SMI weiter im Minus - Geberit top, Schindler flop

Der SMI notiert am Dienstagmittag weiter im Minus. Der Schweizer Aktienmarkt notiert am Dienstag zur Mittagszeit weiter klar im Minus. Der Leitindex SMI hat allerdings gegenüber dem bisherigen Tiefpunkt etwas aufgeholt.
16.08.2016 12:55
Ampel bei der Schweizer Börse SIX in Zürich zeigt rot.
Ampel bei der Schweizer Börse SIX in Zürich zeigt rot.
Bild: cash

Händler sprechen bei den Abgaben vor allem von Gewinnmitnahmen nach den Avancen der letzten Wochen. Der Markt sei zuletzt reif geworden für eine Korrektur, meinte etwa ein Händler.

Die Grundstimmung sei zwar weiterhin relativ gut, allerdings würden die Risiken auf dem aktuell hohen Niveau zum Teil als erheblich eingeschätzt und die Gewinne entsprechend eingefahren. Vor allem im Ausland bewegen sich die Aktienmärkte zum Teil auf Höchstständen, der hiesige Markt könne sich dem aber nicht entziehen, so eine Marktstimme. Hierzulande stehen nach Halbjahreszahlen vor allem die beiden Industrietitel Geberit (positiv) und Schindler (negativ) im Fokus.

Der Swiss Market Index (SMI) notiert kurz nach Mittag noch 0,40% tiefer bei 8'271,76 Punkten (Tagestief 8234). Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, büsst 0,34% auf 1'241,03 und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,42% auf 8'995,77 Stellen ein. Von den 30 Blue Chips notieren 20 im Minus, neun im Plus und einer (Kühne+Nagel) unverändert.

Geberit gefragt

Ausreisser nach oben bei den Blue Chips sind weiterhin Geberit (+5,0% auf 421,80), womit die letzte Woche erklommene Marke von 400 CHF gefestigt wird. Die Semesterzahlen des Sanitärtechnikers liegen auf der ganzen Linie relativ klar über den Analysten-Schätzungen. Bei Vontobel zeigt man sich in einem Kommentar von der kräftigen Belebung des organischen Umsatzwachstums im zweiten Quartal positiv überrascht. Aber auch der Ausblick wisse zu gefallen, führt die ZKB an. Auf dem aktuellen Niveau notieren die Titel ein Viertel höher als Ende 2015.

Die andere Seite der Tabelle wird mit Schindler (PS -4,4%) ebenfalls von einem Industrietitel angeführt. Der Lift- und Rolltreppenhersteller blicke zwar auf eine überzeugende erste Jahreshälfte zurück, heisst es im Markt. Allerdings sei er bei den Umsatzprognosen für das Gesamtjahr etwas zurückgekrebst und habe ein überraschend tiefes Gewinnziel genannt. Analysten zeigen sich denn auch kaum enttäuscht und sprechen vor allem von Gewinnmitnahmen.

Hinter Schindler präsentieren sich Sonova als zweitschwächster Wert. Die Aktien des Hörgeräte-Herstellers waren allerdings am Vortag aufgrund von Deckungskäufen aus dem Ausland grösster Gewinner, entsprechend handelt es sich auch hier vorwiegend um Gewinnmitnahmen. Relativ deutliche Abgaben zwischen 0,8 und 1,1% hinnehmen müssen daneben auch noch SGS, Julius Bär, Swisscom, Swiss Re oder UBS.

Zudem lasten vor allem auch die Abgaben der beiden Pharma-Schwergewichte Novartis (-0,8%) und Roche (-0,6%) auf den Indizes; ihre Kursverluste machen fast zwei Drittel des SMI-Minus aus. Nestlé (-0,3%), die am Vortag erstmals die Marke von 80 CHF kurz überschritten hatten und am Donnerstag Halbjahreszahlen präsentieren werden, halten sich etwas besser.

An der Spitze sind neben Geberit vor allem weitere Industrietitel gesucht wie LafargeHolcim (+0,8%) oder Adecco (+0,2%), die beide in der vergangenen Woche nach Halbjahreszahlen mit hohen Gewinnen positiv aufgefallen waren. Zu den Top Drei gehören ausserdem noch die meist volatilen Papiere des Backwarenherstellers Aryzta (+0,7%), die am Vortag allerdings in dieser Grössenordnung Terrain eingebüsst hatten.

Derweil spielt die Musik am Berichtstag vor allem auch im breiten Markt, haben doch diverse Unternehmen Halbjahreszahlen präsentiert. Besonders hervor stechen dabei die Titel von VZ (-8,7%), wobei das Minus phasenweise deutlich über 10% war. Der Finanzdienstleister hat das schwierige Umfeld an den Finanzmärkten sowie die Negativzins-Situation in Form eines Gewinnrückgangs zu spüren bekommen.

Ein starkes Plus weisen dagegen Tecan (+6,9%) aus. Das Labortechnik-Unternehmen hat die Erwartungen übertroffen, und Analysten betrachten die vom Unternehmen bestätigte Guidance für das Gesamtjahr als zu konservativ. Zahlen gibt es ausserdem von Elma (ungeh.), Forbo (+2,0%), Looser (-1,7%), Phoenix Mecano (+1,0%) und Tornos (unv.). Ems-Chemie (-2,0% oder 11,50) werden derweil ex Dividende von 15 CHF gehandelt.

(AWP)