SMI tritt bei dünnem Handel an Ort

Der Schweizer Aktienmarkt sucht am vorletzten Handelstag des Jahres nach einer klaren Richtung.
29.12.2016 12:59
An der Schweizer Börse ist am Donnerstag nur wenig los.

Nachdem der Leitindex SMI am Donnerstagvormittag kurzzeitig etwas deutlicher nach oben tendierte, tritt er am Mittag wieder auf der Stelle. In dem ohnehin dünnen Handel zwischen den Jahren machen Börsianer vor allem schwächere Vorgaben aus Übersee für den aktuellen Trend verantwortlich.

Gerade mit Blick auf die USA heisst es, dass dort eine Veränderung auf Investorenseite zu beobachten sei: Ging es für einige Wochen darum, die Erwartungen an eine Präsidentschaft unter Donald Trump an den Märkten einzupreisen, mache sich mit der nahenden Amtseinführung verstärkte Ernüchterung breit. Im Zuge der "Trump-Rally" seien viele positive Aspekte in die Kurse eingearbeitet worden. "Die Gefahr einer möglichen Korrektur ist sehr gross geworden", konstatiert ein Händler. In diesem Umfeld dürfte der Franken-Raum auch im kommenden Jahr ein sicherer Hafen sein und bleiben, so der Händler weiter.

Der Swiss Market Index (SMI) steht gegen 12.00 Uhr um 0,07% höher bei 8'262,45 Stellen. Auf Jahressicht wird der Leitindex ziemlich sicher ein Minus aufweisen. Aktuell steht er auf einem Abschlag von 6%, auf dividendenbereinigter Basis sind es rund 3%. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gibt um 0,06% nach auf 1'304,28 Zähler, während der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,08% auf 9'003,97 Punkte gewinnt. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 14 im Plus, 14 im Minus und zwei (LafargeHolcim und Dufry) sind unverändert.

Defensive Werte gefragt

Ein Blick auf das Kurstableau zeigt, dass tatsächlich die defensiven Anlagen aktuell besonders gefragt sind: Mit Roche (+0,6%) und Novartis (+0,5%) führen die beiden schwergewichtigen Pharmawerte die Gewinnerliste im SMI an. Das dritte Schwergewicht, Nestlé, folgt mit plus 0,1% in etwas Abstand.

Aber auch die als defensiv erachtete Swisscom sowie der Aromen- und Riechstoffhersteller Givaudan (beide +0,2%) zieren die Gewinnerliste.

Die deutlichsten Bewegungen sind an diesem Donnerstag aber auf der Verliererliste zu verzeichnen. Die Aktien der Credit Suisse (-2,1%) geben am deutlichsten nach. Die anderen beiden Bank-Titel UBS und Julius Bär (beide -0,4%) folgen. Bankaktien gehören europaweit zu den grössten Verlierern. Händler verweisen unter anderem auf Aussagen von Neil Dwane, Chefanlagestratege von Allianz Global Investors. Dieser macht im Interview mit dem deutschen "Handelsblatt" sehr deutlich, dass er Bankaktien derzeit nicht für empfehlenswert hält. Er begründet dies mit einer schwachen Entwicklung im Geschäft der vergangenen Jahre.

Dass die CS-Aktien aber so viel stärker fallen, begründen Händler mit einem zusätzlich belastenden Bericht des "Wall Street Journal". Demnach hat die US-Wertpapieraufsicht SEC wegen umstrittener Kredit an das südostafrikanische Land Mosambik eine Untersuchung eingeleitet. Die SEC untersucht demnach den Verkauf von Anleihen von Mosambik im Volumen von 850 Mio USD. Neben dem Schweizer Institut seien auch die französische BNP Paribas und die russische VTB von der Untersuchung betroffen.

Neben den Bankaktien gehören auch die Versicherungstitel zu den grössten Verlierern, angeführt von den Anteilsscheinen der Zurich (-0,3%), Bâloise und Swiss Life (beide -0,2%)

Mit Nachrichten machen im breiten Markt unter anderem DKSH (-0,4%) mit einem neuen Auftrag in Thailand von sich reden.

Das Biotechunternehmen Basilea (-1,0%) kündigt unterdessen eine personelle Veränderung an. Zum Jahresbeginn wird Ursula Eberhardt die neue Personalchefin des Unternehmens.

Der erst seit kurzem zum chinesischen Mischkonzern HNA gehörende Airline-Caterer Gategroup baut das Geschäft in der Flugverpflegung stark aus. Gategroup übernimmt von Air France die Kontrolle an der französischen Servair. Erst vor einer Woche hatte HNA den Vollzug der Gategroup-Übernahme mittgeteilt.

Bei den Aktien der Accu Holding steht zuletzt noch ein Gewinn von 2,9% zu Buche. Zu Handelsstart waren sie um mehr als 40% gestiegen, nachdem sie am Vortag um annähernd 40% gefallen waren. Auslöse der Berg-und Talfahrt ist die bevorstehende Handelsaussetzung. Das Unternehmen sei nicht mehr in der Lage, die Aufrechterhaltungspflichten zu erfüllen, hiess es von der SIX.

(AWP)