SMI tritt an Ort – Actelion wieder im Aufwind

Der Schweizer Aktienmarkt hat am Mittwoch bislang keine eindeutige Richtung gefunden und notiert am Mittag insgesamt kaum verändert.
21.12.2016 12:46
Ein Mitarbeiter von Actelion im Labor.
Ein Mitarbeiter von Actelion im Labor.
Bild: ZVG

Im ruhigen vorweihnachtlichen Handel hätten sich auch die Impulse der US-Börsen abgeflacht, hiess es am Markt. Die Wall Street hatte am Dienstagabend zwar freundlich geschlossen, der Leitindex Dow Jones verfehlte allerdings den Sprung über die Schwelle von 20'000 Punkten erneut knapp.

Die wieder angestiegenen geopolitischen Spannungen würden die Investoren allerdings offenbar kurz vor der Weihnachtspause nicht allzu stark beeindrucken, meinte ein Händler. Dagegen lasteten neue schlechte Nachrichten zur angeschlagenen italienischen Traditionsbank Monte dei Paschi auf den Finanzwerten. Am Nachmittag stehen noch einige Nachrichten von Konjunkturseite auf dem Programm, darunter aus der EU Daten zur Konsumentenstimmung und aus den USA Daten zum Häusermarkt sowie der Ölbericht des Energieministeriums.

SMI tritt an Ort

Der Swiss Market Index (SMI) notiert am Mittag um 0,02% im Minus auf 8'241,15 Punkten. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, notiert praktisch unverändert bei 1'300,42 Zähler, und der breite Swiss Performance Index (SPI) gewinnt 0,05% auf 8'969,25 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 19 im Minus, acht im Plus und drei unverändert.

Die Titel des Biotech-Unternehmens Actelion (+5,5%) legen wieder deutlich zu, nachdem die Kurse in den beiden vergangenen Tagen wegen wachsender Zweifel der Investoren über eine bevorstehende Übernahme von ihren Höchstkursen abgebröckelt waren. Für die verbesserte Stimmung sorgt nun eine Meldung der Nachrichtenagentur Reuters, wonach in den Übernahmegesprächen mit dem französischen Sanofi-Konzern Fortschritte erzielt worden seien. Zudem würden die Actelion-Verantwortlichen bei einem Verhandlungsabbruch wohl einen "Investoren-Aufstand" riskieren, heisst es im Bericht.

Die Pharmaschwergewichte Novartis (-0,1%) und Roche (-0,2%) lasten auf den Indizes. Roche hatte am Vorabend mitgeteilt, dass sich der Zulassungsantrag für das Roche-Medikaments Ocrevus zur Therapie von Multipler Sklerose (MS) bei der US-Gesundheitsbehörde um rund drei Monate verzögert. Analysten zeigen sich davon allerdings nicht beunruhigt. Die ZKB geht für Ocrevus weiterhin von einem Umsatzpotenzial von mehr als 3 Mrd CHF aus.

Die Aktien des Nahrungsmittelkonzern Nestlé (+0,2% auf 73 CHF) erhalten etwas Rückenwind von einer Studie von Baader Helvea, in der das Brokerhaus seine Kaufempfehlung bei einem Kursziel von 80 CHF bekräftigt.

Banken leicht im Minus

Die Grossbankenwerte UBS (-0,2%) und CS (-0,7%) sind wie andere europäische Bankenwerte unter Druck geraten. Laut Berichten könnte der angeschlagenen Traditionsbank Monte dei Paschi di Siena (BMPS) das Geld schneller ausgehen als zuletzt vermutet. Derweil hat die Wettbewerbskommission (Weko) diverse Grossbank wegen Absprachen bei Referenzzinssätzen sanktioniert, die CS erhält allerdings nur eine geringe Busse von 2 Mio CHF und der UBS wird die Geldstrafe erlassen.

SGS (-0,2%) fallen leicht zurück. Der Warenprüfkonzern übernimmt in Marokko ein kleines auf Nahrungsmittelprüfung spezialisiertes Unternehmen. Im Minus notieren auch eine Reihe weiterer zyklischer Titel, darunter die am Vortag noch festen Swatch (-0,4%), ABB (-0,7%) oder die weiterhin nahe am Jahreshoch notierenden Adecco (-0,9%).

Am breiten Markt findet eine Akquisition des Schliesstechnikunternehmens Dormakaba (+4,9%) den Beifall der Investoren. Das Unternehmen übernimmt vom US-Unternehmen Stanley Black & Decker die "Mechanical-Security"-Geschäfte für einen Kaufpreis von 725 Mio USD in bar. Auch wenn der Kauf kein "Schnäppchen" sei, sei die industrielle Logik hinter der Übernahme überzeugend, meint etwa die ZKB.

Die Implenia-Aktien (+2,0%) sind am Vormittag auf neue Höchstwerte geklettert, nachdem der Baukonzern zwei Aufträge in Norwegen im Gesamtwert von 65 Mio CHF vermelde hat. Das Pharmaunternehmen Kuros (+3,6%) hat die Einreichung eine Zulassungsantrags für sein Wundversiegelungsmittel Neuroseal in der EU bekanntgegeben.

(AWP)