SMI: Starker Start in die Woche

Der Schweizer Aktienmarkt steht am Montagmittag auf breiter Front satt im Plus. Bereits vor dem Wochenende hatte die verbesserte Stimmung im Bankensektor und ein Anstieg der Ölpreise für eine kräftige Erholung gesorgt.
15.02.2016 12:54
Am Montag kennt die Schweizer Börse nur eine Richtung: nach oben.
Am Montag kennt die Schweizer Börse nur eine Richtung: nach oben.
Bild: sxc

Zum Wochenbeginn gaben dann überwiegend starke Vorgaben aus Übersee weiteren Schwung. Schwache Makrodaten aus China und Japan schreckten die Anleger nicht ab. Diese würden im Gegenteil auf ein weiteres Eingreifen der jeweiligen Notenbanken spekulieren, wie es heiss.

Grundsätzlich zeigt man sich im Handel allerdings nicht allzu optimistisch, was die weitere Entwicklung der Aktienmärkte angeht. Für einen Ausbruch aus dem derzeitigen Bärenmarkt brauche es eine nachhaltige Aufwärtsbewegung. Und genau diesbezüglich überwiege der Zweifel. Schaue man sich die Kursbewegungen der vergangenen Wochen an, dann zeige sich nämlich, dass jede Erholungsbewegung in eine umso grössere Verkaufswelle mündete. Und wer nun auf neue Impulse von den US-Märkten wartet, muss sich bis Dienstag gedulden. Am Berichtstag bleiben die US-Märkte feiertagsbedingt geschlossen.

Der Swiss Market Index (SMI) gewinnt kurz nach 12 Uhr 2,59% auf 7'854,75 Punkte, das bisherige Tageshoch wurde im frühen Handel markiert und liegt etwa 20 Punkte höher. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, erholt sich um 2,95% auf 1'176,02 und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 2,62% auf 8'148,71 Punkte. Alle 30 SMI/SLI-Titel stehen im Plus.

Unsichere Stimmung

Die Stimmung beschreibt ein Händler jedoch unverändert als "sehr unsicher". Fundamental lasse sich das Auf und Ab der Märkte längst nicht mehr rechtfertigen. Und bezüglich der US-Geldpolitik herrsche derzeit grosse Verwirrung, nachdem Notenbankchefin Janet Yellen in der vergangenen Woche erklärte, unter bestimmten Bedingungen gar die Einführung von Negativzinsen zu prüfen. Mit einer konsistenten "forward guidance" habe das derzeitige Gebaren der Fed-Verantwortlichen jedenfalls nichts zu tun.

Hierzulande hat sich bei den Einzeltiteln das Gewinnerfeld neu formiert. Die prozentual grössten Gewinne verbuchen nämlich nun mit gewissem Abstand zu den Finanzwerten einige Zykliker. Am Morgen war es praktisch umgekehrt. In Front stehen LafargeHolcim (+5,6%), Swatch (+4,8%) und Adecco (+4,1%). Die Titel gehörten in der Vorwoche mit Verlusten zwischen 9 und 10% noch zu den grossen Verlierern.

Die Augen sind aber weiterhin auf die Grossbankenwerte CS (+4,2%) und UBS (+3,4%) gerichtet. Die CS-Titel waren in den vergangenen Tagen regelrecht eingebrochen, womit hier das grösste Erholungspotential besteht. Zuletzt waren allerdings wieder vermehrt Aussagen zugunsten der Banken zu hören. Die Kursverluste der vergangenen Handelswochen hätten die Bewertungsniveaus nämlich auf durchaus interessante Level gebracht, hiess es. Dies rufe vor allem die institutionellen Investoren auf den Plan.

Die Pharmaschwergewichte Roche (+2,1%) und Novartis (+1,9%) bremsen den Gesamtmarkt etwas aus. Das dritte Schwergewicht Nestlé (+2,4%) liegt dagegen im Trend. Nestlé wird diese Woche zusammen mit Clariant zum Zahlenrapport antreten.

Syngenta (+1,7%) entwickelten sich die vergangenen Tage erstaunlich stabil, was angesichts der derzeitigen Turbulenzen einer Klärung bedarf. Im Handel wird hier auf die ChemChina-Offerte verwiesen, die den Titel nach "unten absichere". Allerdings notiert der Valor weiterhin deutlich unter dem gebotenen Preis der Chinesen. Als ein Grund für die Lücke gilt der mögliche Einspruch der US-Aufsichtsbehörde CFIUS, welche den Zusammenschluss unter dem Gesichtspunkt der nationalen Sicherheit in den USA prüft und als nicht besonders chinafreundlich gilt.

Die Wochenendpresse zitierte ein ehemaliges Behördenmitglied mit den Worten, dass Agrarprodukte und Nahrungsmittelsicherheit allerdings kein Thema für das CFIUS seien; "Pflanzenschutzmittel und Saatgut sind nicht sicherheitsrelevant." Ausräumen kann der Bericht die Zweifel der Investoren aber offensichtlich nicht.

Leonteq gesucht

Im breiten Markt schiessen die Titel des Finanzdienstleisters Leonteq um 7,7% nach oben, was wohl mit der allgemeinen Erholung des Sektors zu erklären sein dürfte. Seit Jahresbeginn haben die Titel nämlich auch in ähnlichem Ausmass eingebüsst. Auch Vontobel-Aktien fallen mit Aufschlägen von 4,8% auf.

Nicht auf Touren kommen derweil u.a. Lastminute (unv.), was angesichts des erneut gesenkten Umsatzziels für das vergangene Geschäftsjahr aber auch nicht gross überrascht.

Bei den Verlierern geben u.a. Valartis (-2,3%) und Bell (-1,8%) deutlicher nach.

(AWP)