SMI leicht im Minus - Schweizer Anleger halten sich vor Wochenende zurück

Die Kurse an der Schweizer Börse sind zum Wochenschluss leicht gesunken. Das Geschäft verlaufe in relativ ruhigen Bahnen, sagten Händler.
24.03.2017 12:47
An der Schweizer Börse SIX ist zum Wochenschluss hin wenig los.
An der Schweizer Börse SIX ist zum Wochenschluss hin wenig los.
Bild: cash

Die Verschiebung der Abstimmung über die Gesundheitsreform von US-Präsident Donald Trump im Repräsentantenhaus schüre die Zweifel am "Trump-Boom" der Börsen und sorge für Rätselraten unter den Anlegern. "Wie weiter, wenn nicht abwarten, lautet die Frage", sagte ein Händler. Der Markt sei daher auf einen Konsolidierungskurs eingeschwenkt. Der SMI gab 0,3 Prozent auf 8602 Punkte nach. Am Donnerstag war der Leitindex um 0,7 Prozent gestiegen.

Die Abstimmung über die Gesundheitsreform war am Donnerstag wegen unklarer Erfolgsaussichten verschoben worden. US-Präsident Trump verlangte daraufhin ultimativ ein Votum am Freitag. Experten zufolge fehlt Trump bei einer Ablehnung der Gesundheitsreform finanzieller Spielraum für seine geplanten Steuersenkungen und Infrastruktur-Investitionen. "Bei einem Scheitern könnten sich die hochtrabenden Versprechen in Luft auflösen", sagte ein Händler.

CS im Fokus

Keine Wellen schlug der Geschäftsbericht der Credit Suisse. Nach einem festeren Start rutschten die Aktien im Einklang mit dem Sektor ab und notierten zuletzt auf dem Vortagsniveau. Händlern zufolge liess das Interesse nach anfänglichen Deckungskäufen rasch nach. Am Donnerstag war der Kurs wegen Spekulationen über eine milliardenschwere Kapitalerhöhung um zwei Prozent gefallen. "Und das gestern war eine klare Übertreibung."

Dass die Bank Kapitalbedarf habe, sei ja nichts Neues. "Wir haben heute einiges von der Bank gehört, aber nichts zu einer Kapitalerhöhung", sagte ein Händler. Konzernchef Tidjane Thiam, der trotz des erneuten Milliarden-Verlusts der Bank für 2016 mit 11,9 Millionen Franken deutlich mehr Lohn erhält als im Vorjahr, habe ja in einem Zeitungsinterview am Mittwoch bereits signalisiert, dass die Bank einen Kapitalbedarf zwischen zwei und vier Milliarden Franken habe.

Die Aktien von Rivale UBS sanken um 0,4 Prozent. Gewinnmitnahmen drückten die am Vortag kräftig gestiegenen Anteile der GAM Holding um 1,6 Prozent.

Die Assekuranztitel gaben ebenfalls meist nach. Auch bei Baloise strichen Anleger einen Teil der Vortagesgewinne ein. Der Kurs sank um 1,4 Prozent.

Bei den als krisenresistent geltenden Marktschwergewichten fielen Nestle mit einem Minus von 0,5 Prozent auf. Bei den Pharmatiteln waren Novartis unverändert und Roche ermässigten sich um 0,2 Prozent.

Die Aktien zyklischer Firmen wurden mehrheitlich zu tieferen Kursen gehandelt. Die Papiere des Elektrotechnikkonzerns ABB , des Zementriesen LafargeHolcim und der Sanitärtechnikfirma Geberit fielen um rund ein Prozent. Mit praktisch stabilen Kursen schlugen sich die Anteile der Luxusgüterhersteller Richemont und Swatch sowie des Personalvermittlers Adecco deutlich besser.

Die Anteile von Sygnenta zogen um ein Prozent an. Die EU-Wettbewerbshüter dürften die 43-Milliarden-Dollar-Übernahme durch ChemChina Insidern zufolge kommende Woche durchwinken.

Am breiten Markt wurden die Aktien von Galenica um ein Prozent tiefer gehandelt. Die Gruppe wird heute Freitag nach Börsenschluss Details wie Zeitpunkt, Umfang und Preisspanne des Angebotspreises zum geplanten Börsengang (IPO) von Galenica Sante mitteilen. Dies ist einer der grössten Börsengänge der vergangenen Jahre in der Schweiz.

Die Aktien von Advaltech stiegen um 5,5 Prozent. Der Autozulieferer hat 2016 die Wende geschafft und einen Reingewinn von 39,7 (Vorjahr: 0,6) Millionen Franken verbucht.

Die Aktien von Panalpina sackten um 1,7 Prozent ab. Goldman Sachs hatte die Aktien des Fuhrunternehmens auf Sell von Neutral herabgestuft.

Wiederaufgefrischte Spekulationen liessen die Aktien von Basilea um gut zwei Prozent steigen.

Dagegen drückten Gewinnmitnahmen die Aktien von Cosmo um zwei Prozent ins Minus. Die Pharmafirma hat für 2016 ein besser als erwartetes Ergebnis veröffentlicht und will nach positiven Phase III klinischen Versuchen mit LuMeBlue und Rifamycin in den USA eine eigene Marketing- und Vertriebsorganisation aufbauen, was laut Firmenangaben mit hohen Kosten verbunden ist. 

(Reuters)