SMI sucht Richtung - Galenica top

Der Schweizer Aktienmarkt ist am Montag wenig verändert gestartet und auch innerhalb der ersten dreissig Handelsminuten auf keine eindeutige Richtung eingeschwenkt.
09.01.2017 10:24
Die Anzeigetafel an der Schweizer Börse.
Die Anzeigetafel an der Schweizer Börse.
Bild: ZVG

Nach den starken Kursgewinnen in der Vorwoche lege der Markt eine Verschnaufpause ein, hiess es im Handel. Die US-Börsen waren am vergangenen Freitag nach dem recht positiven US-Arbeitsmarktbericht weiter vorgerückt. Dabei verfehlte der Leitindex Dow Jones im Tagesverlauf die Rekordmarke von 20'000 Zählern um weniger als einen Punkt. Die Börse in Tokio blieb zu Wochenbeginn feiertagsbedingt geschlossen.

Nach dem "Trump-Rally" werden mittlerweile allerdings immer mehr Stimmen laut, die bereits Übertreibungen sehen und vor Rückschlägen warnen. Entscheidend für die weitere Kursentwicklung wird auch die langsam anlaufende Berichtssaison sein. Während der vergangenen Wochen seien es Erwartungen an die "Trumponomics" gewesen, welche Börsen angeschoben hätten, hiess es im Handel weiter. Nun gehe es um Fakten. Hierzulande wird Sika am Dienstag mit dem Umsatzausweis für das vergangene Geschäftsjahr den Reigen eröffnen.

Der Swiss Market Index (SMI) notiert um 9.30 Uhr 0,05% tiefer bei 8'413,38 Punkten. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gewinnt 0,02% auf 1'329,22 Zähler und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,03% auf 9'168,58. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 14 im Plus, 13 im Minus und drei unverändert.

Galenica mit Kurssprung

Einen Kurssprung legen Galenica (+2,3%) hin, nachdem der langjährige Hauptaktionär Sprint die Beteiligung an der Berner Gesundheitsgruppe vollständig abgebaut hat. Da das Aktionariat nun keine Unsicherheit mehr berge, könnte laut ZKB-Analystin Sibylle Bischofberger die Aufspaltung von Galenica bereits im ersten Semester 2017 über die Bühne gehen. Galenica hatte dies für spätestens Ende Jahr in Aussicht gestellt. Die Aktien hatte u.a. aufgrund der Verkaufsabsichten von Sprint im letzten Jahr einen schweren Stand und gehörte zu den schwächsten Blue-Chips-Werten.

Überdurchschnittlich schneiden auch die Aktie der beiden Uhrenhersteller Swatch (+1,2%) und Richemont (+1,0%) ab. Für positive Stimmung gegenüber dem Sektor sorgen Aussagen von Jean-Claude Biver in der Wochenendepresse. Der Chef der Uhrenmarken Tag Heuer, Hublot und Zenith des Luxusgüterkonzerns LVMH ist überzeugt, "dass das neue Jahr unserer Industrie Wachstum bringen wird", wird er in der "Schweiz am Sonntag" zitiert.

Weitere Zykliker wie Dufry (+1,0%), Sika (+0,7%), SGS (+0,5%) und Schindler (+0,3%) sind gesucht.

Unter den Finanzwerten verzeichnen einzig CS (+0,1%) Kursgewinne, während UBS unverändert notieren und Julius Bär mit -0,3% schwächster Wert in diesem Segment sind. In der Vorwoche hatten alle drei Aktien allerdings stark zugelegt und die grössten Avancen unter den SMI-Werten gezeigt. Die UBS will laut einem aktuellen Bericht des "Wall Street Journal" den Anteil an ihrem Joint Venture im Bereich Investmentbanking in China auf die maximal zulässigen 49% erhöhen. Auf Gesamtgruppensicht habe die Nachricht mangels Grösse des chinesischen Ablegers praktisch keinen Einfluss, heisst es bei der ZKB. Sie unterstreiche jedoch, dass es der UBS mit ihren Ambitionen im Reich der Mitte ernst sei.

Die grössten Verluste verzeichnen Actelion mit -0,9%, ohne das allerdings kursrelevante News vorliegen. LafargeHolcim (-0,5%) sind schwächster Zykliker. Die drei Indexschwergewichte Nestlé, Roche und Novartis (je -0,1%) sind ebenfalls keine Stütze.

Meyer Burger gesucht

Am breiten Markt schiessen Meyer Burger um +6,7% hoch. Für die Aktie des Solarzulieferers hat Citigroup eine Kaufempfehlung ausgesprochen. Nach der erfolgreichen Kapitalerhöhung habe sich die Visibilität bezüglich der Bilanzsituation verbessert und die Liquiditätsrisiken seien nun wohl gelöst, heisst es. Zudem meldete Meyer Burger den Erhalt zweier Aufträge von bestehenden Kunden aus Asien im Volumen von über 20 Mio CHF.

Auch Addex (+4,3%) werden verstärkt nachgefragt, nachdem das Genfer Biopharma-Unternehmen für einen Produktkandidaten zur Behandlung von chronischer Osteoarthritis positive Studienresultate vorlegte.

Auch Valora (+4,0%) rücken etwas deutlicher vor. Finanzchef Tobias Knechtle zeigte sich in der Wochenendpresse zuversichtlich für das abgelaufene Geschäftsjahr 2016.

Bei den Verlierern fallen u.a. Leonteq mit -3,0% etwas deutlicher zurück.

(AWP)