SMI tritt an Ort - US-Politik lähmt Schweizer Börse

Die Schweizer Börse hat am Freitag leicht nachgegeben. Das Geschäft war Händlern zufolge richtungslos und umsatzschwach.
24.03.2017 17:30
Adecco - ein Zückerchen fürs Depot: Die Aktien standen am Freitag an der SMI-Spitze.
Adecco - ein Zückerchen fürs Depot: Die Aktien standen am Freitag an der SMI-Spitze.
Bild: Bloomberg

Das politische Hin und Her in den USA hielt die Anleger zum Wochenschluss fern, sagten Händler. Der SMI gab 0,2 Prozent auf 8614 Punkte nach. Gegenüber der Vorwoche ergibt sich ein Minus von 0,9 Prozent.

Die Verschiebung der Abstimmung über die Gesundheitsreform von US-Präsident Donald Trump im Repräsentantenhaus schürte Marktteilnehmern zufolge Zweifel am "Trump-Boom" der Börsen und sorgte für Rätselraten unter den Anlegern. "Wie weiter, wenn nicht abwarten, lautet die Frage", sagte ein Händler. Die Abstimmung war wegen unklarer Erfolgsaussichten verschoben worden. Trump verlangte daraufhin ultimativ ein Votum am Freitag. Experten zufolge fehlt ihm bei einer Ablehnung der Gesundheitsreform der finanzielle Spielraum für seine geplanten Steuersenkungen und Infrastruktur-Investitionen. "Bei einem Scheitern könnten sich die hochtrabenden Versprechen in Luft auflösen", sagte ein Händler.

Abflauendes Interesse an der CS

Keine Wellen schlug der Geschäftsbericht der Credit Suisse. Die Aktien legten im Gegensatz zum nachgebenden Sektor 0,3 Prozent zu. Händlern zufolge liess das Interesse nach anfänglichen Deckungskäufen rasch nach. Am Donnerstag war der Kurs wegen Spekulationen über eine milliardenschwere Kapitalerhöhung um zwei Prozent gefallen. "Und das gestern war eine klare Übertreibung", sagte ein Börsianer. Dass die Bank Kapitalbedarf habe, sei nichts Neues. Konzernchef Tidjane Thiam erhält trotz des erneuten Milliardenverlusts der Bank 2016 mit 11,9 Millionen Franken deutlich mehr Lohn als ein Jahr zuvor.

Die Aktien von Rivale UBS sanken um 0,5 Prozent. Die Titel der Vermögensverwalter Julius Bär, EFG International und Vontobel gaben ebenfalls nach.

Die Versicherungstitel gaben meist nach. Bei Baloise strichen Anleger einen Teil der Vortagesgewinne ein, der Kurs sank um 0,2 Prozent.

Von den Index-Schwergewichten verlor Nestle 0,3 Prozent an Wert und Novartis gab 0,5 Prozent nach. Die Roche-Titel zogen 0,1 Prozent an.

Bei den Aktien zyklischer Firmen setzte sich kein klarer Trend durch. Die Aktien des Elektrotechnikkonzerns ABB, des Zementproduzenten LafargeHolcim und der Sanitärtechnikfirma Geberit schwächten sich leicht ab. Mit leicht höheren Kursen wartetn die Anteile der Luxusgüterhersteller Richemont und Swatch sowie des Personalvermittlers Adecco auf.

Die Anteile von Sygnenta zogen 0,5 Prozent an. Die EU-Wettbewerbshüter dürften die 43 Milliarden Dollar schwere Übernahme durch ChemChina Insidern zufolge kommende Woche durchwinken.

Am breiten Markt wurden die Aktien von Galenica um 2,4 Prozent tiefer gehandelt. Die Gruppe will nach Börsenschluss Zeitpunkt, Umfang und Preisspanne des Börsengangs der Apotheken-Sparte bekanntgeben. Es dürfte einer der grössten Börsengänge der vergangenen Jahre in der Schweiz werden.

Die Aktien von Advaltech stiegen um 7,6 Prozent. Der Autozulieferer hat 2016 die Wende geschafft und einen Gewinnsprung auf 39,7 Millionen Franken erzielt.

Die Aktien von Panalpina sanken um 1,2 Prozent. Goldman Sachs hat den Logistikkonzern zum Verkauf empfohlen.

Aufgefrischte Übernahmefantasie trieb die Aktien des Pharmaunternehmens Basilea gut 2 Prozent hoch.

Nach einem volatilen Kursverlauf notierten die Cosmo-Anteile 1,7 Prozent im Plus. Die Pharmafirma schnitt 2016 besser ab als erwartetet und will nach guten klinischen Daten mit LuMeBlue und Rifamycin in den USA eine eigene Marketing- und Vertriebsorganisation aufbauen. Das ist allerdings mit hohen Kosten verbunden. 

(Reuters)