SMI mit deutlichem Plus, aber Märkte bleiben nervös

Der Schweizer Aktienmarkt hat seine Eröffnungsgewinne am Mittwochvormittag ausgebaut und diese dann bis zum Mittag verteidigen können.
15.06.2016 13:05
Zu den grossen Gewinnern in der MIttagsbörse gehört die Logitech-Aktie.
Zu den grossen Gewinnern in der MIttagsbörse gehört die Logitech-Aktie.
Bild: Bloomberg

Nachdem die Sorgen um einen möglichen Austritt Grossbritanniens aus der EU die Märkte weltweit in den vergangenen Tagen deutlich belastet hatten, sprechen Marktteilnehmer aktuell von einer technischen Erholung. Denn an den Einflussfaktoren habe sich nichts geändert.

Abgestimmt über den "Brexit" wird in der nächsten Woche am Donnerstag. "Bis dahin werden die Märkte nervös und angespannt bleiben", zeigt sich ein Händler überzeugt. Entsprechend volatil werde auch das Marktumfeld bleiben. So notiert der Volatilitätsindex VSMI nach wie vor so hoch wie im Februar, als Sorgen um die Weltwirtschaft die Märkte auf Talfahrt geschickt hatten. Am Mittwochabend steht noch die Zinsentscheidung der Notenbank Fed auf dem Plan. Er rechne nicht mit marktbewegenden Kommentaren, so ein Händler.

Blue Chips legen zu

Der SMI gewinnt gegen 12.05 Uhr 1,16 Prozent auf 7'727,49 Punkte. Im bisherigen Hoch erreichte er gar 7'760. Zuvor hatte der SMI seit Mitte vergangener Woche bis zum Vortag gut 7 Prozent verloren. Der 30 Titel umfassende SLI, in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, steigt um 1,29 Prozent auf 1'165,95 Punkte und der breite SPI um 1,13 Prozent auf 8'377,88 Punkte. Alle 30 Blue Chips legen zu.

Die grössten Gewinne unter den Blue Chips verzeichnen in einem eher nachrichtenarmen Umfeld die Aktien von LafargeHolcim (+3,4 Prozent). Sie hatten am Dienstag noch mit zu den grössten Verlierern zum Handelsschluss gezählt. Stützend wirkt bei dem Baustoffkonzern eine Hochstufung auf Hold von Sell durch Baader Helvea. Die Experten begründen das neue Rating mit den deutlichen Kursverlusten der vergangenen Wochen, durch die das weitere Abwärtspotenzial mittlerweile begrenzt sei.

Ebenfalls deutlich im Plus zeigen sich Finanzwerte. Sie hatten während der jüngsten Abwärtsbewegung mit am deutlichsten Federn gelassen. Die Aktien der Credit Suisse (+2,3 Prozent) führen am Mittwoch die Gewinnerliste an, gefolgt von Zurich Insurance (+2,1 Prozent) und den Papieren der UBS (+1,6 Prozent). Für die beiden Bankaktien hat die Ratingagentur Fitch die jeweiligen Langfristratings bestätigt. Bei der UBS lautet es "A+" und bei der CS "A-", während der Ausblick bleibt für die UBS Gruppe "positiv" bleibt und für die CS Gruppe "stabil". Die Langfristratings für die UBS AG und die UBS Schweiz erhöhte Fitch auf "A+" von "A".

Logitech profitert von Empfehlung

Die drei Schwergewichte Roche, Nestlé (je +1,0 Prozent) und Novartis (+0,9) bewegen sich in etwa mit dem Markt. Novartis teilte am Morgen mit, die Partnerschaft mit Medicines for Malaria Venture (MMV) in der Malaria-Bekämpfung auszuweiten. Für die Analysten der ZKB ist die Nachricht mit Blick auf den Umsatz zwar eher unwichtig, für die Innovationskraft der Pharmaindustrie dagegen positiv.

Weitere Nachrichten aus dem Gesundheitssektor liefert Actelion (+0,8 Prozent). Das Pharmaunternehmen führt sein neues Medikament Uptravi zur Behandlung von Lungenbluthochdruck nun in Deutschland ein. Dies ist laut einem ZKB-Analyst aber bereits erwartet worden.

Im breiten Markt gehören die Anteilsscheine von Logitech mit +3,7 Prozent zu den grössten Gewinnern, nachdem Kepler Cheuvreux die Abdeckung der Aktien mit einer Kaufempfehlung aufgenommen hat. Die Wachstumsperspektiven des Unternehmens würden am Markt unterschätzt, so der zuständige Experte.

Perrot Duval nach Zukauf tiefer

Noch deutlichere Kursgewinne verzeichnen die Anteilsscheine von Highlight Event & Entertainment AG (HLEE) mit +4,9 Prozent - allerdings bei relativ geringen Volumen. Das Unternehmen hat seine Beteiligung an der Constantin Medien AG - zusammen mit der Beteiligung des Hauptaktionärs - insgesamt auf gut 10 Prozent ausgebaut.

Das Gegenstück bilden unter anderem die Aktien von Perrot Duval (-4,0 Prozent), nachdem das in der industriellen Automatisierung tätige Unternehmen die Übernahme der Thurgauer Tecos Bruhin AG mitgeteilt hat. Noch stärker abwärts geht es nur für die Papiere von Charles Vögele (-6,0 Prozent) und SHL Telemedicine (-5,3 Prozent).

(AWP)