SMI verliert an Schwung

Der Schweizer Aktienmarkt tritt am Donnerstag im frühen Handel nach einem zunächst festeren Start auf der Stelle.
06.10.2016 10:25
Die ABB-Aktien schwingen am Donnerstag im SMI oben auf.
Die ABB-Aktien schwingen am Donnerstag im SMI oben auf.
Bild: Bloomberg

Den freundlichen Vorgaben aus Übersee stehen erneute Kursverluste der drei Schwergewichte gegenüber. Der Finanzsektor setzt hingegen seine Erholung fort.

Es sind denn auch Nachrichten der Credit Suisse, die im Vordergrund stehen. Ansonsten ist der Nachrichtenfluss auf Unternehmensseite überschaubar. Entsprechend verschiebt sich der Fokus auf Konjunkturdaten. Hier fallen die Konsumentenpreise uneinheitlich aus. Während die Teuerung auf Monatssicht den Erwartungen entsprach, fiel sie auf Jahressicht schwächer aus. Jenseits der Grenzen könnte im weiteren Verlauf noch das Sitzungsprotokoll der EZB für Gesprächsstoff sorgen und in den USA stehen wöchentliche Arbeitsmarktdaten auf dem Plan, die vor der monatlichen Statistik am morgigen Freitag ebenfalls genau angeschaut werden dürften.

Der Swiss Market Index (SMI) notiert um 09.30 Uhr mit einem Plus von 0,04% auf 8'198,42 Punkte nahezu unverändert. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gewinnt 0,09% auf 1'254,51 Zähler und der breite Swiss Performance Index (SPI) notiert bei 8'946,19 Punkten um 0,01% unter seinem Schlusskurs vom Vorabend. Von den 30 wichtigsten Titel stehen 15 im Minus, 14 im Plus und Novartis sind unverändert.

Banken auf Erholungskurs

Allen voran legen die Aktien der Grossbanken UBS (+0,7%) und Credit Suisse (+0,5%) zu und setzen damit ihre Erholung der vergangenen Tage fort. Wie am Vorabend bekannt wurde, hat die US-Börsenaufsichtsbehörde Securities and Exchange Commission (SEC) die CS zu einer Busse von 90 Mio USD verurteilt. Die CS habe in früheren Jahren die eigenen Leitlinien bezüglich Neugelddarstellung im Private Banking nur bedingt eingehalten. In der Folge seien die von der Bank gemachten Angaben zum Nettoneugeld "wesentlich irreführend" gewesen.

Neben den beiden Grossbanken gewinnen noch die Aktien von Julius Bär (+0,9%) sowie die Versicherungstitel der Zurich Insurance und Bâloise (beide +0,3%). Auch im breiten Markt können erneut Vermögensverwalter wie GAM Holding, Vontobel und auch EFG von der positiven Stimmung profitieren und zwischen 0,4 und 1,2% hinzugewinnen.

Dagegen drohen die drei Schwergewichte Roche (-0,2%), Nestlé (-0,1%) Novartis (unverändert) erneut zum Hemmschuh für den Gesamtmarkt zu werden. Sie waren bereits am Vortag massgeblich für das schwächere Abschneiden verantwortlich. Kursrelevante Nachrichten gibt es aktuell nicht.

Umfangreiche Nachrichten liefert derweil der Gesundheitskonzern Galenica (+0,2%). Das Berner Unternehmen treibt seine Aufspaltung weiter voran und hat diverse personelle Veränderungen angekündigt sowie seine Prognosen für den weiteren Geschäftsverlauf aktualisiert. Demnach wird der kombinierte EBIT von Vifor Pharma um rund 120 Mio CHF tiefer ausfallen. Zuvor hatte das Unternehmen einen Rückgang um 80 Mio CHF in Aussicht gestellt.

Eine umfangreiche Branchenstudie der UBS rückt zudem den Chemiesektor etwas stärker in den Vordergrund. Clariant (+0,5%) legen denn zu, während Givaudan (-0,2%) ihren Auftaktgewinne nicht halten können. Dabei fiel der Kommentar für Clariant deutlich vorsichtiger aus als der für den Aromen- und Riechstoffhersteller.

Bei den Zyklikern legen speziell ABB (+0,6%) und LafargeHolcim (+0,3%) zu. Die positiven Auftragsdaten aus der deutschen Industrie dürften hier stützen. Der Industriekonzern ABB erntete zudem weitere lobende Analystenkommentare nach seinem Investorentag.

Im breiten Markt lohnt sich zunächst ein Blick auf die Aktien Wisekey (+7,2%), die nach einer angekündigten Kooperation in Indien deutlich steigen. Bei Meyer Burger (+1,4%) treibt ein Auftrag die Titel an.

Molecular Partners (-1,0%) gehören nach einem beendeten Kollaborations- und Lizenzagreement mit der zu Johnson & Johnson gehörenden Janssen Biotech Inc. im frühen Handel ebenso zu den Verlieren wie die Aktien von Kuros (-1,8%) und Newron (-1,3%).

(AWP)