SMI setzt leichte Erholung fort

Der Schweizer Aktienmarkt steht am Donnerstag im frühen Geschäft etwas höher. Damit stellt sich nach zwei verlustreichen Tagen wieder eine Erholung ein, wenn auch vorerst eine moderate.
18.08.2016 10:27
Kämpft sich langsam ins Plus: Die Schweizer Börse.
Kämpft sich langsam ins Plus: Die Schweizer Börse.
Bild: cash

Im Vergleich zum Schlussstand vom vergangenen Freitag verbleibt der SMI noch klar im Minus. Während die grosse Mehrzahl der Aktien nach oben tendieren, wird der Gesamtmarkt von den nach Zahlen verhalten startenden Nestlé etwas gebremst.

Die Aktienmärkte stünden derzeit einmal mehr unter dem Einfluss der Geldpolitik, hiess es in Börsenkreisen. Die Mitglieder der Notenbank in den USA scheinen sich nach dem Sitzungsprotokoll einig, dass die Zinsen erhöht werden müssen. Keinesfalls sind diese sich aber über den Zeitpunkt für die nächste Zinserhöhung einig, womit sich insgesamt keine neuen Erkenntnisse ergeben haben. Insgesamt hätten sich die Erwartungen an eine rasche Zinserhöhung aber eher zurückgebildet, hiess es am Markt dazu.

Der Swiss Market Index (SMI) notiert um 9.30 Uhr 0,09% höher bei 8'161,21 Punkten. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gewinnt 0,19% auf 1'225,32 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,14% auf 8'880,76 Punkte. Von den 30 Blue Chips notieren 25 im Plus und fünf im Minus.

Nestlé (+0,1%) haben sich unmittelbar nach einem negativen Start leicht in die Gewinnzone vorgeschoben, bremsen mit der leicht unterdurchschnittlichen Entwicklung im Zusammenhang mit den Halbjahreszahlen den Gesamtmarkt aber gleichwohl. Eine überraschend starke Wachstumsverlangsamung sorgte dafür, dass das Ergebnis sowohl beim Umsatz als auch beim Reingewinn hinter den Markterwartungen zurückliegt. Negativ schlägt beim Gewinn aber vor allem auch eine höher als befürchtet ausgefallene Steuerbelastung zu Buche. Als positiven Umstand hebt beispielsweise die ZKB in einem Kommentar hervor, dass die Margenentwicklung in einem schwierigen Umfeld überzeugen ausgefallen sei.

Swisscom verhalten

Wenig auffällig zeigen sich mit Swisscom (+0,2%) auch die Aktien des zweiten grosse Unternehmens im Anschluss an das Semesterergebnis. In Expertenkreisen kommt die Widerstandsfähigkeit der Geschäftsentwicklung im hart umkämpften Heimmarkt Schweiz gut an. Befürchtungen, wonach sich der intensivere Wettbewerb unter den führenden Telekommunikationsunternehmen bei Swisscom in Form rückläufiger Margen bemerkbar mache, hätten sich einmal mehr nicht bewahrheitet, hiess es. Es werde für Swisscom immer teurer, die Marktanteile im Heimmarkt zu verteidigen, gab es allerdings auch kritische Kommentare.

Von den wenigen Verlierern geben Swiss Re (-0,7%) nach einer Abstufung durch die Citigroup auf 'Sell' im Rahmen einer Branchenstudie am meisten nach, daneben sind aber auch Finanzwerte wie UBS (-0,4%) und Zurich (-0,2%) wenig gefragt. Die Margen hätten sich schneller zurückgebildet als erwartet, hiess es bei der Citigroup zur Begründung für die Abstufung von Swiss Re.

An der Spitze stehen Schindler PS (+1,4%) und Geberit (+1,2%), beide haben am vergangenen Dienstag Zahlen vorgelegt. In der Folge hatten allerdings Schindler deutlich an Terrain eingebüsst, wogegen Geberit auf Rekordniveau stark gesucht waren. Nach weiteren Kurszielerhöhungen für beide Titel am heutigen Donnerstag, bauen Geberit das Allzeithoch weiter nach oben aus.

Etwas deutlicher sind daneben noch die Gewinne von Dufry (+1,2%), LafargeHolcim (+0,9%) oder Richemont (+0,8%).

Im breiten Markt haben zahlreiche Unternehmen zahlen präsentiert. In der Folge geben von diesen etwa Walter Meier (-1,6%), Thurgauer KB (-2,8%) oder vor allem auch LifeWatch (-13%) nach.

Dagegen sind Siegfried (+2,5%), Comet (+2,7%), Kudelski (+1,7%) oder Cham Paper Group (+1,9%) gesucht. Dätwyler (+4,4%) ziehen nach Bekanntgabe des Rückzugs aus dem Bieterwettbewerb um die britische Premier Farnell kräftig an, Georg Fischer (+0,5%) nach Bekanntgabe zweier kleinerer Akquisitionen in China moderat.

(AWP)