SMI: Ruhiger Handel nach Notenbankentscheiden

Der Schweizer Aktienmarkt präsentiert sich am Donnerstagmittag freundlich. Der Leitindex SMI bewegt sich seit dem Handelsstart allerdings in einer engen Bandbreite.
15.12.2016 12:45
Die Aktien der UBS sind am Donnerstag gesucht.
Die Aktien der UBS sind am Donnerstag gesucht.
Bild: cash

Angesichts des am Vorabend bekanntgegeben Zinsfahrplans der US-Notenbank überrasche ihn dies nicht, erklärt ein Händler. Die US-Währungshüter um Janet Yellen wollen im nächsten Jahr drei Mal statt zwei Mal die Zinsen anheben.

Dies sei öfter als zuvor erwartet wurde und habe den zuletzt gut gelaufenen Aktienmärkten ein wenig den Wind aus den Segeln genommen. Die US-Börsen hatten am Vortag sogar im Minus geschlossen. Das Fed werde allerdings weiterhin sehr behutsam und vorsichtig den Fuss vom Gas nehmen, weshalb er grundsätzlich zuversichtlich für die weitere Entwicklung am Aktienmarkt sei, so der Händler. Hierzulande hat die SNB wie im Vorfeld erwartet die Zinsen nicht angetastet und auch sonst für keine Überraschung gesorgt. Bei den Einzeltiteln stehen Lonza nach einer Grossübernahme im Fokus.

SMI leicht im Plus - Lonza schwach

Der Swiss Market Index (SMI) gewinnt gegen 12 Uhr 0,23% auf 8'159,00 Punkte. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, legt 0,20% auf 1'288,01 Zähler zu und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,11% auf 8'870,84. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 15 im Plus, 14 im Minus und einzig die schwergewichtigen Roche unverändert.

Unter die Räder sind Lonza (-7,1%) geraten, nachdem der Feinchemikalienhersteller und Pharmazulieferer die Übernahme des US-amerikanischen Kapselherstellers Capsugel bekanntgab. Der Kaufpreis liegt bei 5,5 Mrd USD in bar und wird von einigen Analysten als hoch eingestuft. Für Abgabedruck im Titel sorgt aber vor allem eine grosse Kapitalerhöhung, mit der Lonza den Deal - neben der Aufnahme von Fremdkapital - finanzieren will. Die Lonza-Aktie hatte bereits zu Wochenbeginn markant Federn gelassen, als die Basler offiziell Interesse an dem US-Unternehmen bekundet hatten.

Schwach schneiden auch die Titel der beiden Uhren- und Luxusgüterhersteller Swatch (-1,4%) und Richemont (-0,9%) ab, die bereits am Vortag überdurchschnittlich unter Druck gestanden hatten. Mit Dufry (-1,1%) und Schindler (-0,9%) werden weitere Zykliker verkauft. Bei Schindler sorge ein eher verhaltener Ausblick auf 2017 beim Konkurrenten Otis für Belastung, heisst es im Handel.

Für Druck nach unten sorgen aber insbesondere die schwergewichtigen Nestlé (-0,8%), die zuletzt allerdings gut im Markt lagen. Die Novartis-Schwergewichte halten mit Aufschlägen von 1,1% dagegen. Mit Actelion (+3,3%) schwingt ein weiterer Pharmawert oben aus. Dies dürfte allerdings auf eine Gegenbewegung auf die am Vortag erlittenen Verluste zurückzuführen sein, als der US-Konzern Johnson & Johnson sein Werben um den Baselbieter Biotechkonzern aufgegeben hatte.

Bankentitel gesucht

Auf dem Siegerpodest stehen zur Mittagszeit auch die Grossbankenwerte CS mit +2,8%. Auch europaweit schneiden Bankaktien relativ gut ab, was Händler auf den Zinsfahrplan der US-Notenbank zurückführen. Höhere Zinsen dürften das Kapitalmarktgeschäft ankurbeln, wie es heisst. Die Titel der Konkurrentin UBS (+0,7%) können aber nicht ganz mithalten. Einerseits belastet eine Ratingrückstufung durch Kepler Cheuvreux auf "Reduce", andererseits hat der Titel gegenüber dem CS-Valor weniger Nachholpotenzial.

Zudem sind auch Versicherungswerte wie Swiss Life (+0,6%) und Zurich (+0,4%) gefragt, im zyklischen Segment vor allem Adecco (+0,7%) und Syngenta (+0,5%).

Am breiten Markt stechen GAM und Bossard (je +4,6%) nach Kaufempfehlungen ins Auge. Für den Vermögensverwalter GAM hat Kepler Cheuvreux den Daumen gehoben, für die Aktie des Schraubenhandels- und Logistikunternehmens Bossard war es Baader Helvea. Die eher illiquiden Air Tech schwingen nachrichtenlos mit +7,6% oben aus.

Im Verliererfeld sind einmal mehr Meyer Burger mit -2,7% ganz vorn mit dabei. Am Berichtstag endet die Bezugsfrist für die im Rahmen der Kapitalerhöhung ausgegebenen Aktien. Grössere Verluste verzeichnen auch die Aktien des Spezialkunststoffherstellers Gurit (-2,3%), des Chiphersteller Ams (-2,3%) und die defensiven Immobilientitel von SPS (-2,1%).

Im Blick sind auch die Starrag-Aktien, die bislang allerdings noch nicht gehandelt wurden. Der Werkzeugmaschinen-Hersteller hat seine Prognosen für das Geschäftsjahr 2016 wegen einer schwachen Entwicklung im Geschäftsbereich Luxury Goods korrigiert.

(AWP)