SMI leicht im Plus - dank Nestlé

Ein kräftiger Kursanstieg des Index-Schwergewichts Nestle hat die Schweizer Börse am Donnerstag in der Gewinnzone gehalten.
18.08.2016 17:30
Der Nestlé-Hauptsitz in Vevey am Genfersee.
Der Nestlé-Hauptsitz in Vevey am Genfersee.
Bild: Bloomberg

Der nachgebende Dollar die Stimmung etwas, sagten Händler. Der SMI notierte um 0,4 Prozent höher mit 8190 Punkten.

Auch nach der Veröffentlichung des Protokolls der Fed-Zinssitzung vom Juli blieben die Aussichten für die US-Zinsen im Ungewissen, sagten Händler. Die Vertreter der US-Notenbank wollten zwar erst weitere Daten sehen, ehe sie die Zinsen erneut erhöhen. Dies zeige aber auch, dass sich die Fed-Mitglieder über die weiteren Zinsschritte uneins seien, hiess es. "Damit ist auch klar, worauf wir in der nächsten Zeit mit Argus-Augen starren werden: Auf Konjunkturdaten", sagte ein Händler.

Im Mittelpunkt stand Nestle. Obwohl der Lebensmittel-Weltmarktführer im ersten Halbjahr schlechter als erwartet abschnitt, zogen die Aktien 1,5 Prozent an. Der SMI-Anstieg war praktisch alleine Nestle geschuldet, die für mehr als ein Fünftel der Index-Kapitalisierung stehen. Nestles Betriebsgewinnmarge entwickelte sich besser als erwartet, erklärte ZKB-Analyst Patrick Schwendimann. Der Konzern mache auch beim Mengenwachstum im Branchenvergleich eine sehr gute Figur. "Zudem ist eigentlich nur ein Einmaleffekt daran schuld, dass die Erwartungen nicht erreicht wurden", sagte ein Händler.

Swisscom gibt nach

Die Aktien von Swisscom büssten trotz eines guten Ergebnisses und einer leicht erhöhten Gewinnprognose 1,6 Prozent an Wert ein. Dem Telekomkonzern hilft eine Entschädigung aus Italien. Der Erhalt des Marktanteils könnte für Swisscom mit einem zunehmend höheren Aufwand verbunden sein, erklärte Analyst Panagiotis Spiliopoulos von der Bank Vontobel. Händler sprachen zudem von enttäuschten Anlegern, die auf eine Dividendenerhöhung spekuliert hätten. Seit 2011 richtet Swisscom eine Dividende von 22 Franken je Aktie aus.

Bei den insgesamt uneinheitlichen Finanzwerten wurden die Aktien der Grossbank Credit Suisse um 0,4 Prozent höher und die der Konkurrentin UBS 0,3 Prozent niedriger bewertet. Julius Bär ermässigten sich um 0,5 Prozent. Dagegen zogen Aktien anderer Vermögensverwaltern wie EFG International, GAM Holding und Bank Vontobel kräftig an.

Bei den Versicherungen setzte sich kein klarer Trend durch. Eine Zurückstufung auf "Sell" von "Neutral" durch Citi drückte Swiss RE 0,3 Prozent ins Minus.

Mit Novartis und Roche büssten zwei weitere Index-Schwergewichte mehr als ein halbes Prozent ein.

Mehrheitlich fester waren Aktien zyklischer Firmen: ABB, Adecco, LafargeHolcim und Sulzer legten 0,5 bis 1,3 Prozent zu. Geberit setzten den seit Bekanntgabe des Halbjahresergebnisses am Dienstag gestarteten Höhenflug fort.

Dätwyler mit Kurssprung

Am breiten Markt stachen die Papiere von Dätwyler mit einem Kursplus von 5,2 Prozent heraus. Der Industriezulieferer bläst die milliardenschwere Übernahme der britischen Firma Premier Farnell ab. Das Unternehmen will sein Angebot nicht nachbessern, womit die US-Firma Avnet zum Zuge kommen dürfte.

Die Aktien von Kudelski sanken um 5,5 Prozent. Anleger strichen nach dem guten Halbjahresbericht und der überdurchschnittlich starken Kursentwicklung in diesem Jahr ihre Gewinne ein, sagte ein Händler.

Nach einem unerwartet guten Ergebnis griffen die Anleger zu den Aktien der Arzneimittelfirma Siegfried, der Kreditbank Cembra MoneyBank und dem Halbleiter-Zulieferer Comet.

Gurit stiegen im Sog unerwartet starker Ergebnisses des Windturbinenbauers Vestas um 8,7 Prozent an.

Lifewatch brachen nach einem schwachen Halbjahresergebnis um 11 Prozent ein.

(Reuters)