SMI tritt an Ort - Actelion erneut im Mittelpunkt

Der Schweizer Aktienmarkt macht am Donnerstag vor Weihnachten keine grossen Sprünge mehr.
22.12.2016 12:34
Der Hauptsitz von Actelion in Allschwil.
Der Hauptsitz von Actelion in Allschwil.
Bild: ZVG

Nach einer Eröffnung unter Vortagesniveau und einem vorübergehenden Anstieg in die Gewinnzone notiert der SMI mittlerweile wieder knapp im Minus. Bereits am Vortag ging es nach vier positiven Tagen in Folge erstmals wieder etwas nach unten. In Marktkreisen wird auf die bevorstehenden Festtage verwiesen, welche die Handelsvolumina naturgemäss absinken liessen.

Insgesamt habe sich die Stimmung an den Aktienmärkten nicht verschlechtert, aber für weitere Avancen fehlten derzeit massgebende Impulse, hiess es. So scheint es unwahrscheinlich, dass der SMI sein aktuelles Jahresminus von gut 6% bis zum Jahresende noch aufholen könnte, zumal viele Investoren ihre Bücher für das Gesamtjahr bereits geschlossen haben. So scheint also zumindest für den Moment das Dezember-Rally des SMI gebremst. Gewisse Impulse könnten allenfalls am Nachmittag noch aus den USA kommen. Dort werden unter anderem Zahlen zum BIP im Q3, zum Auftragseingang langlebiger Güter, zu den persönlichen Einkommen und Ausgaben und zum Frühindikator vorgelegt.

SMI kommt nicht vom Fleck

Der Swiss Market Index (SMI) verliert bis um 11.40 Uhr 0,03% auf 8'231,39 Punkte. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, legt dagegen um 0,08% auf 1'300,51 Punkte zu und der breite Swiss Performance Index (SPI) minimst um 0,01% auf 8'958,91 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 14 im Minus, 13 im Plus und 3 unverändert.

Actelion ziehen mit einem Plus von 3,2% stark an, wobei der Titel im frühen Geschäft noch deutlich höher und im Maximum bei über 232 CHF gestanden hat. Am Vortag hatte das Papier gar über 6% an Wert gewonnen. In einer neuen Wendung des wochenlangen Übernahmepokers hatte das Allschwiler Unternehmen am Vorabend mitgeteilt, wieder in "exklusiven Verhandlungen" über eine "mögliche strategische Transaktion" mit dem US-Konzern Johnson & Johnson zu stehen. Damit sei die Wahrscheinlichkeit wieder deutlich höher, dass es zu einem Deal komme, heisst es am Markt.

Dahinter zeigen Dufry (+1,6%) noch nennenswerte Avancen. Für Dufry hat Goldman Sachs das Kursziel etwas erhöht und das Rating "Buy" bestätigt.

In den Top-5 befinden sich noch Sonova (+0,7%), Swiss Re (+0,5%) und SGS (+0,4%).

Roche (+0,1%) stehen derzeit nur noch knapp in der Gewinnzone. Der Pharmakonzern hat den Markt kurz vor dem Jahreswechsel mit einer Vielzahl von Nachrichten überrascht. Unter anderem wurde in einer Phase-III-Studie mit dem Mittel Emicizumab (ACE910) in der Behandlung von Patienten mit Hämophilie A der primäre Endpunkt erreicht. Ausserdem hat die japanische Roche-Tochter Chugai für das Mittel Avastin vom japanischen Ministerium für Gesundheit, Arbeit und Soziales den "Orphan Drug Status" für eine bestimmte Anwendung erhalten.

Novartis befinden sich mit einem unveränderten Stand in unmittelbarer Nachbarschaft zu Roche. Der zweite im SMI gelistete Pharmamulti hat am Vorabend Stellung genommen zu der in Kolumbien verordneten Preissenkung für das Krebsmedikament Glivec. Novartis will sich dagegen wehren. Weiter haben die Basler über den Verkauf des Krebsmittels Odomzo berichtet.

Auf der Gegenseite sind die Kursausschläge ebenfalls nicht sehr ausgeprägt. Als schwächste Werte präsentieren sich Aryzta (-0,8%), UBS (-0,6%) sowie LafargeHolcim, Galenica und Swisscom mit einem Minus von je 0,4%.

Banken etwas unter Druck

Julius Bär (-0,2%) und CS (-0,1%) halten sich etwas besser als UBS. Gleichwohl bleibt die Stimmung im Bankensektor wegen der Ungewissheit über die Finanzierung der italienischen Banca Monte dei Paschi die Siena belastet.

Im breiten Markt verzeichnen Emmi ein Minus von 0,2%. Der Milchverarbeiter hat am Morgen die Übernahme von 80% am spanischen Ziegenmilchverarbeiter Lácteos Caprinos bekanntgegeben. Die Akquisition ist mit einem zusätzlichen Umsatz von rund 13 Mio EUR zwar klein, sie wird aber beispielsweise von der Bank Vontobel als strategisch sinnvoll bezeichnet und bei der ZKB als "klein aber fein".

Pax Anlage (+2,3%) legen nach einer positiven Gewinnwarnung klar zu, wogegen Perrot Duval ebenfalls nach Zahlen praktisch unverändert stehen. Auffallend ist der massive Kurssprung von Kuros (+14%). Bereits am Vortag hatte die Aktie des Biotechunternehmens um so viel zugelegt, dies nach Fortschritten mit dem Produktkandidaten Neuroseal.

(AWP)