SMI legt zuAnleger streifen Verunsicherung ab

Der Schweizer Aktienmarkt hat den Handel am Dienstag mit einer leicht festeren Tendenz aufgenommen.
24.01.2017 10:26
Die Wolken über der Schweizer Börse verziehen sich langsam.
Die Wolken über der Schweizer Börse verziehen sich langsam.
Bild: cash

Nachdem US-Präsident Donald Trump am Vortag mit ersten "America-First"-Massnahmen an den internationalen Märkten für Verunsicherung und Kursverlusten gesorgt hatte, stabilisiere sich nun die Lage an der Börse, meinen Händler. Hierzulande liegen die Grossbanken hoch im Kurs. Demgegenüber brechen die Titel des Backwarenkonzerns Aryzta nach einer Gewinnwarnung ein.

Vor allem die protektionistischen Töne der neuen US-Administration sorge für Stirnrunzeln und schüre Unsicherheiten an den Märkten, schreibt ein Händler. Im weiteren Verlauf dürfte sich der Fokus wohl aber nach Grossbritannien verlagern. In London wird das höchste Gericht darüber entscheiden, ob das britische Parlament zum Brexit seine Zustimmung geben muss. Nebenher werden auch noch Konjunkturdaten zunächst aus der Eurozone und später aus den USA erwartet. Und mit Johnson & Johnson, Dupont oder Verizon publizieren wichtige US-Konzerne während es Europageschäfts die Zahlen zum vierten Quartal.

SMI leicht im Plus

Der Swiss Market Index (SMI) notiert um 9.30 Uhr um 0,18% höher auf 8'244,20 Punkten. Der breite Swiss Performance Index (SPI) leicht um 0,10% auf 9'011,39 Stellen und der 30 Titel umfassenden Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, um 0,07% auf 1'314,05 Punkte zu. Von den 30 wichtigsten Titeln stehen zwanzig im Plus und zehn im Minus.

Aryzta verlieren mit 25% auf 33,82 CHF auf einen Schlag einen Viertel ihres Werts. Der Backwarenkonzern warnte die Anleger vor einem deutlichen Gewinnrückgang und begründete diesen insbesondere mit der schwachen Entwicklung in Nordamerika. Auch die Prognose für die operative Marge musste das Management deutlich tiefer ansetzen. Aryzta spiele mit den Nerven der Investoren, heisst es im Kommentar der Bank Vontobel, die sogleich das Rating 'Hold' und das Kursziel (45 CHF) in Revision nimmt. Es gehe kein Quartal ohne Gewinnwarnung vorüber und dennoch äussere das Management weiterhin aggressive Ziele, die es nicht einhalten könne.

Deutlich moderatere Kursverluste sind im SMI/SLI etwa noch bei Actelion (-0,8%), Kühne+Nagel (-0,6%) oder Swatch (-0,5%) zu sehen. Sowohl Bernstein als auch Kepler Cheuvreux haben ihre Kurszielschätzung für Swatch im Zuge der Avancen seit Jahresbeginn angehoben. Für den Branchennachbar Richemont (+0,1%) erhöhte Kepler das Kursziel ebenfalls.

UBS legt zu

Die grössten Gewinne bei den Blue Chips gehen auf das Konto von UBS (+1,6%). HSCB hat die 'Kaufempfehlung' bekräftigt, das Kursziel erhöht und belässt den Titel auf der "HSBC Europe Super Ten"-Liste. Auch Credit Suisse werden mit einem Plus von 0,8% gut nachgefragt, während Dufry 1,1% und LafargeHolcim 0,8% gewinnen.

Bei den Schwergewichten verlieren Nestlé 0,3% und Roche 0,1%, wogegen Novartis nach den zuletzt deutlichen Kurseinbussen immerhin 0,5% dazugewinnen. Die Investmentbank Goldman Sachs hat in einer Branchenstudie die Kursziele für die beiden Pharmatitel gesenkt. Besonders deutlich um 11 auf 85 CHF fällt die Korrektur bei Novartis (Rating 'Neutral') aus. Die Goldman-Analysten setzt hinter die Wachstumsaussichten und allfällige Übernahmen für Novartis ein Fragezeichen.

Im breiten Markt hat Huber+Suhner (Aktie: +0,7%) mit Angaben zu Umsatz und Auftragseingang für das Jahr 2016 die Vorgaben der Analysten in etwa erreicht. Die in der elektrischen und optischen Verbindungstechnik tätige Gruppe ist auf den Wachstumspfad zurückgekehrt und bestätigte die Margen-Guidance.

Im Gegensatz dazu musste Tornos einen deutlichen Umsatzrückgang ausweisen, und auch die Auftragseingänge gingen empfindlich zurück. Zudem rechnet der Drehmaschinenhersteller mit negativen Werten beim operativen Ergebnis (EBIT) und beim Reingewinn, was die Aktien um 5,8% zurückfallen lässt.

Derweil hat das Klinik- und Hotelunternehmen Aevis (Aktie -1,1% auf 64,50 CHF) für den ebenfalls an der Schweizer Börse kotierten Telemedizin-Anbieter Lifewatch ein Übernahmeangebot lanciert. Im Tausch bietet Aevis je Lifewatch-Titel 0,1818 eigene Titel oder alternativ 10 CHF je Anteil in bar. Die Lifewatch-Titel klettern um 7,5% auf 10,70 CHF hoch, das Tauschangebot würde aktuell gar einen Wert von gut 11,70 CHF implizieren.

(AWP)