SMI weiter kaum verändert - Uhrenwerte deutlich fester

Der Schweizer Aktienmarkt notiert am Dienstagmittag wenig verändert. Seit der Eröffnung pendelt der SMI mehr oder weniger um den Vortagesschluss und wird insbesondere von Finanztiteln zurückgehalten.
11.10.2016 12:45
Die Uhren-Aktien legen am Dienstag zu.
Die Uhren-Aktien legen am Dienstag zu.
Bild: cash

Nachdem am Vortag noch verschiedene Faktoren die Marktstimmung gestützt haben, fehlt es nun an positiven Indikationen. Die Anleger würden auf richtungsweisende Impulse warten und sich vor dem Auftakt der Berichtssaison zum dritten Quartal nicht allzu sehr exponieren, heisst es im Handel.

Der Ölpreis kann nicht an die Vortagesgewinne anschliessen und auch positive Stimmungsdaten, wie etwa besser als erwartete ZEW-Konjunkturerwartungen in Deutschland, sorgen nicht für einen Kursauftrieb. Die US-Futures auf eine tiefere Eröffnung an der Wall Street hin. Am Nachmittag läutet dort traditionell Alcoa als erstes Unternehmen die US-Quartalsberichtssaison ein. Die Zahlen des konjunkturabhängigen Aluminiumproduzenten gelten gleichzeitig als Indikator für die Verfassung der US-Wirtschaft.

SMI dümpelt vor sich hin

Der Swiss Market Index (SMI) notiert um 11.50 Uhr 0,06% tiefer bei 8'167,67 Punkten. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gewinnt hingegen 0,09% auf 1'252,66 Punkte hinzu, und der breite Swiss Performance Index (SPI) verliert wiederum geringfügig 0,06% auf 8'910,97 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titel notieren 16 im Plus und 14 im Minus.

Schwächster Blue Chip sind aktuell nachrichtenlos Lonza (-0,9%). Nach der Erholung am Montag tendieren zudem wieder einmal die Finanztitel tiefer. Auf EU-Ebene ist man inzwischen zuversichtlich, bis Ende Jahr die lang diskutierte Finanztransaktionssteuer auf den Weg zu bringen. Das könnte hier den Stimmungsdämpfer erklären, heisst es am Markt.

Auffällig sind dabei die Abgaben bei den Versicherungstiteln Swiss Re (-0,6%), Swiss Life (-0,8%), Zürich (+0,5%) und Bâloise (-0,3%). Auch die Banken CS (-0,2%) und Julius Bär (-0,4%) notieren im Minus, bei der UBS (-0,1%) fallen die Abgaben geringer aus. Randnotiz dabei: Letztere Grossbank wurde im Zusammenhang mit dem malaysischen Staatsfonds 1MDB in Singapur mit einer Busse in Höhe von umgerechnet rund 930'000 CHF belegt.

Luxuswerte im Plus

Auf der Gegenseite können die Uhrenwerte Richemont (+3,1%) und Swatch (+2,9%) deutlich zulegen. Der französische Luxusgüterkonzern LVMH hat mit den Quartalszahlen Wachstum vermeldet, vor allem getrieben durch die Nachfrage in Asien. Das sei insbesondere aufgrund der schwachen Touristenzahlen aus China in Europa eine positive Überraschung für die Branche insgesamt gewesen, heisst es.

Für Aryzta (+2,1% auf 45,40 CHF) hat Kepler Cheuvreux die Kaufempfehlung bestätigt und das Kursziel auf 55 von 50 CHF angehoben. Der Analyst rechnet damit, dass sich die Jahre der Restrukturierung und Investitionen auszahlen werden und in einer besseren Cash-Generierung münden dürften. Zudem dürfte die Entschuldung voranschreiten und das organische Wachstum ins positive gedreht haben, so die Erwartung.

Bei Adecco (+1,5%) verweisen Marktteilnehmer auf die Belebung am französischen Arbeitsmarkt als positiven Faktor. Dufry (+1,4%) dürfte von einer Belebung des Tourismus in Südosteuropa profitieren, so Stimmen.

Die Pharmaschwergewichte Novartis (-0,7%) und Roche (-0,1%) kosten den SMI ebenfalls Punkte. Die am Krebskongress ESMO, der am Dienstag zu Ende geht, präsentierten Daten haben den Analysten zufolge nur leicht positive Impulse geliefert. Offenbar hatten die Anleger höhere Erwartungen gehabt, sagen Marktteilnehmer.

Roche hat unterdessen für Lucentis bei einer Zulassungsergänzung von der US-Gesundheitsbehörde FDA eine beschleunigte Prüfung zugestanden bekommen. Das Mittel soll auch zur Behandlung von myope choroidale Neovaskularisation, einer Folgeerkrankung der Kurzsichtigkeit, zugelassen werden.

Das dritte Schwergewicht Nestlé (+0,1%) legt etwas zu. Der Lebensmittelkonzern beruft Paul Navarre, den bisherigen Chef von Allergan, als neuen CEO der Division Skin Health. Sein Vorgänger Humberto Antunes verlässt den Konzern nach nur zwei Jahren.

Auch Syngenta (+0,1%) zeigen sich nach Abgaben am Montag kaum bewegt. Am Vortag hatten Zweifel an der Finanzierung zur Übernahme durch ChemChina den Aktienkurs belastet. Der Agrochemiekonzern betonte daraufhin, die Brückenfinanzierung für das chinesische Staatsunternehmen sei garantiert und unwiderruflich.

Im breiten Markt hat das Schraubenhandels- und Logistikunternehmen Bossard (Aktie +1,1%) ein beschleunigtes Wachstum im dritten Quartal ausgewiesen und die Erwartungen leicht übertroffen. Addex (+1,7%) startet gemeinsam mit dem US-Institut gegen Drogenmissbrauch (NIDA) eine Studie mit dem Wirkstoff ADX88178 bei Kokainabhängigkeit.

Mit grösseren Aufschlägen fallen zudem Gottex (+3,7%), Accu Holding (+3,4%) oder SHL Telemedicine (+2,8%) auf. Auf der Verliererseite finden sich Gurit (-2,7%), Datacolor (-2,6%) oder Kardex (-1,9%) wieder.

(AWP)