SMI verliert auf breiter Front - Actelion am Tabellenende

Der Schweizer Aktienmarkt präsentiert sich am Donnerstagmittag schwach. Nach zwei Gewinntagen in Folge hat der SMI wieder in den Rückwärtsgang geschaltet.
20.10.2016 13:07
Ampel bei der Schweizer Börse SIX in Zürich zeigt rot.
Ampel bei der Schweizer Börse SIX in Zürich zeigt rot.
Bild: cash

Grund dafür sind vor allem enttäuschend aufgenommene Unternehmensnachrichten aus dem Hause Nestlé. Aber auch insgesamt nehme sich die Stimmung etwas weniger optimistisch aus, hiess es im Handel. So fällt der Markt denn auch auf breiter Front zurück.

Neben den wieder etwas nachgebenden Ölpreisen wird auch auf den am Nachmittag anstehenden EZB-Zinsentscheid verwiesen, vor dem sich wie so oft eine gewisse Zurückhaltung seitens der Investoren bemerkbar mache. Zwar werden von der EZB keine konkreten Entscheidungen erwartet. Allerdings dürften Medienberichte über ein Auslaufen der Anleihekäufe bei der anschliessenden Fragerunde mit EZB-Präsident Mario Draghi für Gesprächsstoff sorgen.

SMI rutscht ab

Der Swiss Market Index (SMI) verliert gegen 12 Uhr 0,30% auf 8'069,76 Punkte. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, büsst 0,29% auf 1'245,75 und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,30% auf 8'814,33 Zähler ein. Von den 30 wichtigsten Titeln stehen 20 im Minus, neun im Plus und einer unverändert.

Eine grosse Belastung sind unverändert Nestlé (-0,7%), die aber die frühen Abgaben eingrenzen konnten. Der Nahrungsmittelhersteller blieb in den ersten neun Monaten bei der wichtigen Kennzahl organisches Wachstum mit einem Wert von 3,3% klar hinter den Markterwartungen zurück. Die Wachstumsdynamik hat sich im dritten Quartal damit nicht wieder beschleunigt. Nun haben die Westschweizer bezüglich Guidance zurückbuchstabiert. Neu wird für das Gesamtjahr 2016 ein organisches Wachstum um 3,5% erwartet. Bisher war von einem organischen Wachstum wie im Vorjahr (4,2%) die Rede.

Zu Reden gibt die Actelion-Aktie (-2,6%), die nach einem starken Start ins Minus drehte und gar auf den hintersten Platz zurückgefallen ist. Das Biopharma-Unternehmen legte nach dem bereits überzeugenden Halbjahresergebnis auch für das Dreivierteljahr zwar über Erwarten gute Resultate vor. Zudem erhöhte das Management aufgrund der Neunmonatszahlen die Prognosen für das Gesamtjahr 2016 ein weiteres Mal. Händlern zufolge lasten Gewinnmitnahmen auf dem seit Jahresbeginn bislang stark gelaufene Titel.

Schwach zeigen sich einmal mehr Galenica (-1,6%), ohne dass allerdings News zur Aktie vorliegen. Neben Julius Bär (-0,8%) fallen auch die am Vortag noch starken Grossbankenwerte UBS (-0,7%) und CS (-0,4%) zurück.

Die schwergewichtigen Roche Genussscheine (-0,1%) schneiden nach der Zahlenvorlage des Konzerns relativ gut ab. Der Pharmariese hatte mit seinem Umsatzausweis für das dritte Quartal 2016 die durchschnittlichen Analystenschätzungen zwar nicht ganz erreicht. Die Zahlen werden im Handel allerdings als gemischt bezeichnet. Der für die Zürcher Kantonalbank tätige Analyst bezeichnet das Umsatzwachstum als noch immer ansehnlich.

Im Gewinnerfeld stehen Dufry (+0,5%) ganz vorn, die bereits am Vortag stark abgeschnitten hatten. Auch die Versicherer kommen gut weg, allen voran Zurich (+0,5%) und Swiss Life (+0,4%). Im Handel wird mit positiv überraschenden Zahlen gerechnet.

Swiss Re legen 0,2% zu. Für zuversichtliche Stimmung in der Rückversicherungsbranche sorgte der Chef von Hannover Rück. Der weltweit drittgrösste Rückversicherer rechnet trotz Niedrigzinsen und des Preiskampfs in der Branche weiterhin mit Milliardengewinnen, liess er an einer Investorenveranstaltung wissen.

Am breiten Markt sind Temenos (-1,7%) im Blick. Der Bankensoftware-Spezialist hat mit den am Vorabend vorgelegten Quartalszahlen die Markterwartungen deutlich übertroffen und die Prognose erhöht. Zudem wurde ein Aktienrückkaufprogramm angekündigt. Da die Aktie im laufenden Jahr bislang einen starken Lauf hatte, würden Investoren nun gemäss der Devise "sell on good news" Gewinne einstreichen, hiess es im Handel.

Im Rückwärtsgang sind auch OC Oerlikon (-4,1%). Hier hat Jefferies die Kaufempfehlung zurückgenommen und den Titel neu mit "Hold" eingestuft. News gab es auch von Sulzer (Aktie -0,3%). Wie angekündigt hat sich der Bestellungseingang im dritten Quartal erneut reduziert.

Ins Plus gedreht haben GAM (+1,0%). Die vom Vermögensverwalter publizierten Angaben zu den verwalteten Vermögen fielen besser als von Analysten erwartet aus. Nach Zahlen gesucht sind auch Inficon (+1,2%). Die Nase vorn haben Zehnder (+2,5% auf 41,45 CHF). Der Heizungs- und Lüftungshersteller gab bekannt, ab nächster Woche Aktien zum Festpreis von 41,50 CHF zurückzukaufen.

(AWP)