SMI steigt nach schwachem Start

Der Schweizer Aktienmarkt hat am Dienstag nach anfänglichem Zögern auf Erholungskurs eingeschwenkt.
01.03.2016 12:47
Die Aktien von Julius Bär schwingen am Dienstagmittag im SMI oben auf.
Die Aktien von Julius Bär schwingen am Dienstagmittag im SMI oben auf.
Bild: Bloomberg

Der Schweizer Aktienmarkt hat am Dienstag nach einem schwachen Start Fahrt aufgenommen und damit eine Gegenbewegung auf die Abgaben zum Wochenstart geschafft. Vor Handelsbeginn hatten Händler nach schwachen US-Vorlagen und enttäuschenden Wirtschaftsdaten aus China noch mit Verlusten gerechnet. Im Handel zeigt man sich nun vor allem beeindruckt, wie gelassen die chinesischen Börsen auf die Daten reagiert haben. Die Börse in Shanghai war um mehr als anderthalb Prozent gestiegen.

Denn die chinesische Notenbank hat zu einer neuen Konjunkturhilfe für das Land gegriffen: Indem sie den Mindestreservesatz für Banken gesenkt hat, steht diesen mehr Geld etwa für Kredite zur Verfügung. Der positiven Stimmung mag man am Berichtstag aber nicht so ganz trauen. Vielmehr rechne man vor den Notenbanksitzungen der EZB in der kommenden Woche und der Fed in der Woche darauf mit einer Seitwärtsbewegung. In der Schweiz steht derweil am Berichtstag eine Reihe von Unternehmensabschlüssen im Fokus.

SMI steigt nach schwachem Start

Der Swiss Market Index (SMI) steht um 12 Uhr 0,49% höher bei 7'881,76 Punkten. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, steigt um 0,69% auf 1'202,67 und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,66% auf 8'304,07 Punkte. Von den 30 SMI/SLI-Titeln stehen bis zwei alle im Plus.

Für Swiss Life geht es nach Jahreszahlen um 3,0% nach oben. Der Lebensversicherer habe sich in einem schwierigen Niedrigzinsumfeld sehr gut behauptet, sagten Händler. Der Gewinn stieg stärker als von Analysten erwartet. Allerdings hatten einige Marktteilnehmer mit einer noch höheren Dividende gerechnet. Die Ausschüttung steigt um zwei auf 8,50 CHF je Anteil. Die Papiere der Mitbewerber Swiss Re (+0,7%) und Zurich Insurance (+0,6%) fallen derweil nicht besonders auf.

Dafür aber die Papiere verschiedener zyklischen Unternehmen, die heute gekauft werden. So steigen etwa Aryzta um 3,4%, Adecco um 1,6%, Clariant um 1,1%, Swatch um 0,9% und Geberit um 0,8%. Auch LafargeHolcim (+0,7%) befinden sich wieder auf den Kaufzetteln der Anleger, auf das bisherige Jahr betrachtet allerdings war 2016 für den Zementhersteller ein Jammertal.

In Erwartungen der Jahreszahlen am morgigen Mittwoch verteuern sich Kühne+Nagel um 1,6%. Analysten rechnen bei tieferen Umsätzen mit einer Verbesserung der Rentabilität, was sich bereits in den Neun-Monats-Zahlen gezeigt hatte. Der Mitbewerber Panalpina allerdings hatte am Montag mit seinen Zahlen enttäuscht. Mit plus 5,8% zeigen Panalpina eine Gegenbewegung auf die gestrigen Abgaben.

Die defensiven Schwergewichte ziehen hingegen nicht alle mit. So sinken Roche am Tag der Generalversammlung um 0,1%. Die Spitze des Pharmakonzerns hat vor den Aktionären die Guidance für das laufende Jahr bekräftigt. Auch Novartis (+0,1%) sind dem SMI keine wirkliche Stütze, dagegen Nestlé als dritte der SMI-Grössen mit einem Plus von 0,8% schon. Dass defensive Aktien Anklang finden können, lässt sich auch an Swisscom (+1,3%) ablesen.

Im Rahmen des Gesamtmarktes bewegen sich die Aktien der beiden Grossbanken Credit Suisse (+0,5%) und UBS (+0,7%). Hauptthema im Handel seien nach wie vor die sich auftürmenden Rechtskosten bei den beiden Banken, respektive die Höhe der Rückstellungen. Julius Bär ziehen um eher deutliche 1,8% an.

Im Minus liegen neben Roche auch Transocean (-0,5%), die weiter mit dem Ölpreis schwanken.

Unterneghmenszahlen bewegen die Kurse

Im breiten Markt stehen nach Zahlen diverse Unternehmen im Fokus, so etwa Georg Fischer (Aktie +1,5%). Der Industriekonzern hat leicht höhere Gewinnzahlen als erwartet publiziert und spendiert etwas mehr Dividende. Nach dem Gusto der Anleger waren auch die Zahlen der GAM Holding, deren Valoren gar um 4,5% anziehen. Von den Experten bemängelt wird indes der schwache Neugeldzufluss des Vermögensverwalters.

Deutlich nach unten geht es nach Resultaten hingegen mit Oerlikon (-3,9%). Die ausgewiesenen Kennzahlen lagen bei Umsatz und Bestellungseingang in etwa im Rahmen der Expertenerwartungen, bei den Gewinnzahlen aber deutlich darunter. Die von der Investmentgruppe Renova des russischen Milliardärs Viktor Vekselberg kontrollierte Gruppe hat zudem mit sofortiger Wirkung den CEO ersetzt, was die Investoren verunsichert.

Mit Zahlen aufgewartet haben zudem die Immobiliengesellschaften Allreal (unverändert) und PSP (+0,2%), der Industriekonzern Arbonia Forster (-0,5%), die Genfer Kantonalbank (unverändert), die Jungfraubahn (+1,8%) sowie der Pharmakonzern Newron (-6,1%).

(AWP)