SMI verharrt auf der Stelle - Erholung unterbrochen

Der SMI pendelt am Montagmittag in einer engen Spanne um seinen Vortagesschlusskurs. Nachdem der Leitindex freundlich gestartet war, gab er im weiteren Handelsverlauf seine Gewinne schnell ab.
04.07.2016 12:52
Die Schweizer Börse startet weinig verändert in die neue Woche.
Die Schweizer Börse startet weinig verändert in die neue Woche.
Bild: ZVG

Ein Händler nennt den Markt unentschieden. Auffällig sei, dass die Erholung besonders deutlich in den defensiven Werten stattfinde. Zykliker und Banken hinkten eher hinterher. Insgesamt traue er der jüngsten Entwicklung noch nicht ganz, ergänzt der Börsianer. Zuletzt waren die warnenden Stimmen, dass sich die Märkte nach dem Brexit-Schock zu schnell zu deutlich erholt hätten, lauter geworden. Dass die Erholung noch nicht in allen Asset-Klassen angekommen sei, zeige auch ein Blick auf den Bondmarkt, so der Händler. Selbst Schweizer Eidgenossen mit Laufzeiten von knapp 50 Jahren weisen mittlerweile eine negative Rendite auf.

Der Swiss Market Index (SMI) steht um 12.05 Uhr um 0,03% höher bei 8'087,34 Zählern. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gibt dagegen um 0,21% nach auf 1'190,86 Zähler und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,04% auf 8'733,24 Punkte. Von den 30 Blue Chips stehen 22 im Minus und der Rest im Plus.

Angeführt wird die Verliererliste von Zyklikern wie Adecco (-1,8%), Dufry (-0,9%) und zahlreichen Finanztiteln wie Bâloise (-1,3%), Swiss Life (-1,2%) und Swiss Re (-0,9%). Ergänzt werden die Versicherer von den Aktien der drei Banken Julius Bär, UBS und CS, die zwischen 0,3 und 0,9% zurückfallen.

CS-Chef bittet um Geduld

Nachrichten gab es hier nur von der CS. Ihr Chef, Tidjane Thiam, mahnt die Anleger im "SonntagsBlick" angesichts des derzeit tiefen Aktienkurses zur Geduld. Die Aktie der Grossbank fiel in der vergangenen Woche auf einen Rekord-Tiefstand. Zudem berichtete die NZZ, dass bei Analysten die Zweifel am Kapitalpolster der Credit Suisse steigen.

Unter den Zyklikern sind ABB (-0,3%) im Handelsverlauf ins Minus gedreht. Sie hatten zusammen mit Adecco in der Vorwoche gegen den Trend weiter an Wert verloren.

Dass der Markt nicht weiter abrutscht, liegt vor allem an den beiden Schwergewichten Novartis (+0,7%) und Nestlé (+0,3%). Dabei profitieren Novartis von einem Bericht der "Sonntagszeitung" vom Wochenende, wonach der Pharmakonzern seine milliardenschwere Beteiligung am Wettbewerber Roche noch in diesem Jahr verkaufen will. Die Anteile sollten an institutionelle Investoren veräussert werden, heisst es ohne Angabe von Quellen. Dass sich Novartis von den Anteilen trennen will, hatte der Konzern bereits zuvor deutlich gemacht. Roche (-0,3%) wiederum reagieren mit Verlusten auf die Aussicht, einen stabilen Aktionär zu verlieren.

Neben den beiden Schwergewichten können sich noch die Papiere von Givaudan und Syngenta (beide +0,4%) im Plus halten.

Wirklich deutliche Kursbewegungen gibt es zum Wochenauftakt vor allem im breiten Markt. Die Anteilsscheine von Sulzer ziehen um 8,2% an, nachdem der Industriekonzern mitgeteilt hat, die deutsche Geka GmbH zu übernehmen. Der Unternehmenswert der Transaktion wird auf 260 Mio EUR veranschlagt. Laut Vontobel-Analyst eine positive Entscheidung. Ein Händler hebt hervor, der Zukauf mache Sinn und sei definitiv die bessere Variante, um überschüssiges Kapital einzusetzen.

Kursgewinne verzeichnen ausserdem noch Micronas, Kardex (beide +3,5%) und Newron (+3,4%).

Am anderen Ende sind - wie bei den Blue Chips - vor allem Finanzwerte zu finden. Die Aktien des Vermögensverwalters EFG (-3,7%), der Bank Coop (-3,4%) und in etwas Abstand die Papiere der Bank Vontobel (-2%) gehören zu den schwächsten Werten.

Spannend bleibt es derweil auch bei Gategroup (-3,0). Die Übernahme des Airline-Caterers durch den chinesischen Mischkonzern HNA ist noch nicht gesichert. HNA hat laut dem provisorischen Zwischenergebnis die Mindestandienungsquote von 67% noch nicht erreicht.

(AWP)