SMI mit verhaltenem Handelsauftakt – Grossbanken stark

Der Schweizer Aktienmarkt ist am Mittwoch nach dem starken Vortag ohne klare Richtung in den Handelstag gestartet.
04.01.2017 10:24
Gebäude der Schweizer Börse SIX in Zürich.

Insgesamt zeigen sich die Vorgaben aus Übersee positiv. So waren die US-Börsen am Dienstag mit Aufschlägen ins neue Jahr gestartet und auch in Asien haben in der Nacht auf Mittwoch vor allem die japanischen Märkte deutlich zulegen können.

Allerdings gab es am Markt bereits auch Mahnungen vor zu viel Euphorie nach dem guten Jahresstart. Am Vormittag stehen aus der EU nun Stimmungsdaten zum europäischen Dienstleistungssektor sowie zu den Konsumentenpreisen in der Eurozone an. Am Abend folgt dann noch das Protokoll der Dezember-Sitzung der US-Notenbank Fed. Hierzulande werden die Kurse der einzelnen Titel vor allem von Research-Studien bewegt.

Der Swiss Market Index (SMI) liegt gegen 9.30 Uhr um 0,03% im Plus auf 8'318,75 Punkte. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, steigt um 0,29% auf 1'319,47 Zähler, während der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,05% auf 9'065,91 Punkte zulegt. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 20 im Plus, neun im Minus und einer unverändert.

Bankaktien sind gesucht

Weitere deutliche Kursgewinne verzeichnen die Aktien der Grossbank CS (+2,5%), die am Vortag nach Zuspruch von Analystenseite um rund 6% zugelegt hatten. Weiteren Support erhalten sie nun von der britischen Investmentbank Barclays, welche die CS-Titel in einer Bankenstudie auf "Overweight" von "Equalweight" heraufstuft. Auch die Barclays-Experten sehen für die Titel der zweitgrössten Schweizer Bank noch klares Aufwärtspotenzial. Für die Titel der UBS (+1,7%) bestätigen die Briten das bisherige Votum "Overweight" bei etwas höherem Kursziel.

Klar im Plus notieren auch Lonza (+2,1%), die von einer Hochstufung durch das JPMorgan-Aktienresearch auf "Overweight" von "Neutral" profitieren. Der Pharmazulieferer hat am Morgen zudem den Abschluss des Verkaufs eine belgischen Standorts bekanntgegeben, wobei er eine nicht cash-wirksame Abschreibung von 44 Mio CHF verbucht wird.

Stark präsentieren sich zudem Adecco (+2,4%). Die Analysten der Credit Suisse erwarten für den Personalvermittler eine deutliche Beschleunigung des organischen Wachstums im laufenden und im kommenden Jahr, zudem gehen sie von der Auflage eines neuen Aktienrückkaufprogramms aus. Entsprechend bestätigen sie das "Outperform"-Rating bei höherem Kursziel.

Belastet werden die Indizes nicht zuletzt durch klare Abgaben der am Vortag noch festen Novartis-Titel (-1,5%). In Griechenland hat die Justiz eine Untersuchung gegen Novartis wegen Korruptionsvorwürfen angekündigt. Stärker belasten dürfte aber auch eine Rating-Senkung durch JPMorgan auf "Neutral" von bisher "Overweight". Die Analysten der US-Bank erwarten einen zunehmenden Generika-Druck auf den Basler Konzern.

Positiv bleibt das Aktienresearch der US-Bank für die Roche-Aktien (+0,3%), für welche sie trotz einer Kurszielsenkung beim Rating "Overweight" bleiben: Roche weise die vielversprechendste Pipeline der Branche im laufenden Jahr auf. Syngenta (+0,1%) zeigen sich wenig verändert, nachdem die EU am Vorabend die Prüffrist für die Übernahme durch den chinesischen Chemiekonzern ChemChina um 10 Tage verlängert hat.

Bei den zyklischen Titeln setzen die Swatch-Uhrentitel (-1,1%) den Abwärtstrend vom Vortag fort. Die britische Barclays hat das Rating "Underweight" für die Uhrentitel bestätigt. Auch die Konkurrenzwerte von Richemont (-1,0%) geben deutlich nach.

Am breiten Markt erleiden Kudelski (-0,8%) klare Verluste. Das Unternehmen hat zwar eine Partnerschaft mit dem koreanischen Elektronikkonzern Samsung im Bereich ihrer TVkey-Technologie vereinbart. Belasten dürfte allerdings eine Kurszielsenkung durch die UBS-Experten, die für das laufende Jahr einen EBIT-Rückgang erwarten.

Molecular Partners unter Druck

Heftige Abgaben erleiden den zweiten Tag in Folge Molecular Partners (-8,2% auf 20,70 CHF). Die Analysten von JPMorgan haben die Titel auf "Neutral" zurückgestuft und das Kursziel bei 20 CHF festgelegt.

Newron (+5,8%) gehören dagegen zu den starken Gewinnern. Das Pharmaunternehmen hat für seinen Produktekandidaten Evenamide bei Patienten mit Schizophrenie positive Studienergebnisse mitgeteilt.

(AWP)