SMI: Weiterhin kleines Plus - ABB gefragt

Der Schweizer Aktienmarkt notiert am Dienstag zur Mittagszeit weiterhin mit leichten Gewinnen. Damit knüpft der SMI an das kleine Plus vom Vortag an.
04.10.2016 12:40
Die Schweizer Börse steht am Dienstagmittag im Plus.
Die Schweizer Börse steht am Dienstagmittag im Plus.
Bild: cash

Eine klare Richtung fehle an den europäischen Märkten allerdings, und die Seitwärtsbewegung dürfte sich unter Schwankungen fortsetzen, heisst es am Markt. Auch die Sorgen um den Zustand der Banken in Europa blieben Thema bei den Investoren.

Die Euphorie auf eine schnelle Einigung mit den US-Behörden in Streitfällen über dubiose Hypothekengeschäfte sei allerdings etwas verflogen, so die Meinung. Am Dienstag können sich europäische Banken dennoch weiter erholen. Die Blicke der Anleger würden sich nun bereits auf den US-Arbeitsmarktbericht am Freitag richten, vor dessen Veröffentlichung sich die Anleger oftmals eher zurückhielten, heisst es zudem am Markt. Hierzulande ist am Dienstag der Kapitalmarkttag von ABB das Top-Ereignis.

Der Swiss Market Index (SMI) gewinnt gegen 11.50 Uhr 0,32% auf 8'192,72 Punkte. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, steigt um 0,48% auf 1'249,44 Zähler und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,28% auf 8'943,27 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titel stehen 23 im Plus, sechs im Minus und einer unverändert (Nestlé).

Adecco-Papiere gesucht

An der Spitze der SMI/SLI-Tabelle stehen mittlerweile Adecco (+1,7%) und SGS (+1,4%) - jeweils nach kleinen Übernahmen. Der Personalvermittler übernimmt in den USA das im Bereich von juristischen Dienstleistungen tätige Unternehmen D4, das einen Umsatz von rund 30 Mio USD macht. Der Warenprüfkonzern kauft Axys Analytical Services mit Sitz in Sidney in der Provinz British Columbia. Für 2016 wird ein Umsatz von bis zu 12 Mio CAD erwartet.

Auch ABB (+1,0% auf 22,20 CHF) legen am Tag des Capital Markets Day deutlich zu. Der Industriekonzern hält - trotz der Forderungen von Grossaktionären nach einer Abspaltung - an der Sparte Stromnetze fest. Ausserdem wurde eine Verschärfung des Sparprogramms im Konzernbereich sowie ein neues Aktienrückkaufprogramm in Höhe von bis zu 3 Mrd USD angekündigt. In der Folge hat Vontobel das Kursziel für die Titel von 23 CHF in positive Revision genommen. Mit etwas makroökonomischen Rückenwind sehe er den Konzern nun in einer besseren Position für einen Profitabilitätsschub, so der zuständige Experte.

Auch UBS (+1,1%) und Credit Suisse (+0,8%) können klar zulegen, Julius Bär (+0,3%) legen moderater zu. Europäische Bankenwerte hatten sich bereits nach einem Medienbericht am Freitagnachmittag über eine womöglich günstiger als erwartet ausfallende Einigung der Deutschen Bank mit der US-Justiz im Hypothekenstreit erholt. Die Aktie des gebeutelten deutschen Instituts ging letztendlich mit einem Plus von mehr als 6% aus dem Handel. Auch zum Start der neuen Woche - am Montag war in Deutschland Feiertag - legt sie kräftig zu.

Mit Blick auf UBS schreibt zudem Vontobel am Dienstag, dass die Bank in Bezug auf Restrukturierung, Entschuldung und Kapitalaufbau in der besseren Position ist als viele grosse europäische Branchennachbarn, und bestätigt die Kaufempfehlung. Sollte das Umfeld sich allerdings nicht verbessern, wäre mehr Fortschritt bei den Kosten vonnöten.

Auch für Credit Suisse erwartet Vontobel, dass die Verluste durch die Abwicklung nicht mehr strategischer Einheiten 2016 ihren Höhepunkt erreichen und anschliessend nach und nach sinken. Die Strategic Resolution Unit bleibe aber eine Belastung. Am für den 7. Dezember angekündigten Investorentag hofft der zuständige Analyst auf mehr Details zur Abwicklung sowie zu Global Markets, dem geplanten IPO der Schweizer Einheit sowie zu finanziellen Zielen.

Fester sind zudem noch Richemont (+1,1%). Bryan Garnier senkte den fairen Wert, bestätigte aber das "Neutral"-Rating. Man sei weiterhin vorsichtig gegenüber dem Luxusgüterhersteller eingestellt und habe im Vorfeld der Veröffentlichung der Halbjahreszahlen im November die Prognosen überarbeitet.

Die grössten Verlierer sind dagegen Lonza (-0,5%), Swiss Re (-0,4%) und Actelion (-0,2%).

Am breiten Markt legen - ohne besondere News - Leonteq (+5,2%) und Meyer Burger (+3,0%) besonders stark zu.

Temenos (-1,6%) geben hingegen deutlich ab. Die Titel des Bankensoftwareanbieters legten am Vortag 10% zu nach der Ankündigung eines neuen Auftrags von einer "grösseren europäischen Bank". Nachbörslich wurde am Montag dann offengelegt, dass es sich um die Bank of Ireland handelt.

(AWP)