SMI legt zu - Banken unter Druck

Der Schweizer Aktienmarkt zeigt sich am Dienstagmittag fester. Im Handel ist dennoch eher von einer Zurückhaltung seitens der Anleger die Rede.
20.09.2016 12:40
Der Swiss Market Index hält sich am Dienstag knapp über 8200 Punkte.
Der Swiss Market Index hält sich am Dienstag knapp über 8200 Punkte.
Bild: cash

Der Leitindex SMI war nach verhaltenen Vorgaben aus Übersee zunächst auf Richtungssuche und etablierte sich erst im Verlauf des Vormittags dank Unterstützung der Indexschwergewichte klar im Plus bzw. oberhalb der derzeit psychologisch wichtigen Marke von 8'200 Punkten. Vor den wichtigen Zinsentscheidungen in den USA und Japan zur Wochenmitte wolle sich niemand aus der Deckung wagen, hiess es.

Impulse von der Makroseite blieben bislang aus, und die Nachrichtenlage aus dem Blue-Chip-Segment ist überschaubar. In den Fokus rückt nun immer deutlicher vor allem die US-Notenbank. Marktbeobachter gehen mehrheitlich davon aus, dass die US-Währungshüter den Leitzins wohl erst einmal nicht weiter erhöhen werden. Dafür sprechen zuletzt mehrheitlich schwache Konjunkturdaten.

Der Swiss Market Index (SMI) gewinnt gegen 12 Uhr 0,48% auf 8'234,92 Punkte. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, legt 0,14% auf 1'242,11 und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,43% auf 8'958,98 Zähler zu. Unter den 30 wichtigsten Titel stehen 17 im Plus und 13 im Minus.

Richemont und Swatch gesucht

Die Nase vorn haben derzeit die Aktien der beiden Luxusgüter- und Uhrenhersteller Richemont (+1,4%) und Swatch (+1,1%), nachdem die Schweizer Uhrenexporte im August weniger deutlich als befürchtet zurückgegangen waren. Ein Lichtblick seien die wieder anziehenden Bestellungen im wichtigen Markt China, hiess es im Handel.

Getragen werden die Aufschläge des Gesamtmarktes aber vor allem von den drei Indexschwergewichten Nestlé (+0,8%), Roche (+0,9%) und Novartis (+0,8%). In Zeiten grösserer Unsicherheiten wie derzeit vor dem US-Leitzinsentscheid würden Aktien mit defensivem Charakter verstärkt nachgefragt, hiess es im Handel. So hatten die beiden Pharmawerte bereits einen starken Wochenstart hingelegt und auch in der Vorwoche besser als der Gesamtmarkt abgeschnitten. Bei Nestlé hilft aktuell zudem ein positiver Analystenkommentar. Der Broker Mainfirst habe das Rating auf "Outperform" erhöht, hiess es.

Weitere Zykliker wie Lonza (+0,7%), SGS (+0,5%) und ABB (+0,9%) kommen ebenfalls gut weg. Der ABB-Titel steht seit einigen Tagen unter verstärkter Beobachtung, da diverse Aktionäre im Vorfeld des in zwei Wochen stattfindenden Capital Marktes Day ihre Forderung zur Abspaltung der Sparte Stromnetze kundgetan haben.

Bei den Verlierern verzeichnen die Bankenwerte CS (-1,8%), UBS (-1,5%) und Julius Bär (-1,1%) weiterhin die deutlichsten Abgaben. Damit sind sie nicht allein: europaweit steht der Bankensektor unter Druck. In Händlerkreisen werden die abnehmenden Zinsfantasien als Begründung ins Feld geführt.

Durchgereicht werden auch die am Vortag noch starken Dufry (-1,3%) aus dem zyklischen Segment. Clariant (-0,8%) werden ausserdem von einem Bernstein-Kommentar belastet. Das Aktienresearch des US-Hauses hat die Abdeckung für den Titel mit "Underperform" aufgenommen. Der Basler Chemiekonzern sei weiterhin stark auf Industriechemikalien ausgerichtet, was die mittelfristigen Wachstumsaussichten bedrohe, hiess es.

Im breiten Markt ziehen AFG um 2,6% auf 14,40 CHF an. Am Vorabend hatte der Bauzulieferer 2,64 Mio neue Aktien zum Preis von 14,30 CHF platziert. Gesucht ist auch Börsenneuling VAT (+2,1%). Für die seit April an der SIX kotierten Aktien des Vakuumventilherstellers hat die UBS das Rating auf "Buy" erhöht und das Kursziel nachgezogen.

Die wenig liquiden Crealogix-Aktien steigen nach Zahlen um 1,1%. Das Softwarehaus hat für das im Juni abgeschlossene Geschäftsjahr einen deutlichen Umsatzanstieg ausgewiesen, unter dem Strich allerdings erneut Verlust gemacht. Der Titel notiert zurzeit auf Mehrjahreshoch.

Die Kuros-Aktien (+10,4%) vollziehen bei relativ hohen Volumen einen veritablen Kurssprung. Bereits am Vortag war der Biotech-Titel nachrichtenlos um über 10% angesprungen. Trotz der Gewinne gehören Kuros auf Jahressicht weiterhin zu den grossen Verlierern an der SIX.

Bei den Verlierern fallen zudem EFG (-2,8%) sowie Perrot Duval (-3,3%) mit grösseren Abgaben auf.

(AWP)