SMI weiter im Minus - Brexit und Trump im Fokus

Der Schweizer Aktienmarkt notiert am Dienstagmittag weiter im Minus. Der Leitindex SMI ist nach den Verlusten im frühen Handel in eine Seitwärtsbewegung eingeschwenkt.
17.01.2017 12:38
Gebäude der Schweizer Börse SIX in Zürich.

Die Investoren seien derzeit verunsichert und hielten sich vor der Rede der britischen Premierministerin Theresa May zum Brexit zurück. Laut dem in Auszügen veröffentlichtem Redetext strebt sie keine "Teilmitgliedschaft" an.

Breits zum Wochenbeginn hatte der Ausblick auf einen harten Brexit sowie ein Interview des designierten US-Präsidenten Donald Trump für einen Stimmungsdämpfer bei den Investoren gesorgt. Die Äusserungen von Trump könnten einen Gegensatz zwischen Europa und den USA entstehen lassen, hiess es. Das würde die Aussichten für europäische Firmen in den USA eintrüben. Auf der Konjunkturseite sorgte eine stärker als erwartete Inflation in Grossbritannien für eine leichte Erholung beim Pfund. Am Nachmittag steht in den USA der Empire State Index auf der Agenda.

Der Swiss Market Index (SMI) notiert kurz vor dem Mittag 0,51% tiefer bei 8'319,70 Punkten. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, sinkt um 0,49% auf 1'324,90 und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,46% auf 9'079,60 Zähler. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 23 im Minus, sechs im Plus und einer (Roche) unverändert.

Geberit im Plus

Die Aktien des Sanitärtechnikunternehmens Geberit (+2,5%) sind nach Zahlen stärkster Blue Chip. Mit dem Umsatzwachstum hat Geberit die eigenen Erwartungen und auch die der Analysten übertroffen. Ein starkes viertes Quartal aufgrund einer guten Entwicklung in einigen Märkten, positive Währungseffekte und der Abbau von Lieferengpässen hätten dazu beigetragen. Auch die Marge werde höher ausfallen als angekündigt.

Die lange Liste der Verlierer wird von SGS (-1,5%) angeführt. Hier hat Credit Suisse die Bewertung auf Neutral von Outperform gesenkt und das Kursziel auf 2'050 von 2'300 CHF zurückgenommen.

Auch Zykliker wie LafargeHolcim, Schindler (je -1,3%), Sika, ABB (je -1,1%) oder Adecco (-0,9%) geben stärker ab. Die Grossbanken CS (-0,9%) und UBS (-0,7%) geben erneut ab, ebenso die Assekuranzen wie etwa Zurich (-1,2%). Auch die Schwergewichte Novartis (-0,8%) und Nestlé (-0,6%) geben dem SMI keine Stütze, währen Roche (unv.) gehalten notiert.

Givaudan (+0,1%) verstärkt sich mit der Übernahme des Bieler Unternehmens Activ International. Der Hersteller von natürlichen und biologischen Aromen werde einen Umsatzbeitrag von 40 Mio CHF liefern.

Richemont (+0,3%, 77 CHF) werden von einer Kurszielanhebung durch Berenberg auf 70 von 60 CHF gestützt. Die Bewertung lautet weiter Hold. Nach den Zahlen zum dritten Quartal habe sie die Schätzungen erhöht, so die Analystin, insbesondere aufgrund der Entwicklung im Schmuckgeschäft. Wettbewerber Swatch gibt demgegenüber 0,3% ab.

Sonova (+0,2%) trennt sich von einem Teil seines Detailhandelsnetzes in Portugal und Frankreich und verkauft diesen an den italienischen Hörgeratefachhändler Amplifon. Die Einheiten erzielen einen Jahresumsatz von 25 Mio EUR.

Im breiten Markt legen nach Umsatzzahlen Lindt&Sprüngli (PS +5,7%) kräftig zu. Der Schokoladenkonzern hat eine stärkeres organisches Wachstum erreicht, als von den Analysten erwartet. Auch die positive Gewinn-Erwartungen stützt den Kurs. Es wird mit einer Verbesserung der Betriebsgewinnmarge innerhalb der strategischen Zielsetzung gerechnet.

Einen Kurssprung von rund +11% machen die Cicor-Aktien, nachdem die Elektronik-Industriegruppe ein Umsatzplus und eine deutliche Steigerung bei den Aufträgen gemeldet hat. Offenbar haben sich die vom neuen CEO Alexander Hagemann vorgenommenen Veränderungen positiv ausgewirkt, sagen Marktteilnehmer.

Der Kabel-Spezialist Komax (+1,9%) hat positive Umsatz- und Auftragszahlen veröffentlicht und die Schätzungen der Analysten übertroffen. Zuversichtlich stimme auch das vom Unternehmen erwartete Anhalten des Trends 2017, heisst es bei Baader.

Autoneum (-1,3%) liegen nach Umsatzzahlen im Hintertreffen. Der Automobilzulieferer konnte von der guten Konjunktur der Branche profitieren und den Absatz steigern. Die Investoren haben offensichtlich ein noch grösseres Wachstum erwartet. Das Unternehmen ist zudem stark in Mexiko vertreten, und damit von den Trump-Kontroversen belastet, heisst es.

(AWP)