SMI startet rot in die neue Woche

Unsicherheit über die weitere Entwicklung der US-Geldpolitik hat am Montag den Anlegern an der Schweizer Börse einen Strich durch die Rechnung gemacht. Der SMI schloss um 0,6 Prozent tiefer mit 8057 Punkten.
23.09.2013 17:30
Swiss Re steht mit einem Plus von knapp einem Prozent am Montag an der SMI-Spitze.

Zunächst hatten positive Konjunkturdaten und der Sieg der Union unter der Kanzlerin Angela Merkel bei den deutschen Bundestagswahlen den Dividendenpapieren Auftrieb verliehen. Doch im Verlauf des Handels lösten neue Spekulationen über eine Straffung der US-Geldpolitik Gewinnmitnahmen aus. Ein führender Vertreter der US-Notenbank hatte für Verunsicherung bei den Anlegern gesorgt als er am Freitag von einer möglichen baldigen Eindämmung der Geldflut sprach.

Zudem rückte auch die Diskussion um den US-Haushalt wieder stärker in den Vordergrund. Die Regierung in Washington wendet seit Monaten Notfallmassnahmen an, um das bei 16,7 Billionen Dollar liegende Schuldenlimit zu umgehen und so eine Zahlungsunfähigkeit zu vermeiden. Ohne eine Erhöhung der Obergrenze könnten die USA nach Einschätzung von Experten ab Mitte Oktober zahlungsunfähig werden. Hochrangige Vertreter der Demokraten und Republikaner rechnen zwar damit, dass bis Ende Monat eine Einigung zwischen den Parteien erzielt wird. Die Unklarheit, wie dies erreicht werden soll, sorgt Händlern zufolge aber für Verunsicherung im Markt.

Die Schweizer Bluechips gaben mehrheitlich nach. Zu den wenigen Gewinnern zählten die Aktien von Swiss Re, die ein Prozent gewannen. Die ungewöhnlich heftigen Hagelstürme in Deutschland im Juli kosten den Rückversicherer vor Steuern rund 240 Millionen Dollar. "Der Schaden ist zwar etwas höher als erwartet. Aber das erlaubt den Versicherern, bei zukünftigen Versicherungsabschlüssen höhere Prämien zu verlangen", sagte ein Händler. Auch die Kaufempfehlung und Kurszielerhöhung des Brokers Exane BNP unterstützte den Kurs, hiess es.

Etwas höher tendierte die Aktie von Richemont. Sie holte damit einen Teil der Gewinnmitnahmen der Vorwoche auf. Medienberichten zufolge hat Richemont die Investmentbank Nomura damit beauftragt, den Luxusgüterkonzern bei einem möglichen Verkauf der Marke Lancel zu beraten.

Einbussen von rund zwei Prozent verzeichneten die Aktien von Actelion und Adecco, die im laufenden Jahr auch überdurchschnittlich zugelegt haben.

Die Papiere der Grossbanken Credit Suisse und UBS büssten rund ein Prozent ein. Europaweit standen die Banken unter Abgabedruck. Der Branchenindex verlor ebenfalls ein Prozent. Es gebe Befürchtungen, dass das dritte Quartal für die Branche nicht so gut wie erhofft gelaufen sein könnte, sagte ein Händler.

Bei den als wenig krisenanfällig eingestuften Pharmawerten büssten Novartis und Roche je ein halbes Prozent ein. Für Sandoz-Familien-Stiftungspräsident und Novartis-Verwaltungsrat Pierre Landolt kommt eine Reduktion des Novartis-Anteiles von 3,3 Prozent "sicher nicht infrage". Eine Fusion mit der Konkurrentin Roche würde aus sachlichen Überlegungen Sinn machen, sagte Landolt in einem Interview der "Basler Zeitung" vom Samstag weiter. "Doch bald werden wir in beiden Unternehmen einen neuen Präsidenten haben. Das dürfte den Dialog einfacher machen. Ich will und werde nichts forcieren. Ich sage nur, dass ich es gerne sähe, wenn wir gemeinsam über ein europäisches Projekt nachdenken würden."

Mayer BurgerMBTN.S>, die am Freitag unter Druck standen, zogen gegen den Trend leicht an. Norges Bank, die im Juli eine Reduktion des Anteils an Meyer Burger auf unter fünf Prozent meldete, stockte ihre Beteiligung jetzt wieder auf 5,16 Prozent auf.