SMI kriegt die Kurve nicht

Der SMI fällt zum Handelsstart leicht zurück. Von den 20 Titeln des Grosskonzernindex kann nur die erfolgreiche Actelion durchstarten.
20.10.2015 08:17
SMI kriegt die Kurve nicht
Bild: Bloomberg

Der SMI steht nach Handelsbeginn bei 8700 Punkten und zeigt damit ein Minus von 0,07 Prozent. Wachstums- und Ergebnissorgen hielten hingegen die Börsen weltweit generell derzeit zurück, so ein Marktbeobachter. In Europa hielten sich die Märkte in der Hoffnung auf positive Impulse von der Sitzung der europäischen Währungshüter am kommenden Donnerstag noch relativ gut.

Auch am Vortag hatten sich die Börsen in Europa durchmischt gezeigt. Den US-Börsen erging es nicht viel besser, und sie schlossen wenig verändert, nachdem mehrere Unternehmensabschlüsse enttäuschten. Die deutschen Erzeugerpreise sind indes im September stärker als erwartet gefallen, wie am Morgen bekannt wurde. Für den Nachmittag stehen noch Baubeginne und -genehmigungen aus den USA auf der Konjunkturagenda.

Guidance-Erhöhung puscht Kurs

Actelion (+4,55%) können massiv von der Zahlenvorlage profitieren. Das Biopharma-Unternehmen Actelion hat in den ersten neun Monaten 2015 dank des neuen Medikaments Opsumit den Umsatz gesteigert und die Jahres-Guidance für den Kerngewinn angehoben. Die durchschnittlichen Prognosen der Analysten wurden übertroffen.

Zurück fallen Givaudan (-1,78%) erwartet, nachdem Barclays das Rating auf "Underweight" von zuvor "Equalweight" senkte. Das Unternehmen sei von hoher Qualität mit langfristigem Potenzial in attraktiven Märkten, allerdings würden die Gegenwinde langsam zulegen, und die Titel des Aroma- und Duftstoffherstellers seien im Konsens übergewichtet, heisst es.

Die Schwergewichte Nestlé (+0,20 Prozent), Novartis (-0,17 Prozent) und Roche (+0,15%) geben dem Index keine Richtung vor. Für Nestlé senkte Goldman Sachs das Kursziel leicht und bestätigte die Verkaufsempfehlung.

Die Bankentitel UBS (-0,52 Prozent) und Credit Suisse (+0,04%) schlagen ebenfalls nicht stark aus. Die UBS sieht sich für die bevorstehende Verschärfung der Eigenkapitalvorschriften in der Schweiz gerüstet. Man sei besser aufgestellt als die meisten anderen Grossbanken und damit in einer guten Ausgangslage die künftigen Standards zu erfüllen, "wenn diese vernünftig und mit Augenmass gewählt werden", sagte VRP Axel Weber der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Die Credit Suisse legt am Mittwoch Quartalszahlen vor und informiert über die neu angestrebte Strategie. Die UBS folgt zwei Wochen später mit Q3-Zahlen.

Am breiten Markt stürzen Panalpina (-5,35%) deutlich ab. Der Logistikdienstleister hat mit seinen Drittquartalszahlen die Markterwartungen verfehlt. Umsatz und Gewinn verringerten sich im Jahresvergleich; die seit längerem schwächelnde Öl- und Gasindustrie ist ein wichtiges Kundensegment von Panalpina.

Auch GAM (-1,13%) werden nach Zahlen deutlich tiefer gehandelt. Der Vermögensverwalter musste per Ende September einen Rückgang der verwalteten Vermögen hinnehmen. Im Private-Labelling-Geschäft ist der starke Rückgang auf ein verlorenes Mandat zurückzuführen. Auch mit Blick auf die Zukunft, sieht das Unternehmen die Anlegerstimmung auch bis ins kommende Jahr weiterhin beeinträchtigt.

(AWP)