SMI startet mit kräftigem Plus in die Woche

Der Schweizer Aktienmarkt ist mit kräftigen Gewinnen in die neue Handelswoche gestartet. Europaweit zeigt sich ein ähnliches Bild. Hierzulande sind vor allem die Grossbanken und einige Zykliker stark gestartet.
15.02.2016 10:27
CS-Chef Tidjane Thiam kann kurz aufatmen: Die Aktien legen am Montag kräftig zu.
CS-Chef Tidjane Thiam kann kurz aufatmen: Die Aktien legen am Montag kräftig zu.
Bild: Bloomberg

Angesichts der heftigen Kursverluste der Vorwoche sei wohl eine technische Erholung im Gange, hiess es im Handel. Das Fundament dafür hätten die Vorgaben aus Übersee gelegt. Bereits in den USA hatten die Aktienmärkte nach dem Europaschluss am Freitag ihre Gewinne bis Handelsende deutlich ausgebaut. Und die Börse in Tokio erlebte zum Wochenstart gar ein wahres Kursfeuerwerk. Die chinesischen Festlandbörsen meldeten sich nach der einwöchigen Feiertagspause zudem recht stabil zurück, was Sorgen vor einem neuerlichen Einbruch zerstreuet habe, hiess es.

Allzu optimistisch gibt man sich im Handel allerdings nicht. Für einen Ausbruch aus dem Bärenmarkt brauche es eine nachhaltige Aufwärtsbewegung. Und genau diesbezüglich überwiege der Zweifel. Schaue man sich die Kursbewegungen der vergangenen Wochen an, dann zeige sich nämlich, dass jede Erholungsbewegung in eine umso grössere Verkaufswelle mündete.

SMI mit sattem Plus

Der Swiss Market Index (SMI) gewinnt um 09.40 Uhr 2,42% auf 7'842,13 Punkte. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, erholt sich um 2,76% auf 1'173,92 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 2,27% auf 8'120,89 Punkte. Von den 30 SMI/SLI-Titeln stehen weiterhin bis auf Transocean alle im Plus.

Die prozentual grössten Gewinne verbuchen die zuletzt arg gebeutelten CS mit +6,3%. Auch UBS (+4,1%) und Julius Bär (+3,7%) legen klar über dem Durchschnitt zu. Die CS-Titel waren in den vergangenen Tagen regelrecht eingebrochen, womit hier das grösste Erholungspotential besteht. In den vergangenen Tagen habe immer es wieder Aussagen zugunsten der Banken gegeben. Die Kursverluste der vergangenen Handelswochen hätten die Bewertungsniveaus auf durchaus interessante Level gebracht, hiess es.

Dies rufe vor allem die institutionellen Investoren auf den Plan. Mit ihrem längeren Haltehorizont fingen sie an, sich für strategische Investments in der Branche zu interessieren. Zudem gibt ein Medienbericht zu reden, demzufolge der Staatsfonds von Katar und die Olayan-Gruppe - beides schwergewichtige CS-Aktionäre - offenbar in grossem Stil CoCo-Bonds der CS kaufen.

Überdurchschnittliche Aufschläge verzeichnen daneben die Versicherer Swiss Life (+4,7%) und Swiss Re (+3,6%), sowie die klassischen Zykliker LafargeHolcim (+4,2%), Swatch (+3,9%) und Adecco (+3,5%). Alle drei Titel büssten in der Vorwoche zwischen 9 und 10% ein und gehörten damit zu den grossen Verlierern.

Die Schwergewichte Novartis (+1,8%), Roche (+1,9%) und Nestlé (+2,2%) kommen da nicht mit. Nestlé tritt diese Woche zusammen mit Clariant (Aktie +2,2%) zum Zahlenrapport an.

Die vorbörslich in Syngenta gesehenen Avancen haben sich als nicht sehr nachhaltig erwiesen. Der Titel notiert weiterhin mit aktuell 398 CHF (+1,4%) deutlich unter der ChemChina-Offerte. Als ein Grund für die Lücke gilt der mögliche Einspruch der US-Aufsichtsbehörde CFIUS, welche den Zusammenschluss unter dem Gesichtspunkt der nationalen Sicherheit in den USA prüft und als nicht besonders chinafreundlich gilt. Die Wochenendpresse zitierte ein ehemaliges Behördenmitglied mit den Worten, dass Agrarprodukte und Nahrungsmittelsicherheit allerdings kein Thema für das CFIUS seien; "Pflanzenschutzmittel und Saatgut sind nicht sicherheitsrelevant." Ausräumen kann der Bericht die Zweifel der Investoren aber offensichtlich nicht.

Als einziger Blue Chip steht die Aktie des Offshore-Erdölbohrers Transocean (-1,0%) im Minus. Hier dürfte die weitere Entwicklung der Ölpreise für Unsicherheit sorgen.

Leonteq gesucht

Im breiten Markt schiessen die Titel des Finanzdienstleisters Leonteq um 7,6% nach oben, was wohl mit der allgemeinen Erholung des Sektors zu erklären sein dürfte. Seit Jahresbeginn haben die Titel nämlich auch in ähnlichem Ausmass eingebüsst. Auch Vontobel-Aktien fallen mit Aufschlägen von 5,4% auf.

Nicht auf Touren kommen derweil u.a. Lastminute (+0,5%), was angesichts des erneut gesenkten Umsatzziels für das vergangene Geschäftsjahr aber auch nicht gross überrascht.

Die prozentual grössten Verluste verzeichnen aktuell Bell (-3,7%) und Carlo Gavazzi (-2,7%).

(AWP)