SMI weiterhin im Minus – Roche belastet

Der Schweizer Aktienmarkt legt am Donnerstag nach den Avancen der vergangenen Tage eine Verschnaufpause ein und tendiert bis am Mittag uneinheitlich.
03.03.2016 12:56
Die Schweizer Börse bleibt am Donnerstag im roten Bereich.
Die Schweizer Börse bleibt am Donnerstag im roten Bereich.
Bild: cash

Während ein Grossteil der Blue Chips die Aufwärtsbewegung fortsetzen, drücken die Abgaben der Schwergewichte Nestlé, Novartis und vor allem der Dividendenabgang bei Roche den Leitindex SMI in die Verlustzone. Kommt hinzu, dass sich viele Anleger im Vorfeld der am Freitag mit Spannung erwarteten Februar-Daten zum US-Arbeitsmarkt in Zurückhaltung üben.

Die Grundstimmung an der Börse bleibe von Optimismus geprägt und von der Ölpreisentwicklung mitbestimmt, heisst es im Handel. Am Mittwoch hatte der SMI dank steigender Ölpreise gar die Marke von 8'000 Punkten zurückerobert. Das "Schwarze Gold" verteuerte sich zuletzt stetig und nimmt nun Kurs auf die Anfang Januar erzielten Jahreshöchstkurse. Händler glauben allerdings noch nicht an eine nachhaltige Erholung beim Öl. Derweil fehlen den Aktienmärkten derzeit frische Impulse. Am Nachmittag könnten US-Daten (ISM-Index Dienste, Auftragseingang Industrie) den Markt bewegen. Der Fokus bleibt aber auf dem US-Arbeitsmarktbericht.

Bis um 12.05 Uhr verliert der Swiss Market Index (SMI) noch 0,62% auf 7'989,76 Punkte, nachdem er zuvor bis auf 7'952 zurückgefallen war. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, steigt dagegen um 0,13% auf 1'225,77 und der breite Swiss Performance Index (SPI) tritt mit 8'438,53 Zählern mehr oder weniger auf der Stelle. Von den 30 SMI/SLI-Titel notieren zehn im Minus und zwanzig im Plus.

Roche belastet

Belastet wird der Handel am Donnerstag vom Dividendenabgang bei Roche. Der Pharmakonzern hatte die Ausschüttung um 10 Rappen auf 8,10 CHF je Titel erhöht und die Genussscheine verlieren ex-Dividende nun bereits 4,3% oder 11,20 CHF. Unter verstärktem Abgabedruck steht aber auch Branchennachbar Novartis (-0,6%). Die Ratingagentur Moody's hat den Ausblick für die weltweite Pharmabranche auf "stabil" von zuvor "positiv" gesenkt. Anhaltender Preisdruck und ein stärkerer US-Dollar könnte die Entwicklung der Branche hemmen, heisst es in der Begründung. Derweil büsst das dritte Schwergewicht im SMI, Nestlé, 0,2% ein.

In der Verlustzone tummeln sich zu Halbzeit auch Aktien wie Lonza (-0,6%), Richemont (-0,5%) oder Swiss Life (-0,4%). Die Aktien des Lebensversicherers wurden jedoch sowohl vor als auch im Anschluss an die Zahlenpublikation vom Dienstag stark nachgefragt und nun werden Gewinne mitgenommen. Zudem hat Kepler Cheuvreux das Rating auf "Hold" gesenkt. Swiss Life beeindrucke weiterhin und habe trotz des schwierigen Umfelds bessere Margen erzielt, so der Analyst. Das Aufwärtspotenzial der Aktie sei nach den jüngsten Kursgewinnen jedoch begrenzt.

Auf der Gewinnerseite liegen nach wie vor Transocean (+5,3%) in Front. Nach starken Abgaben zu Wochenbeginn hat bei Transocean mit den steigenden Ölnotierungen eine starke Gegenbewegung eingesetzt, die nun eine Fortsetzung findet. Kräftige Anschlussgewinne sind auch bei der Credit Suisse (+4,5%) zu sehen, wogegen UBS (+0,1%) kaum vom Fleck kommen.

LafargeHolcim klettern um 3,3% in die Höhe. Offenbar hat der indische Milliardär Ajay Piramal sein Interesse für das Indien-Geschäft des Zementkonzerns angemeldet. Gut im Plus stehen auch Kühne+Nagel (+2,1%), die am Mittwoch nach der Zahlenvorlage noch an Wert verloren hatten. Sowohl Nomura, als auch JP Morgan erhöhten die Kurszielschätzungen zum Logistikkonzern.

Am breiten Markt hält sich das Newsaufkommen einigermassen in Grenzen. Mit Zahlen haben der Automobilzulieferer Autoneum, der Dentalbedarfs-Hersteller Coltene und die Basler Kantonalbank aufgewartet. Autoneum (Aktie: +0,5%) wies wegen einer Kartellbusse einen tieferen Gewinn aus, erzielte aber gleichzeitig operative Fortschritte. Coltene (-6,1%) litt derweil unter Währungseffekten und einer Marktschwäche in Brasilien und Russland und hat die Dividende gekürzt. Die Partizipationsscheine der BKB ziehen um 3,1% an.

(AWP)