SMI moderat im Plus - Bankenhausse geht weiter

Der Schweizer Aktienmarkt notiert am Mittwochmittag nach dem deutlichen Anstieg vom Vortag noch moderat im Plus.
04.01.2017 12:42
Schild am Zürcher Paradeplatz, dem symbolischen Schweizer Finanzzentrum. Bankaktien sind auch am Mittwoch gesucht.
Schild am Zürcher Paradeplatz, dem symbolischen Schweizer Finanzzentrum. Bankaktien sind auch am Mittwoch gesucht.
Bild: cash

Zwar zeigten sich die Anleger eher zurückhaltend, weiterhin würden aber Schwächephasen genutzt, um wieder nachzukaufen, meinte ein Händler in Zürich. Eine gewisse Korrektur in der nächsten Zeit - etwa nach negativen Signalen von Notenbanken - könne aber nicht ausgeschlossen werden.

Nach Börsenschluss wird in den USA das Protokoll der Dezember-Sitzung der US-Notenbank Fed veröffentlicht, das im Hinblick auf weitere Zinserhöhungen im laufenden Jahr mit einiger Spannung erwartet wird. Aus der Eurozone kamen derweil am Vormittag positive Nachrichten zur Unternehmensstimmung sowie zur Inflationsrate, die auf einen Mehrjahreswert geklettert ist. Allerdings dürften dafür vor allem die gestiegenen Ölpreise verantwortlich sein, kommentierte die VP Bank. Von Unternehmensseite ist die Nachrichtenlage hierzulande dünn, entsprechend sorgen vor allem Research-Studien für Kursbewegungen.

Credit Suisse legt weiter zu

Der Swiss Market Index (SMI) notiert gegen 12 Uhr um 0,31% im Plus auf 8'342,13 Punkte. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, steigt um 0,48% auf 1'322,06 Zähler, während der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,27% auf 9'085,40 Punkte zulegt. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren deren 17 im Plus und 13 im Minus

Weiterhin im Aufwind sind die Bankenwerte, angeführt von den Aktien der Grossbank CS (+3,6%), die bereits am Vortag um über 6% zugelegt hatten. Support erhalten die Titel nun von der britischen Investmentbank Barclays, welche in einer Bankenstudie den CS-Aktien noch klares Aufwärtspotenzial attestieren und die Empfehlung auf "Overweight" heraufsetzt. Für die Titel der UBS (+1,9%) bekräftigen die Briten ihr bisheriges Votum "Overweight".

Stark präsentieren sich zudem Adecco (+2,7%). Die Analysten der Credit Suisse erwarten für den Personalvermittler eine deutliche Beschleunigung des organischen Wachstums im laufenden sowie im kommenden Jahr, zudem gehen sie von einem neuen Aktienrückkaufprogramm aus. Entsprechend bestätigen sie das "Outperform"-Rating. Lonza (+2,2%) werden von einer positiven Studie und einer Ratingerhöhung des JPMorgan-Aktienresearch gestützt. Der Pharmazulieferer hat am Morgen zudem den Abschluss des Verkaufs eines belgischen Standorts bekanntgegeben.

Novartis auf der Verliererseite

Belastet werden die Indizes dagegen durch klare Abgaben der am Vortag noch festen Novartis-Titel (-1,1%). In Griechenland hat die Justiz eine Untersuchung gegen Novartis wegen Korruptionsvorwürfen angekündigt, zudem nannten Händler auch den Abgang eines wichtigen Mitglieds des Onkologie-Teams zum Konkurrenten Gilead als Belastungsfaktor. Dazu kommt eine Rating-Senkung durch JPMorgan auf "Neutral" von bisher "Overweight". Positiv bleibt das Aktienresearch der US-Bank dagegen für die Genussscheine der Konkurrentin Roche (+0,9%): Diese weise die vielversprechendste Pipeline der Branche auf.

Syngenta notieren unverändert, nachdem die EU am Vorabend die Prüffrist für die Übernahme durch den chinesischen Chemiekonzern ChemChina um 10 Tage verlängert hat.

Bei den zyklischen Titeln setzen die Swatch-Uhrentitel (-0,9%) den Abwärtstrend vom Vortag fort. Die britische Barclays hat das Rating "Underweight" für die Uhrentitel bestätigt. Noch heftigere Abgaben erleiden die Konkurrenzwerte von Richemont (-1,4%).

Am breiten Markt geben Kudelski (-2,2%) nach. Das Unternehmen hat zwar eine Partnerschaft mit dem koreanischen Elektronikkonzern Samsung im Bereich ihrer TVkey-Technologie vereinbart. Belasten dürfte allerdings eine Kurszielsenkung durch die UBS-Experten, die für das laufende Jahr einen EBIT-Rückgang erwarten.

Deutliche Abgaben erleiden den zweiten Tag in Folge Molecular Partners (-6,0% auf 21,25 CHF). Die Analysten von JPMorgan haben die Titel auf "Neutral" zurückgestuft und das Kursziel bei 20 CHF festgelegt.

Newron (+1,9%) gehören dagegen zu den klaren Gewinnern. Das Pharmaunternehmen hat für seinen Produktekandidaten Evenamide bei Patienten mit Schizophrenie positive Studienergebnisse mitgeteilt.

(AWP)