SMI weiter schwach - unter 8000 Punkte

Der Schweizer Aktienmarkt verzeichnet am Donnerstagmittag klare Verluste und knüpft damit an den schwachen Trend seit Mitte vergangener Woche an.
13.10.2016 13:32
Anleger müssen an der Schweizer Börse am Donnerstag in den sauren Apfel beissen: Der SMI fällt unter 8000 Punkte.
Anleger müssen an der Schweizer Börse am Donnerstag in den sauren Apfel beissen: Der SMI fällt unter 8000 Punkte.
Bild: cash

Allerdings hat sich der SMI von seinem Tagestief bei unter 8'000 Punkten wieder leicht erholt. Belastet wird die Stimmung insbesondere von schwachen Exportdaten aus China, welche die Sorgen um die Verfassung der chinesischen Wirtschaft wieder in den Vordergrund rücken lassen. Aber auch die amerikanische Notenbank ist weiterhin ein viel diskutiertes Thema.

Das am Vorabend publizierte Sitzungsprotokolls des letzten FOMC-Meetings zeigte stark divergierende Meinungen innerhalb der einzelnen stimmberechtigten Fed-Mitglieder. Letztlich hat sich der Eindruck aber gefestigt, dass die Zinsen bald steigen sollten. Insgesamt hat sich die Kauflaune der Investoren noch nicht wieder zurückgemeldet. Im Gegenteil mehren sich die Stimmen, welche vor den zahlreichen vorhandenen wirtschaftlichen und politischen Risiken warnen. Mehr zur konjunkturellen Entwicklung in den USA geben neue Daten am Nachmittag preis.

SMI pendelt um 8000 Punkte

Der Swiss Market Index (SMI) verzeichnet um 11.45 Uhr ein Minus von 0,69% und steht bei 8'012,79 Punkten. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gibt 0,89% auf 1'228,80 Punkte nach und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,62% auf 8'755,92 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titel notieren 26 im Minus.

Am meisten unter Druck stehen derzeit UBS und Julius Bär (je -2,7%), während CS (-2,0%) nur unwesentlich besser abschneiden. Am Vorabend geriet die Deutsche Bank mit einer weiteren Busse in den USA ins Visier. Das Bussgeld von 9,5 Mio USD gesprochen von der US-Börsenaufsicht SEC wegen Regelverstössen im Zusammenhang mit der Aktienanalyse ist zwar gering. Es wird aber mitten in den Verhandlungen um einen Milliardenvergleich wegen zweifelhafter Hypotheken-Deals gesprochen und unterstreicht einmal mehr die Anfälligkeit der Banken. In Marktkreisen wird in diesem Zusammenhang auf die wieder gestiegenen Sorgen um die Kapitalisierung der europäischen Banken hingewiesen.

Von Konjunktursorgen belastet büssen auch LafargeHolcim (-2,4%) oder Adecco (-2,5%) überdurchschnittlich an Terrain ein.

Von den Versicherungen fallen Swiss Life und Zurich (je -1,6%) etwas mehr zurück als Swiss Re und Bâloise (je -1,1%). Bâloise hat am Morgen den Abgang des langjährigen Finanzchefs German Egloff und des Anlagechefs Martin Wenk auf den kommenden Frühling bekanntgegeben. Beide wolle künftig kürzer treten. Für die ZKB kommen die anstehenden Wechsel auf diesen Positionen nicht überraschend, da beide auf die 60 zugehen. In der heutigen Zeit sei dies ein normales Alter für Rücktritte aus Spitzenpositionen, so die Kantonalbank. Da beide Bâloise massgeblich mitgeprägt hätten, seien die Abgänge aus Investorensicht gleichwohl leicht negativ zu werten.

Auch die Aktien des Waren- und Serviceprüfkonzerns SGS verzeichnen ein deutlicheres Minus von 1,4%. Der Titel wird von einer Rückstufung durch RBC auf "Underperform" gebremst.

Bei ABB (-0,9%) dürften sich die negative Wirkung der Wirtschaftsdaten aus China in etwa die Waage halten mit einem sehr optimistischen Ausblick auf die kommenden Jahre des internationalen Roboter-Verbands, ein Feld, wo ABB für sich selbst grosse Wachstumschancen ortet.

Uhrenaktien im Plus

Demgegenüber stehen Swatch (+2,4%) und Richemont (+0,8%) nach schwachem Beginn mittlerweile an der Spitze des SMI/SLI-Tableaus. Ganz knapp in der Gewinnzone halten sich noch Geberit und Lonza.

Im breiten Markt fallen Gurit (-4,9%) nach einer Rückstufung durch die UBS auf "Sell" auf, während AMS (-2,4%) die seit Tagen andauernde Talfahrt fortsetzen; weiterhin leidet das Techunternehmen unter den Problemen des wichtigen Kunden Samsung.

Temenos (+0,6%) legen dagegen gestützt von einer Kurszielerhöhung durch Bryan Garnier verbunden mit einer Bestätigung der Kaufempfehlung zu.

Auch Rieter (+0,2%) halten sich im positiven Bereich. Der Textilmaschinenhersteller hat in China eine Schadenersatzzahlung wegen einer Patentrechtsverletzung zugesprochen erhalten. Diese ist zwar klein, sie kommt aber von einem chinesischen Gericht und könnte deshalb gewisse Signalwirkung haben.

(AWP)