SMI: Leichtes Minus nach starker Vorwoche

Der Schweizer Aktienmarkt präsentiert sich am Montag zur Mittagszeit schwächer. Nach vier Gewinntagen in Folge sind die Anleger vorsichtiger geworden. Der Leitindex SMI war im frühen Handel auf Richtungssuche.
09.01.2017 12:48
Ampel bei der Schweizer Börse SIX in Zürich zeigt rot.

Erst die nachgebenden Notierungen beim Schwergewicht Novartis und bei den Bankenwerten setzten den Gesamtmarkt unter Druck. Die Aktien von Galenica schwingen dagegen obenaus.

Das Rallye der vergangenen Wochen, welches von Erwartungen an die ausgabenfreudige Wirtschaftspolitik des designierten US-Präsidenten Donald Trump getragen wurde und auch hierzulande für auf breiter Front anziehende Kurse gesorgt hatte, habe den Markt anfällig für Gewinnmitnahmen gemacht, hiess es im Handel. Entscheidend für die weitere Kursentwicklung dürfte die nun langsam anlaufende Berichtssaison sein. Hierzulande wird Sika am Dienstag mit dem Umsatzausweis für das vergangene Geschäftsjahr den Reigen eröffnen.

Der Swiss Market Index (SMI) verliert bis kurz vor 12 Uhr 0,22% auf 8'399,20 Punkte. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, büsst 0,23% auf 1'325,93 Zähler ein und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,14% auf 9'152,86. Von den 30 wichtigsten Titeln stehen 20 im Minus, acht im Plus und zwei unverändert.

Banken unter Druck

Die prozentual grössten Verluste verzeichnen Julius Bär mit -1,3%, UBS (-0,5%) und CS (-0,4%) halten sich etwas besser. Alle drei Titel waren allerdings stark ins neue Jahr gestartet und hatten die grössten Avancen unter den SMI-Werten gezeigt. News liegen aktuell zur UBS vor: Die Grossbank will laut einem Bericht des "Wall Street Journal" den Anteil an ihrem Joint Venture im Bereich Investmentbanking in China auf die maximal zulässigen 49% erhöhen. Dies unterstreiche, dass es der UBS mit ihren Ambitionen im Reich der Mitte ernst sei, heisst es bei der ZKB.

Bei den Assekuranzen schneiden Bâloise mit -0,7% am schwächsten ab. Grössere Einbussen sind auch in den Zyklikern LafargeHolcim (-1,0%), Aryzta (-0,9%), ABB (-0,8%) und Schindler (-0,5%) zu sehen.

Im Pharmasegment fallen Actelion mit Abgaben von 0,8% auf. Nach der jüngsten, durch Übernahmephantasien beflügelten Aktienkursrally kommt ein Kursrücksetzer allerdings auch nicht überraschend. Novartis büssen zwar nur um 0,4% ein, sind aufgrund der hohen Marktkapitalisierung jedoch eine erhebliche Belastung für den Gesamtmarkt.

Die beiden anderen Schwergewichte Nestlé (-0,1%) und Roche (unv.) zeigen sich unauffällig. Letztere sind aber mit Produktnews etwas im Blick. Die US-Gesundheitsbehörde FDA hat für das Immun-Therapeutikum Tecentriq der Basler eine beschleunigte Zulassungsprüfung für die Behandlung einer weiteren Form von fortgeschrittenem Blasenkrebs gewährt.

Bei den Gewinnern haben weiterhin Galenica (+2,8%) die Nase vorn, nachdem der langjährige Hauptaktionär Sprint die Beteiligung an der Berner Gesundheitsgruppe vollständig abgebaut hat. Da das Aktionariat nun keine Unsicherheit mehr berge, könnte laut ZKB-Analystin Sibylle Bischofberger die Aufspaltung von Galenica bereits im ersten Semester 2017 über die Bühne gehen. Galenica hatte dies für spätestens Ende Jahr in Aussicht gestellt.

Gesucht sind weiterhin auch die Aktien der beiden Uhrenhersteller Swatch (+1,5%) und Richemont (+0,7%). Für positive Stimmung gegenüber dem Sektor sorgen Aussagen von Jean-Claude Biver in der Wochenendepresse. Der Chef der Uhrenmarken Tag Heuer, Hublot und Zenith des Luxusgüterkonzerns LVMH ist überzeugt, "dass das neue Jahr unserer Industrie Wachstum bringen wird", wird er in der "Schweiz am Sonntag" zitiert.

Weitere konjunktursensitive Werte wie Dufry (+0,6%) und SGS (+0,4%) verzeichnen noch nennenswerte Kursgewinne.

Meyer Burger gesucht

Am breiten Markt schiessen Meyer Burger um 8,0% hoch. Für die Aktie des Solarzulieferers hat Citigroup eine Kaufempfehlung ausgesprochen. Zudem meldete das Unternehmen den Erhalt zweier Aufträge von bestehenden Kunden aus Asien im Volumen von über 20 Mio CHF.

Auch Addex (+3,0%) und Ascom (+2,5%) werden verstärkt nachgefragt. Das Genfer Biopharma-Unternehmen legte für einen Produktkandidaten zur Behandlung von chronischer Osteoarthritis positive Studienresultate vor. Der Technologiekonzern Ascom setzt sich gegen einen Zeitungsartikel zur Wehr, wonach es in einem schwedischen Krankenhaus technische Probleme mit dem drahtlosen Alarm- und Kommunikationssystem Myco gegeben habe.

(AWP)