SMI kaum verändert - Actelion stark unter Druck

Der Schweizer Aktienmarkt tendiert am Montagmittag auf dem Niveau vom Freitagabend. Im Laufe des Vormittags notierte der Leitindex SMI grösstenteils jedoch leicht im Minus.
19.12.2016 12:43
Novartis lastet am Montag auf dem SMI.
Novartis lastet am Montag auf dem SMI.
Bild: Bloomberg

Investoren hätten damit begonnen Gewinne mitzunehmen, heisst es dazu am Markt. Der Sieg Donald Trumps bei den Präsidentschaftswahlen hatte die Fantasie der Anleger beflügelt, und Begriffe wie "Trumponomics" oder "Trumpflation" machten die Runde als Synonyme für einen durch Staatsausgaben getriebenen Konjunkturboom. Doch nun sei viel an Versprechungen eingepreist, und der designierte US-Präsident müsse erst einmal liefern, lautet ein Kommentar zum Wochenauftakt.

Wegen der "grossspurigen" Ankündigungen sehe man tendenziell negatives Überraschungspotenzial. Der US-Aktienmarkt legte vor dem Wochenende zunächst eine Verschnaufpause ein, und auch in Asien machten Anleger nach den Kursgewinnen der vergangenen Tage erst einmal Kasse. Hierzulande belasten besonders die Pharma-Blue-Chips - allen voran Actelion. Der SMI hatte in den vergangenen zwei Wochen ein Plus von knapp 6% verbucht, womit aber immer noch ein Jahresminus von knapp 7% bleibt.

SMI tritt an Ort

Der Swiss Market Index (SMI) tendiert gegen 11.50 Uhr unverändert bei 8'227,54 Punkten. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, verliert 0,08% auf 1'299,26 Zähler, und der breite Swiss Performance Index (SPI) steht 0,02% tiefer bei 8'943,36. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren mittlerweile 16 im Minus, 13 im Plus und Zurich unverändert.

Grösste Verlierer sind nach wie vor Actelion (-2,6%). Die Titel bleiben weiter im Blick, nachdem die Transaktionsgespräche mit Johnson&Johnson in der vergangenen Woche ein jähes Ende fanden und Sanofi als neuer Käufer in den Fokus gerückt ist. Eine Übernahme könnte bereits in dieser Woche angekündigt werden, schrieb Bloomberg unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen am vergangenen Freitag. In der Folge gingen die Titel des Pharmakonzerns mit einem Plus von 10% ins Wochenende.

Laut einem Bericht der "Schweiz am Sonntag" macht sich unter den Actelion-Investoren zudem Unmut über CEO Jean-Paul Clozel breit. Denn es heisst: "Am Markt sind alle bereit für eine Übernahme - nur Clozel nicht." Vom Verwaltungsrat wird nun gefordert, aktiv zu werden. Wenn es hart auf hart kommt, könnten sonst die Aktionäre eine ausserordentliche GV fordern, um den VR auszuwechseln, oder von der Möglichkeit Gebrauch machen, die Aktien gemeinsam einem Bieter wie Sanofi anzudienen.

Klar schwächer zeigen sich im frühen Handel zudem - ohne besondere Vorkommnisse - noch Givaudan (-0,6%), Adecco und Swiss Life (je -0,5%).

Auch Novartis belastet

Auch die Schwergewichte Novartis (-0,1% auf 73,60 CHF) tragen einen Teil zur Belastung des SMI bei, wobei alle drei Schwergewichte in der Vorwoche weiter kräftig aufholen konnten. Für Novartis senkte Jefferies das Kursziel auf 90 von zuvor 93 CHF, bestätigte allerdings die Kaufempfehlung. Die Fundamentaldaten der Branche schwächten sich ab, heisst es. Die Aktie sei sicher eher für Investoren geeignet, die für ein etwas höheres Risiko bereit seien.

Bei Roche (+0,2%) wiederum gibt es eher positive News: Der Pharmakonzern hat für sein Medikament Alecensa (Alectinib) in der EU eine bedingte Zulassungsempfehlung erhalten. Auch Nestlé (+0,4%) bieten Verlusten im SMI die Stirn.

Deutlich fester stehen zudem Swisscom (+1,1%), Lonza (+1,0%) und Galenica (+0,9%).

Am breiten Markt sind indes Leonteq (-25%) massiv durch eine Gewinnwarnung belastet. Der Vorsteuergewinn beim Finanzdienstleister dürfte angesichts geringer Kundenaktivität nur noch ein Viertel des Vorjahresniveau erreichen. Auch ist die versprochene Mindest-Dividende für 2016 in Gefahr. ZKB senkt als Reaktion das Rating auf "Untergewichten". Die Aktie habe ihren "Wachstumsnimbus" definitiv verloren, heisst es.

Auch AMS (-2,1%) verlieren. Der Halbleiterhersteller hat ein Wafer-Fertigungsprojekts mit dem Staat New York aufgegeben, von dem sich das Unternehmen geringere Produktionskosten und Margen-Vorteile erhofft hatte. Weniger Beachtung findet indes die angekündigte Übernahme der britischen Incus Laboratories Ltd.

Zulegen können aus der zweiten Reihe dagegen Kuros (+12%) - nach einer Übernahme - und Evolva (+17%) - nach einer positiven Nachricht vom US-Patentamt zum Süssstoff Stevia.

(AWP)