SMI leicht tiefer - Schweizer Anleger bleiben vor US-Zinsbeschluss in Deckung

Die Schweizer Börse hat am Dienstag leicht nachgegeben. Am Tag vor der US-Zinsentscheidung und den Parlamentswahlen in den Niederlanden hielten sich die Anleger zurück.
14.03.2017 17:43
Die Aktien von Swatch waren am Dienstag auf der Einkaufsliste der Anleger.
Die Aktien von Swatch waren am Dienstag auf der Einkaufsliste der Anleger.
Bild: cash

Am Donnerstag steht dann die geldpolitischen Beschlüsse der Schweizerischen Nationalbank (SNB), der Bank von Japan und der Bank von England auf dem Programm. Der SMI sank um 0,2 Prozent auf 8664 Punkte.

Die US-Notenbank Fed veröffentlicht die Zinsentscheidung am Mittwoch nach Börsenschluss in Europa. Im Markt gilt eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte als ausgemacht. Die Anleger dürften daher vor allem die Äusserungen von Fed-Chefin Janet Yellen interessieren.

Mehr Überraschungspotenzial bergen die Wahlen in den Niederlanden, wo ein Sieg des Rechtspopulisten Geert Wilders nicht auszuschliessen ist. Inwiefern der Konflikt mit der Türkei die Wahlen beeinflussen wird, gilt als offen. Zudem kann die britische Premierministerin Theresa May in Brüssel jederzeit den Austritt ihres Landes aus der EU beantragen. Unter- und Oberhaus hatten am Montagabend die letzten Hürden aus dem Weg geräumt. Allerdings wird der Schritt erst Ende des Monats erwartet.

Geberit schwächer

Im Fokus standen Firmen, die ihre Bilanz vorlegten. Die Aktien des Sanitärtechnikkonzerns Geberit verloren 2,6 Prozent. Geberit steigerte zwar den Gewinn stärker als erwartet um 18,4 Prozent auf 584 Millionen Franken und will die Dividende kräftig auf zehn von 8,40 Franken erhöhen. "Das Haar in der Suppe ist die Ebitda-Marge und nach dem starken Kursanstieg werden eben Gewinne eingefahren", sagte ein Händler. Die Marge liege leicht unter den Erwartungen, hiess es bei der Bank Vontobel. Dafür komme das Aktienrückkaufprogramm über 450 Millionen Franken ein Jahr früher als erwartet. Die ZKB stufte die Zahlen angesichts der hohen Bewertung und trotz des Aktienrückkaufprogramms als negativ ein.

Die Aktien von Galenica verloren über fünf Prozent. "Umsatz und Betriebsgewinn liegen unter den Prognosen", sagte ein Händler. Der Gesundheitskonzern macht zwar Ernst mit der Aufspaltung. Aber die Marktteilnehmer vermissten Details dazu. Ein Mehrheitsanteil des Apothekengeschäfts Galenica Sante kommt voraussichtlich im zweiten Quartal dieses Jahres als eigenständiges Unternehmen an die Schweizer Börse. Die Erlöse aus dem geplanten IPO sollen in das zweite Standbein des Konzerns, das Pharmageschäft Vifor Pharma, fliessen.

Hoch im Kurs waren bei den Anlegern die Aktien von Rieter mit einem Kurssprung von 3,1 Prozent.

Die Aktien von Aryzta sanken bei hohen Umsätzen um 0,5 Prozent. Die ZKB stufte den Tiefkühlbackwarenkonzern nach der Bilanzvorlage am Vortag neu auf "Untergewichten" von "Marktgewichten" herab.

Die Aktien der GAM Holding fielen um 2,1 Prozent. Kepler Cheuvreux hat die Empfehlung auf "Hold" von "Buy" gesenkt.

Die zuletzt arg gebeutelten Aktien von Leonteq schnellten 12 Prozent nach oben - dank massiven Deckungskäufen, wie es hiess. Händler orteten einen grösseren Käufer im Markt, der sich mit den Papieren der Derivatboutique eindecke.

Bei den mehrheitlich schwächeren Standardwerten waren die Anteile des Lebensmittelkonzerns Nestle und des Uhrenherstellers Swatch auf der Gewinnerseite zu finden. Positive Äusserungen von Swatch-Chef Nick Hayek zum laufenden Geschäftsjahr stützten laut Händlern den Aktienkurs.

Auf der anderen Seite schwächten sich neben Geberit die Aktien des Zementherstellers LafargeHolcim und der Inspektionsfirma SGS ab.

Banken litten europaweit unter Kurseinbussen. Die Anteile der Grossbanken UBS und Credit Suisse fielen um 0,7 und 1 Prozent. Auch die Versicherer Swiss Re und Swiss Life gaben nach.

Novartis ermässigten sich um 0,2 Prozent. Der Pharmakonzern hat von der US-Gesundheitsbehörde FDA eine Genehmigung für sein Brustkrebsmittel Kisqali bekommen. Die Zulassung gilt für die Primärbehandlung bestimmter Brustkrebsarten in Verbindung mit einem weiteren Medikament.

(Reuters)