SMI tritt an Ort - Schweizer Anleger warten vor US-Zinsentscheidung ab

Zwei Tage vor der mit Spannung erwarteten Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed hat sich der Handel an der Schweizer Börse in ruhigen Bahnen abgespielt.
13.03.2017 17:30
Paradeplatz in Zürich mit UBS (hinten) und Credit Suisse (rechts). Die Bankaktien gehören am Montag zu den Verlierern im SMI.
Paradeplatz in Zürich mit UBS (hinten) und Credit Suisse (rechts). Die Bankaktien gehören am Montag zu den Verlierern im SMI.
Bild: cash

"Wir treten auf der Stelle, so wie wir es auch in der vergangenen Woche vor der EZB gemacht haben", sagte ein Händler am Montag. Zudem fehlten andere kursbewegende Impulse. Der SMI notierte mit 8690 Punkten um 0,2 Prozent höher.

Abwarten und Teetrinken sei die angesagte Strategie, kommentierte die Zürcher Kantonalbank (ZKB). Die konjunkturellen Aussichten seien sehr gut und eine Korrektur könnte sich daher nur als kurzfristiges Phänomen entpuppen. Die Charttechnik liefere bislang ebenfalls keine ernstzunehmenden Warnsignale.

Von der Fed wird eine Zinserhöhung erwartet. Zudem könnte Fed-Chefin Janet Yellen die Gelegenheit nutzen, um die Märkte auf weitere Zinsschritte vorzubereiten.

Mit der Parlamentswahl in den Niederlanden, die ebenfalls am Mittwoch ansteht, machten Händler einen weiteren Unsicherheitsfaktor aus. Ein Sieg des europakritischen rechtspopulistischen Kandidaten Geert Wilders könnte Signalwirkung für die erste Runde der französischen Präsidentschaftswahl im April haben, hiess es am Markt.

Aryzta grenzt Verluste ein

Daher richteten die Anleger ihren Blick auf die Firmen, die ihren Geschäftsbericht veröffentlicht haben. Dabei stand Aryzta im Zentrum des Interesses. Ein enttäuschendes Ergebnis liess die Aktien des Herstellers von Tiefkühlbackwaren bei sehr grossen Umsätzen um bis zu zehn Prozent einbrechen. Zuletzt betrug das Minus noch 2,4 Prozent. Der Gewinn schrumpfte im ersten Halbjahr um gut ein Fünftel auf 109,4 Millionen Euro. Firmenchef Owen Killian und weitere Manager verlassen den Konzern bereits per Ende März. "Da das Management früher als angekündigt ausscheidet und der Verwaltungsrat keine Prognose geben kann, befürchten wir, dass die Gesamtsituation von Aryzta weiterhin sehr kritisch ist", sagte Jean-Philippe Bertschy von der Bank Vontobel.

1,9 Prozent verloren die Aktien von Helvetia. Der Versicherer hat 2016 den Gewinn um gut ein Fünftel auf 376,6 Millionen Franken gesteigert. Die Aktionäre erhalten eine zehn Prozent höhere Dividende von 21 Franken je Aktie. Damit habe Helvetia die Erwartungen beim Gewinn verfehlt, hiess es in einem Marktkommentar von Kepler Cheuvreux. Vontobel stufte den Titel ausserdem auf "Hold" von "Buy" herab.

Trotz eines guten Ergebnisses verloren die Aktien von Hochdorf 0,6 Prozent. Gewinnmitnahmen und die Ankündigung der Emission einer Wandelanleihe lasteten laut Händlern auf dem Aktienkurs. Der Milchpulverhersteller begibt eine dreijährige, zu 3,5 Prozent verzinste Pflichtwandelanleihe über 218,5 Millionen Franken.

Bei den Standardwerten hielten sich Gewinner und Verlierer die Waage. Mit rund 0,5 Prozent verbuchten die Aktien von Credit Suisse und UBS den grössten Abschlag.

Die Hoffnung auf eine Belebung der Weltwirtschaft schoben die Aktien von zyklischen Firmen wie LafargeHolcim, Givaudan, SGS und Adecco an.

Die Anteile von ABB notierten eine Spur schwächer. Der Betrugsfall in Südkorea belastet den Vorsteuergewinn 2016 mit 73 Millionen Dollar, wie der Elektrokonzern im Geschäftsbericht mitteilte. Diese Summe liege wegen der erwarteten Versicherungszahlungen unter den ursprünglich geschätzten 100 Millionen Dollar.

Von den beiden Pharmaschwergewichten waren Novartis 0,4 Prozent schwächer und Roche legten 0,4 Prozent zu.

Nestlé gefragt

Die Aktie von Nestle stieg um 0,6 Prozent. Eine Erholung bei der kränkelnden Marke Yinlu in China brauche Zeit, sagte Nestle-Asien-Chefin Wan Ling Martello der "Schweiz am Wochenende". Der Nahrungsmittelkonzern arbeite mit den Joint-Venture-Partnern, die die Minderheit halten und die Firma führen, zusammen und werde "eventuell noch im ersten Quartal mehr sagen können", sagte Martello.

Geberit gewannen 0,5 Prozent. Die Sanitärtechnikfirma veröffentlicht am Dienstag ihren Jahresgewinn.

Die Anteile von Galenica gewannen bei guten Umsätzen 0,8 Prozent. Marktteilnehmer hoffen, dass die Pharma- und Apothekenfirma am Dienstag zusammen mit der Bilanz auch Details zum geplanten Börsengang der Apotheken-Sparte bekanntgeben wird.

Die Aktien von Leonteq verloren mit einem Kursabschlag von 3,1 Prozent einen Teil des Vorwochengewinns.

(Reuters)