SMI legt zu - Brexit-Startschuss lässt Anleger kalt

Die Schweizer Börse hat am Mittwoch leicht angezogen. Grossbritanniens Antrag auf Austritt aus der EU sei kein grosses Thema, sagten Händler.
29.03.2017 13:01
Die Aktien von Syngenta sind am Mittwoch gesucht.
Die Aktien von Syngenta sind am Mittwoch gesucht.
Bild: Bloomberg

"Die Anleger lassen sich weder von Donald Trumps politischen Misserfolgen noch von den beginnenden Brexit-Verhandlungen einschüchtern", erklärte die Aargauer Kantonalbank in ihrem Marktkommentar. "Der Brexit-Schock war im vergangenen Juni und seitdem hatten wir Zeit, das Thema einzuarbeiten", sagte ein Börsianer. Der SMI notierte um 0,2 Prozent höher bei 8613 Punkten.

Die britische Premierministerin Theresa May setzte Dienstagabend ihre Unterschrift unter den Antrag zum Austritt des Landes aus der Europäischen Union. Der Brief sollte an diesem Mittwoch in Brüssel übergeben werden. Der Brexit mache sich weniger am Aktien- als am Devisenmarkt bemerkbar, sagten Händler. Das Pfund notierte eine Spur leichter, die Londoner Börse war praktisch unverändert.

"Wichtiger ist, dass die Wirtschaft weltweit anzieht", sagte ein Händler. Das werde von meist gute Konjunkturzahlen untermauert. Die US-Verbraucher sind in Hochstimmung, wie am Dienstag veröffentlichte Zahlen zeigten. Der private Konsum gilt als Hauptstütze der weltgrössten Volkswirtschaft.

Finanzwerte legen zu

Die Standardwerte waren mehrheitlich fester. An die Spitze setzten sich Finanzwerte: Die Grossbank Credit Suisse gewann 0,9 Prozent an Wert. Die Aktien des Vermögensverwalters Julius Bär zogen 0,6 Prozent an und die der UBS rückten 0,4 Prozent vor. Die Titel des Lebensversicherers Swiss Life legten 0,7 Prozent zu.

Gefragt waren auch die schwergewichtigen Pharmatitel. Die Roche-Gesnussscheine stiegen um 0,3 Prozent. Roche kann in den USa sein neuartiges Multiple-Sklerose-Medikament auf den Markt bringen. Die Arzneimittelbehörde FDA liess Ocrevus sowohl zur Behandlung der sogenannten primär progredienten MS - einer bislang nicht behandelbaren Form der Nervenerkrankung - als auch der verbreiteten, schubförmig verlaufenden Form zu. Die Zulassung wurde erwartet, Händler zeigten sich von der Kursreaktion aber etwas enttäuscht. Analysten trauen dem auch unter dem Namen Ocrelizumab bekannten Präparat Milliardenumsätze zu.

Die Aktien von Novartis zogen 0,5 Prozent an. Das dritte Index-Schwergewicht Nestle dagegen verlor 0,2 Prozent an Wert.

Die Titel zyklischer Firmen zeigten sich mehrheitlich fester. Adecco, SGS und Swatch allerdings büssten bis zu 0,3 Prozent ein.

Am breiten Markt stiegen die Anteile der GAM Holding um 1,3 Prozent. Der aktivistische Investor RBR fordert einem Medienbericht zufolge bei dem Vermögensverwalter drastische Einsparungen. RBR-Gründer Rudolf Bohli wolle die Kosten um 100 Millionen Franken senken und seine Pläne am Donnerstag öffentlich machen, schrieb die "Finanz und Wirtschaft" in ihrer Online-Ausgabe unter Bezugnahme auf Bohlis Umfeld. Er propagiere zudem einen neuen CEO.

Die Aktien der Derivat-Boutique Leonteq setzten den Aufwärtstrend der vergangenen Tage fort und rückten 4,2 Prozent vor. "Die Käufer hoffen, dass Rainer Marc Frey den Karren wieder flottmacht", sagte ein Händler. Seit dem Einstieg des Financiers hat der Kurs stark angezogen. 

(Reuters)