SMI verliert auf breiter Front

Der Schweizer Aktienmarkt büsst am Montag im frühen Geschäft deutlich an Terrain ein.
29.02.2016 10:25
Die Schweizer Börse startet mit Verlusten in die neue Woche.
Die Schweizer Börse startet mit Verlusten in die neue Woche.
Bild: cash

Nach zwei Tagen mit guten Avancen und einer letztlich gehaltenen Gesamtwoche geht es damit zum Monatsultimo vorerst wieder abwärts. Aktuell zeichnet sich für den Februar ein Minus von über 6% ab. Die Vorgaben aus New York vom Freitagabend sind zwar nur leicht negativ, diejenigen aus Asien vom Montagmorgen indes deutlich. Für ein schwaches Sentiment sorgt der am Wochenende durchgeführte G-20-Gipfel in Shanghai, welcher allgemein als Enttäuschung bezeichnet wird.

Die Politiker würden noch immer nicht genügend Druck seitens der Märkte verspüren, hiess es etwa als Kommentar. Trotz der Konjunkturrückschläge und Börsenturbulenzen seien keine neuen Aktionsprogramme oder besonders mahnende Worte gefasst worden. Die an den Börsen zuletzt besonders eng beobachteten Rohölpreise und auch der Eurokurs traten derweil am Morgen weitgehend auf der Stelle.

SMI verliert über ein Prozent

Der Swiss Market Index (SMI) steht um 09.30 Uhr 1,06% tiefer bei 7'793,33 Punkten. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gibt 0,97% auf 1'184,33 Punkte nach und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,84% auf 8'207,20 Punkte. Von den 30 SMI/SLI-Titel notieren bis auf Syngenta alle im Minus.

Die Bank Safra Sarasin bezeichnet die anstehende Woche für die Märkte als entscheidend: Selten stünden in einer einzigen Woche dermassen viele wichtige politische Events und konjunkturelle Daten auf der Agenda. Alle hätten dabei für sich allein das Potenzial, den Aktienmarkt zurück auf Erholungskurs zu bringen oder einen weiteren Sell-Off auszulösen. Hervorgehoben werden etwa die zahlreichen US-Primärwahlen am (morgigen) "Super Tuesday", die Veröffentlichung des Konjunkturberichts der US-Notenbank Fed ("Beige Book") am Mittwoch oder der US-Arbeitsmarktbericht am Freitag.

Unter den Einzelwerten gehören am Montag Transocean (-1,7%) mit zu den grössten Verlierern. Die Titel hatten allerdings getrieben vom anziehenden Ölpreis und gestützt von den Mitte vergangener Woche vorgelegten Zahlen am Freitag knapp 13% zugelegt.

Schwache Finanzwerte

Schwach präsentieren sich auch einige Finanzwerte wie CS (-1,9%), Zurich (-1,8%), Julius Bär (-1,6%) und UBS (-1,3%). Im Zusammenhang mit der Credit Suisse wurde übers Wochenende der Abgang des Russland-Chefs bekannt. Im entsprechenden Medienbericht erwähnte Rückstellungen von 250 Mio CHF, welche die Bank wegen eines Rechtsstreites mit dem ehemaligen georgischen Ministerpräsidenten Bidsina Iwanischwili getätigt haben soll, kommentierte ein Sprecher der Bank nicht.

Die beiden Pharma-Schwergewichte Roche (-1,5%) und Novartis (-1,1%) sind ebenfalls keine Stütze. Beide Unternehmen haben übers Wochenende positive, aber letztlich wenig kursunterstützende Produktenews publiziert. Nestlé halten sich als dritter der SMI-Giganten mit einem Minus von 0,9% nur minim besser.

Als einzige Gewinner stehen Syngenta (+0,2%) da. Im Zusammenhang mit der geplanten Übernahme des Basler Agrochemie-Konzerns durch ChemChina hiess es in der angelsächsischen Presse, dass die Banken zur Finanzierung des milliardenschweren Deals Schlange stünden. Sehr moderate Abgaben verzeichnen derweil Swiss Re und Swiss Life (je -0,1%).

Im breiten Markt büssen nach Zahlen Panalpina (-3,7%) deutlich an Wert ein. Vor allem beim Umsatz hat der Transportdienstleister die Erwartungen klar verfehlt, aber auch die Gewinnziffern lagen am unteren Ende der Prognosen. Panalpina hat darüber hinaus bereits am Freitag nach Börsenschluss mit Stefan Karlen einen internen Nachfolger auf dem CEO-Posten präsentiert. Er folgt auf Peter Ulber, welcher das VR-Präsidium übernehmen soll.

Ebenfalls nach Zahlen geben Basilea (-1,2%) etwas nach, wogegen Bellevue Group (+1,5%) von diesen etwas Rückenwind erhalten.

Gategroup (-1,5%) hat am Morgen die Verlängerung verschiedener Verträge bekanntgegeben, was positiv gewertet werden kann. Weiterhin lastet allerdings der Streit zwischen einer Aktionärsgruppe aus zwei Hedge Funds und Gategroup über die Zusammensetzung des Verwaltungsrats auf dem Unternehmen und damit auch auf der Aktie.

Auch Komax (-1,3%) stehen in der Verlustzone und auch hier ist ein Grossaktionär, nämlich Veraison, nicht einverstanden mit der geplanten Zusammensetzung des Verwaltungsrats und schlägt unter anderem eine Aufstockung des Gremiums vor.

(AWP)