SMI weiter klar im Minus - Novartis nach Studien-Fehlschlag schwach

Der SMI notiert am Mittwochmittag weiterhin klar im Minus. Die Indizes setzten nach Börseneröffnung zunächst den Kursrutsch vom Vortag fort, stabilisierten sich aber im Verlauf des Vormittags auf tiefem Stand.
22.03.2017 12:45
Die Kurse an der Schweizer Börse sinken.
Die Kurse an der Schweizer Börse sinken.
Bild: cash

Die hiesigen Börsenindizes vollzogen damit die klare Korrektur der US-Börsen vom Vorabend nach, wo die Bewertungen zuletzt sehr stark angestiegen waren. Auch die Aktienmärkte in Asien gaben in der Nacht auf Dienstag deutlich nach.

Vermehrt werde auch hinterfragt, ob US-Präsident Donald Trump die in ihn gesetzten Erwartungen erfüllen könne, welche die Märkte seit seiner Wahl in ihn gesetzt hätten, hiess es. Insgesamt sehe er derzeit aber vor allem ein "Luft ablassen" nach einer zuletzt überkauften Situation an den Märkten, sagte ein Händler in Zürich. Den technischen Widerstand nach unten im SMI bei etwa 8'450 bis 8'500 Punkten sehe er als weiterhin intakt an. Am hiesigen Markt belasten die schwergewichtigen Novartis nach einem Fehlschlag in der Forschung zusätzlich.

Der Swiss Market Index (SMI) notiert um 12 Uhr 0,65% tiefer bei 8'558,91 Punkten, nachdem er auf ein Tagestief von 8'522 gefallen war. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, sinkt um 0,82% auf 1'354,94 Stellen und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,67% auf 9'489,93 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 25 im Minus und fünf im Plus.

Banken unter Druck

Die deutlichsten Abgaben entfallen weiterhin auf die Grossbankenwerte UBS (-2,5%) sowie CS (-2,4%). Bereits am Vorabend waren an den US-Börsen die Titel von Grossbanken deutlich abgesackt, nachdem die von Trump in Aussicht gestellte Bankenregulierungen möglicherweise noch länger auf sich warten lassen. Währenddessen bezeichnete CS-Chef Tidjane Thiam in einem Interview den Börsengang des Schweizer Geschäfts als "eine der Optionen" für die notwendige Kapitalbeschaffung.

Stark unter Druck stehen ausserdem eine Reihe von zyklischen Titeln, darunter Dufry (-1,9%) oder LafargeHolcim (-1,2%). Das UBS-Research hat das Rating für die Titel des Zementherstellers erhöht, bleibt aber beim Rating "Neutral" für die Titel. Die Uhrenwerte Richemont (-0,8%) sowie Swatch (-0,5%) geben etwa mit dem Gesamtmarkt nach, nachdem sie am Vortag noch unter schwachen Uhrenexportdaten gelitten hatten.

Deutlich im Minus notieren auch Novartis (-1,2%). Das Pharmaunternehmen hat am Morgen einen Rückschlag in einer Studie mit dem Medikament Serelaxin bei Behandlung von akutem Herzversagen vermeldet, entsprechend zeigen sich die meisten Analysten enttäuscht. Verschiedene Beobachter hatten dem Medikament zuvor ein jährliches Umsatzpotenzial von 1,3 bis 2 Mrd USD jährlich zugetraut.

Bei den beiden anderen SMI-Schwergewichten geben Nestlé (-0,2%) leicht nach, während Roche (+0,2%) etwas zulegen. Kursgewinne verzeichnen daneben auch SGS (+0,2%), Givaudan (+0,2%), Syngenta (+0,5%) sowie Sika (+1,0%).

Am breiten Markt stehen die Titel des Milchverarbeiters Emmi (-2,4%) nach Vorlage des Jahresergebnisses weiter unter Druck, obwohl das Unternehmen dabei die Prognosen der Analysten vor allem beim Gewinn aber auch der Dividende übertroffen hat. Am Markt wurde von Gewinnmitnahmen gesprochen, nachdem die Aktie in den vergangenen Wochen recht stark zugelegt hatte.

Meyer Burger (-1,2%) geben ebenfalls nach. Das seit langem kriselnde Solarunternehmen hat für das Geschäftsjahr 2016 einen Umsatzanstieg und erstmals seit 2011 einen positiven EBITDA vermeldet, unter dem Strich resultiert allerdings weiterhin ein klarer Verlust. Abgaben erleiden zudem die Titel der Immobiliengesellschaft Investis (-1,6%) nach Jahreszahlen 2016.

Im Plus notieren dagegen die Aktien des Pharmaunternehmens Newron (+1,5%). Am Vorabend hatte die US-Gesundheitsbehörde FDA dem Newron-Medikament Safinamide grünes Licht für die Behandlung von Parkinson erteilt. In der EU und in der Schweiz ist das Medikament bereits zugelassen.

(AWP)