämpft sich leicht ins Plus

Der Schweizer Aktienmarkt notiert im frühen Handel zur Wochenmitte etwas fester. Der SMI eröffnete die Sitzung nach den klaren Verlusten am Vortag zunächst tiefer, drehte aber kurze Zeit später ins Plus.
09.03.2016 10:25

Am Dienstag fielen die US-Börsen noch weiter und auch die asiatischen Märkte gingen am Morgen eher schwächer aus dem Handel. Vor der am Donnerstag anstehenden EZB-Zinssitzung sei der Risikoappetit weiter gefallen, heisst es Mittwoch. Grundsätzlich wagten sich die Anleger nicht allzu weit aus der Deckung.

Marktteilnehmer sehen die europäischen Aktienmärkte also weiter ganz im Bann der Geldpolitik: EZB-Präsident Mario Draghi wird ihrer Einschätzung nach am Donnerstag mit dem Zinsentscheid über das Schicksal der Börsen entscheiden - zumindest auf kurze Sicht. Die Spekulationen über eine Ausweitung der geldpolitischen Massnahmen sind weit gereift und die eingepreisten Erwartungen entsprechend hoch, so die Meinung. Am Mittwoch stehen derweil kaum bedeutende Konjunkturdaten aus dem Euroraum oder in den USA an. Hierzulande stehen Adecco nach Zahlen zum vierten Quartal im Fokus.

SMI steigt leicht

Der Swiss Market Index (SMI) steht um 09.35 Uhr 0,22% höher bei 7'988,75 Punkten. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, legt um 0,32% auf 1'230,62 zu und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,26% auf 8'454,59 Stellen. Von den 30 SMI/SLI-Titeln notieren 23 im Plus, sechs im Minus und einer unverändert (Aryzta).

Adecco (-0,8%) sind nach der Zahlenvorlage unter Druck. Die Überraschungen hielten sich zwar in Grenzen, tendenziell fielen die Ergebnisse aber unter den Schätzungen aus. Vor allem der Reingewinn blieb deutlich unter den prognostizierten Werten. Der Personalvermittler tätigt zudem eine kleine Akquisition und übernimmt die britische Penna Consulting.

Derweil erhöht die ZKB erhöht das Rating trotz der eher enttäuschenden Zahlen auf Übergewichten von Marktgewichten. Das Ergebnis sei aufgrund eines Software-Abschreibers zwar leicht tiefer als erwartet ausgefallen, der Schwung beim Umsatz blieb aber auf ähnlichem Niveau wie im vergangenem Jahr, heisst es zur Begründung. Auch entspreche die erhöhte Dividende einer attraktiven Rendite, und der Kursabschlag zur Konkurrenz sei zu hoch.

Die schwergewichtigen Pharmawerte Roche (-0,6%) belasten den SMI indes am meisten. Auch Novartis (-0,2%) tendieren etwas schwächer, nachdem sich die defensiven Werte am Vortag noch besser als der Marktdurchschnitt behaupten konnten. Nestlé (+0,5%) legen dagegen zu.

Transocean geben nach

Grösste Verlierer sind allerdings Transocean (-1,4%). Nach dem Einbruch um über 7% am Vortag verbuchen die volatilen Titel des Ölbohrdienstleisters weitere Kursverluste. Am Dienstag war bekannt geworden, dass sich die Auslieferung von fünf Plattformen um Jahre verzögert - im Zuge der allgemeinen Zurückhaltung bei Investitionen unter den Mineralölunternehmen. Nach US-Börsenschluss versuchten CEO Jeremy Thigpen und VRP Merrill Miller bei den Aktionären Schadensbegrenzung. In einem Brief betonten sie, dass Transocean über ausreichend Liquidität verfüge, um bestehende Verpflichtungen zu erfüllen. Auch sei man für die Zukunft von einer schrittweisen Branchenerholung überzeugt.

Swiss Re (-0,1%) verlieren minim. Der Rückversicherer führt laut einem Medienbericht mit der US-Bank Citigroup Gespräche darüber, womöglich deren Tochter Prime Reinsurance (Prime Re) zu übernehmen. Der Wert einer solchen Transaktion könnte sich auf 500 Mio USD belaufen, wird spekuliert.

Verlierer sind zudem noch Sika und Givaudan (je -0,2%).

Auf der Gewinnerseite stehen hingegen Swisscom (+1,3%) an der Spitze. Die Titel hatten bereits am Vortag im schwächeren Markt um 1% zugelegt. Nach der guten Entwicklung in den letzten Tagen dürfte dann in nächster Zeit wieder mit Gewinnmitnahmen zu rechnen sein, so eine Meinung am Markt.

Und von den am Vortag recht schwachen Finanztiteln erholen sich etwa CS und Julius Bär (je +1,2%), Zurich (+0,5%) und Swiss Life (+0,4%). Zulegen können unter den Blue Chips ausserdem noch zuletzt vermehrt schwächere Zykliker wie ABB, LafargeHolcim (je +0,9%) und Schindler (+0,8%). Auch SGS (+1,0%) legen deutlich zu.

Am breiten Markt verlieren Cicor (-2,5%) und Ascom (-2,3%) nach Zahlen für das vergangene Geschäftsjahr besonders an Wert. Die Walliser Kantonalbank sind bisher nicht gehandelt.

Vontobel (+0,7%) legen indes zu, nachdem sie mit dem Verlust ihres Star-Fondsmanager Rajiv Jain am Vortag fast um 5% einbrachen. Am Mittwoch trudeln noch einige Kurszielsenkungen ein.

(AWP)