SMI - Wall-Street-Minus trübt Stimmung der Schweizer Anleger

Die Schweizer Börse hat am Dienstag nach einem über weite Strecken ruhigen Geschäft im späten Handel nachgegeben.
21.03.2017 17:30
Ampel bei der Schweizer Börse SIX in Zürich zeigt rot.

Händler sagten, die Gewinnmitnahmen an der Wall Street hätten auch die europäischen Märkte ins Minus gedrückt. "Wir dürfen nicht vergessen, wir sind auf einem hohen Niveau. Die Luft ist dünn und, was einen weiteren Aufstieg eben erschwert", sagte ein Börsianer. Der Leitindex SMI büsste 0,9 Prozent auf 8615 Punkte ein.

Dass sich der unabhängige französische Präsidentschaftskandidat Emmanuel Macron bei der ersten TV-Debatte sehr gut geschlagen habe, sei mit Erleichterung aufgenommen worden. Allerdings sei dadurch der Euro gegenüber dem Dollar erstarkt, was die Wettbewerbschancen der stark exportorientierten Schweizer und europäischen Firmen auf dem Weltmarkt beeinträchtige, sagte ein Händler. Zudem befürchten die Anleger negative Auswirkungen von einer etwaigen stärkeren Abschottung der US-Wirtschaft. "Es existieren noch immer mehrere potenzielle Unsicherheitsherde, die immer wieder für Nervosität sorgen können", sagte ein Händler.

Die Märkte seien in einer Konsolidierungsphase, die noch anhalten könnte, hiess es. "Wer sich dabei grössere Umschichtungen aus den USA in den europäischen Markt erhofft hat, wird leider enttäuscht. Von Dynamik ist weit und breit nichts zu sehen", erklärte ein Börsianer.

Standardwerte schwächer

Die Standardwerte schwächten sich mehrheitlich ab. Die stärksten Einbussen verzeichneten Aktien von zyklischen Firmen. Der Zementhersteller LafargeHolcim und der Luxusgüterkonzern Richemont verloren 1,8 und 1,6 Prozent an Wert. Die Anteile des Uhrenkonzerns Swatch schwächten sich um 0,8 Prozent ab. Händler sagten, der neuerliche Rückgang bei den Uhrenexporten belastete den Sektor. Die Ausfuhren von Schweizer Uhren gehen nunmehr seit mehr als eineinhalb Jahren zurück. Auch die Aktien von ABB, Geberit und Syngenta schwächten sich merklich ab. Adecco stiegen um 0,2 Prozent auf 70,25 Franken. Der Broker Baader Helvea hat das Kursziel für den Personalvermittler auf 80 von 70 Franken erhöht und die Kaufempfehlung bekräftigt.

Die Titel der Grossbank Credit Suisse rutschten nach mehr als ein Prozent ins Minus. Auch die Aktien der Rivalen Julius Bär und UBS büssten Terrain ein. Bei den Versicherungstiteln waren die Kursausschläge meist gering. Swiss Re büssten 0,5 Prozent ein.

Die an sich als krisensicher geltenden Index-Schwergewichte Novartis und Roche verloren 1,6 und1,2 Prozent. Nestle schwächten sich um 0,5 Prozent ab.

Partners Group legt zu

Grössere Kursausschläge gab es am breiten Markt. Die Aktien der Partners Group notierten nach der Bilanzveröffentlichung um 1,6 Prozent höher. Der Vermögensverwalter steigerte den Gewinn 2016 stärker als von Analysten erwartet um 41 Prozent auf den Rekordwert von 558 Millionen Franken. Die Dividende wird auf 15 von 10,50 Franken pro Aktie angehoben.

Nach einer kräftigen Dividendenerhöhung griffen die Anleger zu den Aktien des Glasverpackungs-Herstellers Vetropack. Der Aktienkurs legten 1,9 Prozent zu.

Galenica sanken um 4 Prozent. Die Wettbewerbskommission hat die Pharma- und Apothekenfirma wegen Ausnützung einer wettbewerbsbeherrschenden Position mit einer Strafe von 4,5 Millionen Franken belegt. Galenica will dagegen Berufung einlegen.

(Reuters)