SMI mit wenig Bewegung - CS legen US-Einigung nur leicht zu

Der Schweizer Aktienmarkt ist am Tag vor dem verlängerten Weihnachtswochenende kaum verändert in den Handel gestartet.
23.12.2016 10:58
Der SMI bewegt sich am Freitag kaum.
Der SMI bewegt sich am Freitag kaum.
Bild: cash
Während viele Börsianer ihre Bücher bereits geschlossen haben und sich auf einen ruhigen Wochenausklang eingestellt haben, sorgen nun die Einigungen der Credit Suisse und der Deutschen Bank im US-Hypothekenstreit zumindest im Bankensektor für Bewegung. Bei der CS fällt damit noch vor dem Jahreswechsel ein gewichtiger Unsicherheitsfaktor weg, was den Aktienkurs allerdings nur leicht ansteigen lässt.

Ansonsten bleibt das Geschäft an den internationalen Finanzmärkten von vorweihnächtlicher Ruhe geprägt. Auch die Wall Street gab am Vorabend nur leicht nach und zeigt den europäischen Börsen somit keine klare Richtung an. Die Blicke der Anleger seien bereits auf das neue Börsenjahr 2017 gerichtet, meint ein Händler. Dabei dürfte der Leitindex SMI das Jahresminus von gut 6% wohl kaum mehr aufholen. Die Börsenstimmung für das neue Jahr sei aber trotz politischer Unsicherheiten von Optimismus geprägt. Am Berichtstag dürften US-Konjunkturdaten (schwebende Hausverkäufe, Konsumentenvertrauen Uni Michigan) nur wenig Beachtung finden.

SMI tritt auf der Stelle

Der Swiss Market Index (SMI) tritt um 9.30 Uhr mit 8'237,86 Punkten mehr oder weniger auf der Stelle. Auch der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, sowie der breite Swiss Performance Index (SPI) bewegen sich mit 1'301,28 Punkten bzw. 8'966,61 Zählern seitwärts. Von den 30 wichtigsten Titeln liegen derzeit 17 im Plus, 13 im Minus.

Credit Suisse legen zum Berichtszeitpunkt, nach zunächst deutlichen Avancen, nur noch um 0,2% zu. Die Grossbank hat sich im Hypothekenstreit mit den US-Behörden auf eine Zivilbusse in Höhe von 2,48 Mrd USD und auf Entschädigungen an Kunden im Umfang von 2,8 Mrd geeinigt. Letztere muss die Bank über einen Zeitraum von fünf Jahren leisten und für den Hypothekarfall wurde im vierten Quartal eine zusätzliche Rückstellung von 2 Mrd verbucht. In ersten Kommentaren ist von einer zwar teuren Einigung die Rede, die aber bezahlbar sei. Zudem sei die wegfallende Unsicherheit positiv für die Aktie. UBS geben derweil um 0,3% nach.

Gesucht werden im SMI/SLI die Zykliker ABB und Adecco mit je +0,5% sowie die Aktien des Rückversicherers Swiss Re (+0,4%). Galenica gewinnen 0,3%. Die Pharmatochter Vifor hat das Lizenzabkommen mit dem US-Biopharma-Unternehmen ChemoCentryx in der Behandlung von Nierenerkrankungen auf den Hemmstoff CCX140 ausgeweitet. An der Börse wird diese Nachricht allerdings unaufgeregt aufgenommen.

Auch die Rally bei Actelion (+0,1%) gerät ins Stocken. In den beiden vergangenen Handelstagen hatte die Aktie dank der Meldung zu neu aufgenommenen Gesprächen mit Johnson&Johnson kräftigen Auftrieb erhalten. Die Spitzen der beiden Unternehmen führen "exklusive Verhandlungen im Hinblick auf eine mögliche strategische Transaktion", nachdem zuvor solche Gespräche abgebrochen worden sind. Seit Jahresbeginn liegen Actelion allerdings mit 60% im Plus.

Die Index-Schwergewichte Nestlé, Roche (je -0,1%) und Novartis (+0,1%) haben auch den Seitwärtsgang eingelegt.

Santhera mit Kurssprung

Am breiten Markt haben eine Reihe von Unternehmen kurz vor Weihnachten News veröffentlicht. Dabei schiessen Santhera um 6,8% in die Höhe, nachdem die britische Arzneimittelbehörde das Medikament Raxone als "vielversprechendes innovatives Arzneimittel" eingestuft hat. Raxone wird in der Behandlung der Duchenne-Muskeldystrophie eingesetzt. Die Anpassungen, die Sunrise bei ihren laufenden Kreditfazilitäten vornehmen konnte, mit einem Plus von 1,0% quittiert.

Derweil liess die Bank Vontobel verlauten, dass sie sich mit den US-Behörden im Steuerstreit geeinigt hat und keine Busse bezahlen muss. Die Aktie gewinnt nur leichte 0,1% dazu, schliesslich sei am Markt niemand davon ausgegangen, dass die Bank eine Strafzahlung leisten müsse, so ein Analyst. Auch die nicht an der Börse kotierte Raiffeisen-Gruppe konnte den Streit ohne eine Busszahlung beilegen, wie es am Freitag hiess.

Die Immobiliengesellschaft Arundel musste derweil am Vorabend zum ersten Halbjahr 2016/17 einen Verlust melden und büsst an der Börse 0,5% ein.

(AWP)