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«SMI steigt noch dieses Jahr auf 9000»

Trotz jüngster Korrektur erwartet Alfred Ritter ein freundliches Aktienjahr 2014. Im cash-Börsen-Talk sagt der ehemalige Anlagechef der Basler Kantonalbank zudem, weshalb die Credit-Suisse-Aktie Aufholpotenzial hat.
07.02.2014 01:00
Von Pascal Meisser
Alfred Ritter im cash-Börsen-Talk.
Bild: cash

Diese Woche hat die Schweizer Börse nach der Januar-Korrektur fürs Erste einen Boden gefunden. Nach den Gewinnen vom Donnerstag notiert der Leitindex SMI wieder dort, wo er bereits vor einem Monat gestanden hatte. Allerdings ist es nach Ansicht von Alfred Ritter durchaus möglich, dass die Aktienmärkte in den kommenden Wochen noch weiter tauchen.

"Bis zur ersten März-Woche bleibt die Fahrbahn an der Börse holprig", sagt Ritter im cash-Börsen-Talk, der sich seit diesem Jahr als Anlagechef der Basler Kantonalbank zurückgezogen hat und nun als Co-Leiter des Asset Managements der Basler Staatsbank fungiert. Für das zweite Quartal 2014 ist Ritter aber weit zuversichtlicher. "Die meisten Firmen haben in ihren Gewinnausweisen einen rosigen Ausblick vermittelt, das wird die Börsen weiter antreiben." 

Ritters erstes Ziel liegt auf "Mount-Everest-Höhe" bei 8848 Punkten. Danach dürfte der Swiss Market Index im Jahresverlauf erstmals seit sechs Jahren wieder über 9000 Zähler klettern. "Unser Jahresziel liegt bei 9100 Punkten, allerdings dürfte das Umfeld in der zweiten Jahreshälfte wieder deutlich schwieriger werden", sagt Ritter. 

CS-Aktie deutlich zurückgeblieben

Im Zentrum der abgelaufenen Woche standen die Gewinnausweise der beiden Grossbanken UBS und Credit Suisse - mit diametral unterschiedlichem Ausgang. Während die UBS die Prognosen übertraf und damit den eigenen Aktienkurs befeuerte, litten die Credit-Suisse-Valoren nach der Gewinnenttäuschung unter Abgaben. 

"Man sieht, dass die Börse das Geschäftsmodell der UBS honoriert", kommentiert Ritter die Aktienkursentwicklung. Im Gegensatz zur UBS, wo das Investment Banking als Gewinnlieferant diente, fuhr die Credit Suisse in dieser Sparte Verluste ein. Bei beiden Banken kommen zusätzlich Rückstellungen in Millionenhöhe für Rechtsfälle dazu. "Die Bankenbranche muss weiter gesunden, auch in der Schweiz", sagt Ritter. 

Guter Einstiegspunkt bei Syngenta

Die Aktien von Schweizer Banken stehen derzeit nicht auf seiner Empfehlungsliste. Dennoch sieht er beim Credit-Suisse-Titel Aufholpotenzial. Tatsächlich ist die zweitgrösste Bank der Schweiz über die letzten Jahre hinweg in Sachen Performance deutlich zurückgeblieben. Seit 2011 verzeichnen CS-Aktionäre einen Buchverlust von 40 Prozent, im gleichen Zeitabschnitt haben UBS-Aktien ihren Wert knapp gehalten. 

Deutlich zuversichtlicher ist Ritter für die Aktien des Saatgutherstellers Syngenta - obwohl der Titel in den ersten fünf Wochen des Jahres so viel an Wert verloren hat wie kein anderer SMI-Vertreter. "Die schlechten Zahlen sind inzwischen eingepreist, für mittel- und langfristig denkende Anleger ist jetzt ein guter Einstiegspunkt", sagt Ritter. Angesichts der unaufhörlich wachsenden Weltbevölkerung bleibe die Ernährung ein grosses Thema, und Syngenta sei in diesem Bereich gut positioniert.  

Im cash-Börsen-Talk äussert sich Ritter zudem zu den Kurs-Chancen von europäischen Bankenaktien und sagt, wieso sich ein baldiger Einstieg bei Titeln mit überdurchschnittlicher Dividendenrendite lohnen könnte.