SMI weiter schwach, aber über Tagestief

Der Schweizer Aktienmarkt steht am Freitagmittag klar im Minus. Nach der schwachen Startphase hat sich dabei der vor allem durch Nestlé belastete SMI wieder etwas von den Tiefstständen erholt.
23.09.2016 12:37
Nestlé belastet am Freitag den SMI.
Nestlé belastet am Freitag den SMI.
Bild: cash

Nach der technischen Erholung zum Wochenstart und der Erleichterung nach dem Stillhalten der amerikanischen Notenbank, was am Donnerstag für neuen Schub an den Finanzmärkten sorgte, kommt es vor dem Wochenende zu Gewinnmitnahmen auf breiter Front. Auf Wochensicht verbleibt der SMI allerdings weiterhin klar im Plus. Richtungsgebende Impulse sind zum Wochenschluss rar, so hat auch die Publikation der Einkaufsmanagerindizes für die Eurozone den hiesigen Leitindex kaum bewegt. Auffallend stark sind indes Aryzta.

Eine Zinserhöhung durch das Fed im Dezember scheine zwar sehr wahrscheinlich, hiess es in einem Marktkommentar. Dies sei aber noch Monate entfernt, lautete die Begründung für die trotz der heutigen Baisse noch immer sehr freundliche Grundstimmung. Die Marktteilnehmer gingen nun davon aus, dass die amerikanische Notenbank auch im kommenden Jahr mit Zinserhöhungen sehr zurückhaltend bleiben werde. Die Börsen bleiben damit getrieben von der Notenbankpolitik.

Bis um 11.45 geht der Swiss Market Index (SMI) um 0,51% auf 8'265,49 Punkte zurück. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, büsst 0,27% auf 1'255,73 Punkte ein und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,44% auf 9'001,86 Punkte. Unter den 30 wichtigsten Titel verzeichnen 22 ein negatives Vorzeichen und acht ein positives.

Aryzta-Aktien gesucht

Einsamer Spitzenreiter mit einem massiven Sprung nach oben um über 9% ist Aryzta. Der schweizerisch-irische Backwaren-Hersteller hat am Vorabend die Nomination eines neuen Verwaltungsratspräsidenten bekannt gegeben. Gary McGann wird an der nächsten Generalversammlung den aktuellen Amtsinhaber Denis Lucey ablösen. Zudem wird der bekannte Schweizer M&A-Anwalt Rolf Watter Mitglied des Leitungsgremiums. Analysten begrüssen den Schritt und erhoffen sich vom neuen Präsidenten ein Gegengewicht zum starken, aber sehr umstrittenen Management.

Dahinter gehören Clariant (+0,4%) noch zu den Gewinnern sowie Syngenta, Swiss Re oder ABB mit Avancen jeweils im Bereich von 0,2 bis 0,3%. Richemont (+0,5%) knüpfen noch einmal an die schon zuvor starke Performance dieser Woche im Zusammenhang mit überraschend freundlichen Uhrenexporten an, wogegen Swatch (-0,5%) verkauft werden.

Die Mehrheit der Aktien gibt indes nach, allen voran Nestlé und Credit Suisse (je -1,4%). Bei Nestlé wurde in Marktkreisen zur Begründung der Verluste auf Gewinnmitnahmen verwiesen.

Etwas mehr als der Durchschnitt stehen zudem Julius Bär (-1,2%), SGS und Swisscom (je -0,7%) im Minus. Swisscom werden von einer Ersteinschätzung durch die Royal Bank of Canada etwas belastet. Diese hat dem Telekomunternehmen das Rating "Underperform" angehängt.

Im breiten Markt gehören Alpiq (+0,4%) zu den gefragteren Werten. Der Energiekonzern plant im Rahmen der laufenden Portfoliobereinigung die Veräusserung des Gas-Kombikraftwerks Csepel in Budapest und hat sich bereits mit dem staatlichen Energieversorgungsunternehmen Ungarns MVM auf die Bedingungen eines Aktienkaufvertrags geeinigt. Mit dem Erlös aus dem Verkauf soll die Nettoverschuldung weiter reduziert werden.

Sunrise (+0,4%) erhalten von einer Ersteinstufung durch RBC mit dem Rating "Outperform" und dem Kursziel von 85 CHF Support und etwas gesucht sind auch Leclanché (+1,1%). Der Batteriehersteller hatte am Vorabend bekanntgegeben, dass er bis in zwei Jahren deutlich geringere Schwankungen seiner Umsatzzahlen erwarte.

Weiter ziehen Von Roll (+1,5%) an nach dem Abgang des bisherigen CEO und der Ernennung eines neuen. Darüber hinaus gab das Unternehmen die Umgestaltung der Division Composites bekannt.

Logitech (-2,3% oder -0,50 CHF) geben dagegen nach, wobei diese Titel Ex-Dividende von 0,56 CHF gehandelt werden.

Zehnder (-0,5%) verlieren ebenfalls an Terrain. Das Unternehmen hat am Morgen einen ausserordentlichen Gewinn durch einen Immobilienverkauf für das Gesamtjahr angekündigt, der höher ist als die bisherige Guidance für den EBIT im Gesamtjahr. Euphorie kommt gemessen am Aktienkurs deshalb aber keine auf.

(AWP)