SMI unter Druck - Abgaben zum Quartalsschluss - Geberit von Abstufung belastet

Der SMI zeigt sich am Freitag schwächer. Auf das Ende des starken ersten Quartals 2017 dürften einige Anleger noch Gewinne einstreichen, nachdem der Leitindex SMI noch am Vortag auf ein Jahreshoch geklettert war.
31.03.2017 12:45
Ampel bei der Schweizer Börse SIX in Zürich zeigt rot.

Insgesamt sei das Marktgeschehen für ein Quartalsende allerdings relativ ruhig - so seien die Volumina eher bescheiden, sagte ein Händler in Zürich.

Weltweit haben die Aktienmärkte auf dem Rücken der "Trump-Rally" den besten Jahresstart seit dem Jahr 2013 erlebt. Dies sei "umso beeindruckender", wenn man bedenke, dass es in den USA innerhalb von drei Monaten zwei Zinserhöhungen gab, betonte ein Marktanalyst. Allerdings stehen nun am Nachmittag noch eine Reihe von Konjunkturzahlen aus den USA an, die den Markt noch bewegen könnten - darunter Daten zur Stimmung der Einkaufsmanager und der US-Konsumenten.

Der Swiss Market Index (SMI) liegt gegen 11.50 Uhr 0,49% im Minus bei 8'661,53 Punkten. Im Wochenvergleich resultiert damit ein Plus von 0,6%, seit Jahresbeginn hat der Leitindex um 5,4% zugelegt. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gibt derweil 0,47% auf 1'373,40 Punkte nach und der breite Swiss Performance Index (SPI) verliert 0,25% auf 9'634,53. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 21 im Minus und neun im Plus.

Geberit mit Abschlägen

Deutliche Abschläge müssen weiterhin Geberit (-3,3%) hinnehmen, nachdem die US-Investmentbank Goldman Sachs ihre Handelsempfehlung auf "Neutral" von bisher "Buy" zurückgenommen hat. Zudem werden die Titel von der "Pan-European Buy List" der US-Investmentbank gestrichen. Seit der Aufnahme auf die Liste hätten die Titel des Sanitärtechnikkonzerns um über 40% zugelegt, heisst es im Kommentar. Allerdings habe das vierte Quartal enttäuscht, zudem dürfte Gegenwind durch höhere Rohstoffkosten kommen.

Die stärksten Kurseinbussen entfallen auf Zurich (-5,0% respektive 13,90 CHF), allerdings werden die Titel erstmals ohne die Dividende von 17 CHF gehandelt. Die weiteren Versicherungswerte Bâloise (-0,9%), Swiss Life (-0,5%) sowie Swiss Re (-0,3%) geben ebenfalls nach.

Belastet werden die Indizes von Abgaben der Börsen-Schwergewichte Novartis (-0,3%) und Roche (-0,1%) sowie Nestlé (-0,6%). Das Aktienresearch von Barclays hat das Rating für die Nestlé-Titel auf "Equal Weight" von "Overweight" gesenkt, die Analysten der britischen Bank sehen derzeit keine Kurstreiber für die Titel des Nahrungsmittelkonzerns.

Bei den Grossbankenaktien legen UBS (+0,4%) zu, während CS (-0,7%) nach Berichten über Razzien von Steuerbehörden in CS-Büros in mehreren europäischen Ländern ins Minus gerutscht sind.

Zu den Tagesgewinnern zählen Actelion (+0,8%), die mit 281,70 CHF über dem von Johnson&Johnson gebotenen Übernahmepreis von 280 USD notieren, allerdings erhalten die Aktionäre auch noch Anteile am Forschungs- und Entwicklungsteil, der unter dem Namen "Idorsia" abgespalten wird. Mit Ende der offiziellen Angebotsfrist hält J&J 77,2% an Actelion, Bedingung für das Zustandekommen der Übernahme ist die Andienung von mindestens 67% aller Aktien.

Die Titel des Duty Free-Anbieters Dufry (+1,8%) setzen den Anstieg der vergangenen Tage fort. Gemäss Medienberichten vom Wochenanfang soll sich die chinesische HNA Gruppe, die in der Schweiz bereits Gategroup, SR Technics und Swissport aufgekauft hatte, für eine Beteiligung an Dufry interessieren.

Am breiten Markt haben am Vormittag einige kleine Unternehmen ihre Jahreszahlen 2016 vorgelegt, darunter der Vakuumventil-Spezialist VAT (Titel unverändert). Die Aktien des Pharmaunternehmens Cosmo (-6,2%) geben stark nach, nachdem diverse Aktionäre gut 9% des Aktienkapital zu einem Abschlag von 8,3% gegenüber dem Schlusskurs vom Donnerstag platziert haben.

Die Titel der unter Druck des Hedgefonds RBR stehenden Vermögensverwalterin GAM notieren am Mittag unverändert. Die am Vortag den Investoren präsentierten RBR-Vorschläge zur Steigerung der Profitabilität von GAM werden von Analysten zurückhaltend kommentiert - die Vorgaben erschienen "recht sportlich", meint etwa die ZKB.

(AWP)