SMI kämpft sich leicht ins Plus

Der Schweizer Aktienmarkt ist am Donnerstag wenig verändert gestartet und tendiert nach den geldpolitischen Entscheiden der SNB mittlerweile leicht im Plus.
15.12.2016 10:35
Die Kurse an der Schweizer Börse ziehen leicht an.
Die Kurse an der Schweizer Börse ziehen leicht an.
Bild: ZVG

Die Notenbank hat wie im Vorfeld erwartet die Zinsen nicht angetastet und auch sonst für keine Überraschung gesorgt. Entsprechend gelassen war die Reaktion auch am Devisenmarkt, wo sich der Franken zum US-Dollar und Euro praktisch nicht von der Stelle rührte.

Die Vorgaben aus den USA waren allerdings schwach, nachdem die US-Notenbank am Vorabend eine möglicherweise schneller als bislang erwartete geldpolitische Straffung in Aussicht gestellt hatte. Das Fed liess durchblicken, dass es im kommenden Jahr zu drei Zinserhöhungen kommen könnte. Marktteilnehmer hätten hingegen auf zwei spekuliert, heisst es. Indes hat die Notenbank den Leitzins am Mittwochabend wie erwartet um einen Viertelprozentpunkt angehoben. Hierzulande sind bei den Einzelwerten Lonza mit einer Grossübernahme im Blick.

Der Swiss Market Index (SMI) notiert um 9.40 Uhr und damit nach Bekanntgabe der SNB-Entscheide 0,19% höher bei 8'155,96 Punkten. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, legt ebenfalls 0,19% auf 1'287,81 Zähler zu und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,06% auf 8'866,52. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 14 im Plus, 13 im Minus und drei unverändert.

Lonza im Fokus

Im Rampenlicht stehen Lonza, die um 6,1% zurückfallen. Der Feinchemikalienhersteller und Pharmazulieferer übernimmt den US-amerikanischen Kapselhersteller Capsugel. Der Kaufpreis liegt bei 5,5 Mrd USD in bar, einschliesslich der Refinanzierung bestehender Schulden von Capsugel in Höhe von rund 2 Mrd. Die Finanzierung erfolgt durch eine Kombination aus Fremdkapital und Eigenmitteln. Neben dem Preis werfen Analysten in ersten Kommentaren auch aus strategischer Sicht Fragen auf. Die Lonza-Aktie hatte bereits zu Wochenbeginn markant Federn gelassen, als die Basler offiziell Interesse an dem US-Unternehmen bekundet hatten.

Grössere Einbussen verzeichnen noch Dufry (-2,0%), ohne das allerdings konkrete News zum Titel vorliegen. Schwach schneiden auch die Titel der beiden Uhren- und Luxusgüterhersteller Richemont (-1,0%) und Swatch (-0,8%) ab, die bereits am Vortag unter Druck gestanden hatten.

Auch LafargeHolcim (-0,2%) knüpfen an die Verluste vom Vortag an. Für Belastung sorgt eine Ratingsenkung durch Bryan Garnier. Am Vortag hatte der Titel mit -2% zu den grossen Verlierern gehört, und bereits da war eine Ratingsenkung (Merrill Lynch) der Grund für die Abgaben.

Für Druck nach unten sorgen aber insbesondere die schwergewichtigen Nestlé (-0,8%), die beiden anderen Schwergewichte Novartis und Roche halten allerdings mit +0,7% bzw. +0,3% dagegen. Auch Actelion (+0,4%) haben Oberwasser. Der Titel brach am Vortag noch um 9% ein, nachdem der US-Konzern Johnson & Johnson sein Werben um den Baselbieter Biotechkonzern aufgegeben hatte.

Die grossen Gewinner sind derweil die Grossbankenwerte CS (+2,7%) und UBS (+1,2%). Auch europaweit schneiden Bankaktien relativ gut ab, was Händler auf den Zinsfahrplan der US-Notenbank zurückführen. Höhere Zinsen dürften das Kapitalmarktgeschäft ankurbeln, wie es heisst. Dass die UBS gegenüber der Konkurrentin CS zurückbleibt, liegt an einer Ratingrückstufung durch Kepler Cheuvreux auf "Reduce". Zudem hat der Titel gegenüber dem CS-Valor weniger Nachholpotenzial.

Zudem sind auch Versicherungswerte wie Swiss Life (+0,8%), Zurich (+0,8%) und Swiss Re (+0,6%) gefragt. Mit Adecco (+0,8%) und Syngenta (+0,6%) sind daneben auch zyklische Werte mit nennenswerten Aufschlägen zu sehen.

Am breiten Markt stechen GAM (+3,2%) und Bossard (+4,0%) nach Kaufempfehlungen ins Auge. Für den Vermögensverwalter GAM hat Kepler Cheuvreux den Daumen gehoben, für die Aktie des Schraubenhandels- und Logistikunternehmens Bossard war es Baader Helvea.

Im Verliererfeld sind einmal mehr Meyer Burger mit -4,1% ganz vorn mit dabei. Am Berichtstag endet die Bezugsfrist für die im Rahmen der Kapitalerhöhung ausgegebenen Aktien. Grössere Verluste verzeichnen auch die Pharmawerte Santhera (-2,4%) oder die defensiven Immobilientitel von SPS (-2,0%).

Starrag-Aktien wurden bislang noch nicht gehandelt. Der Werkzeugmaschinen-Hersteller hat seine Prognosen für das Geschäftsjahr 2016 wegen einer schwachen Entwicklung im Geschäftsbereich Luxury Goods korrigiert.

(AWP)