SMI: Konsolidierung zum Wochenschluss

Der Schweizer Aktienmarkt hat den Handel am Freitag kaum verändert eröffnet, ist aber unmittelbar nach dem Startschuss in die Verlustzone abgerutscht.
19.08.2016 10:30
Die Aktien von Syngenta legen am Freitagmorgen gegen den Trend zu.
Die Aktien von Syngenta legen am Freitagmorgen gegen den Trend zu.
Bild: Bloomberg

Nachdem sich der Leitindex SMI am Donnerstag mit der Unterstützung des Schwergewichts Nestlé von den im Laufe der Woche erlittenen Kursverluste etwas erholt hatte, zeigten sich an der Börse nun wieder Anzeichen einer Konsolidierung, meinen Händler. Die Datenlage am Tag des einfachen Optionsverfalls bleibe jedoch sehr begrenzt.

Am Markt beschäftigt die Anleger weiterhin die Frage, wann die US-Notenbank den nächsten Zinsschritt vollziehen wird. Auch in dem am Mittwochabend veröffentlichten Fed-Protokoll gab es dazu keine schlüssigen Hinweise, womit Marktteilnehmern zufolge eine baldige Zinserhöhung vom Tisch sein dürfte. Die Fed-Mitglieder vertraten in der Juli-Sitzung die Meinung, dass noch weitere Konjunkturdaten abgewartet werden müssten. Solche stehen aus den USA jedoch erst wieder in der kommenden Woche auf dem Programm.

Der Swiss Market Index (SMI) notiert um 9.30 Uhr 0,57% tiefer bei 8'142,85 Punkten. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, verliert 0,55% auf 1'221,12 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,49% auf 8'866,78 Punkte. Von den 30 Blue Chips notieren 28 im Minus und nur Aryzta (+0,3%) und Syngenta (+0,1%) leicht im Plus.

Nestlé leicht im Minus

Bei den Blue Chips büssen Nestlé (-0,4%) einen kleinen Teil der Kursgewinne des Vortages ein. Trotz eines langsamer als erwarteten organischen Wachstums im Halbjahr hatten Nestlé am Donnerstag um 1,5% kräftig zugelegt. Gefreut haben sich die Anleger über die verbesserte Profitabilität und auch die vom Management für die zweite Jahreshälfte in Aussicht gestellte Wachstumsbeschleunigung fand Anklang.

Im Zuge der Zahlenpublikation haben nun eine Reihe von Banken (HSBC, Deutsche Bank, Barclays, CS, S&P, KeplerCheuvreux oder BaaderHelvea) ihre Kurszielschätzungen angehoben. Bei Goldman Sachs gibt man sich hingegen zurückhaltend und empfiehlt, die Aktie weiterhin zu verkaufen. Die Analysten zweifeln daran, dass Nestlé mit Preiserhöhungen das Wachstum ankurbeln kann und fürchten sinkende Absatzmengen. Zudem sei das Papier nach dem Erreichen des Rekordhochs am vergangenen Montag nicht gerade günstig bewertet, ist weiter zu hören.

Swisscom (-1,1%) weiten derweil die Kursverluste vom Vortag aus. Hier hat Barclays im Anschluss an die Veröffentlichung des Halbjahresberichts das Kursziel gesenkt. Die Zahlen des Telekomkonzerns hätten trotz des durchaus steigenden Wettbewerbsdrucks auf dem Schweizer Markt gezeigt, dass die Dynamik weiterhin stabil ist, so der Analyst. Im zweiten Halbjahr dürfte der Druck auf den EBITDA aber ansteigen.

Grössere Abgaben sind auch bei den Versicherern Bâloise und Zurich Insurance (je -1,1%) zu sehen. Letztere wurden von KeplerCheuvreux auf 'Reduce' von 'Hold' abgestuft. Trotz der Anfang August vorgelegten besser als erwarteten Quartalszahlen werde es die Zurich schwer haben, das hohe Kursniveau zu rechtfertigen. Gleichzeitig glaubt man bei Bernstein noch nicht an einen erfolgreichen Turnaround in der Schadensparte und senkt das Kursziel.

ABB verlieren 0,9% nachdem HSBC das Rating auf 'Hold' von 'Buy' zurückgenommen hat. Die Kostensenkungsmassnahmen und Verbesserungen bei Power Grid seien zwar positiv, die Bewertung der Aktie biete derzeit aber wenig Aufwärtspotenzial, lautet die Begründung.

Am breiten Markt hat der Handyanbieter Mobilezone (Aktie: +3,7%) mit Zahlen zum ersten Halbjahr die Vorgaben von Analysten übertroffen. Wachstum erzielte Mobilezone vor allem in Deutschland mit der im April 2015 übernommenen einsAmobile und im Onlinegeschäft. Dagegen bleibt das Marktumfeld in der Schweiz anspruchsvoll und den Vertrag mit Salt hat Mobilezone nicht mehr erneuert.

Weiter orientierten auch der Ostschweizer Nahrungsmittel-Hersteller Hügli (-2,7%) und das Immobilienunternehmen PSP Swiss Property (-0,2%) über die Geschäftsentwicklung.

(AWP)