SMI weitet Verluste aus - Banken belasten

Am Schweizer Aktienmarkt fallen die Kurse am Dienstag nach einem bereits schwachen Auftakt in der ersten Handelsstunde weiter zurück und tendieren seither auf tiefem Niveau seitwärts.
03.05.2016 12:43

Als Belastungsfaktor machen Händler einerseits die enttäuscht aufgenommenen Zahlen der UBS aus. Aber auch der aktuell starke Euro gekoppelt mit dem schwachen Dollar laste auf der Stimmung.

So habe der EUR/USD-Kurs kurzzeitig die Marke von 1,16 übersprungen, während das USD/CHF-Paar zeitgleich unter die psychologisch wichtige Marke von 0,95 gefallen sei, erklärt ein Händler. Das mache die Investoren nervös, ebenso wie die jüngsten Konjunkturdaten aus China. Insgesamt werde derzeit quer durch den Markt breit verkauft.

Der Swiss Market Index (SMI) verliert bis um 11.45 Uhr 1,80% auf 7'834,13 Punkte. Sein bisheriges Tagestief hatte er kurz zuvor bei 7'829,13 Punkten markiert. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gibt 2,01% auf 1'206,50 Zähler nach und der breite Swiss Performance Index (SPI) 1,60% auf 8'453,76 Punkte. Von den 30 SMI/SLI-Titeln liegen 27 im Minus und 3 im Plus.

UBS schmiert ab

Mit Ausschlägen von mehr als 7% sowohl nach oben als auch nach unten fallen die Kursbewegungen an diesem Tag ungewöhnlich stark aus. Dabei bilden die Papiere der UBS mit minus 7,3% das Schlusslicht. Zwar wussten alle angesichts der Turbulenzen an den Finanzmärkten in den ersten Monaten 2016 und dem Niedrigzinsumfeld, dass es kein gutes Quartal für die Banken werde, sagte ein Händler. Die UBS habe aber am Ende noch schlechter abgeschnitten als befürchtet. Als negativ werden neben der operativen Leistung auch die Kapitalentwicklung und die ausgebliebenen zusätzlichen Kostensparmassnahmen genannt.

Die Aktien der Credit Suisse (-5,6%) und von Julius Bär (-2,6%) werden gleich mit abgestossen.

Auf der umfangreichen Verliererliste stehen zudem noch die Aktien von LafargeHolcim (-5,4%) weit oben, ebenso wie Richemont (-2,8%) und Swatch (-2,1%). Die beiden Uhrenhersteller reagieren in der Regel empfindlich auf schlechte Konjunkturnachrichten aus China, da die asiatischen Märkte wichtig sind für sie.

Kursverluste bei den Schwergewichten Novartis (-1,4%), Nestlé (-1,3%) und Roche (-1,0%) tragen zum insgesamt schwachen Gesamtbild bei. Roche hatte am Morgen angekündigt, auf dem diesjährigen ASCO-Kongress 19 Medikamente und verschiedene Krebsimmuntherapeutika vorstellen zu wollen, was allerdings als kaum kursrelevant eingestuft wird.

Dufry mit Kurssprung

Von den drei Gewinnern unter den Blue Chips ziehen die Anteilsscheine von Dufry (+7,2%) am deutlichsten an. Hier greifen Investoren zu, nachdem der Reise-Detailhändler sowohl beim Umsatz als auch beim EBITDA die Markterwartungen übertroffen hat. Das Unternehmen hat in der Berichtsperiode klar von der Übernahme von World Duty Free (WDF) profitiert. Bei Baader Helvea nennen die Analysten den Start "solide".

Swisscom (+0,9%) halten sich nach Zahlen ebenfalls im Plus. Das Unternehmen hatte die Prognosen der Analysten beim Umsatz erfüllt und bei den Gewinnzahlen leicht übertroffen. Für das Gesamtjahr bekräftigt das Management die früher genannten Ziele. Der dritte Gewinner sind die Papiere der Swiss Re, die nach einer Hochstufung durch JPMorgan um 0,8% zulegen.

Im breiten Markt steht mit Straumann (Aktie +2,8%) ein Vertreter aus dem Gesundheitsbereich im Blick. Der Dentalimplantat-Hersteller hat nach einem starken Auftaktquartal seine Ziele für das Gesamtjahr erhöht. Bei der ZKB bescheinigen die Analysten dem Unternehmen einen "ausgezeichneten Start" in das laufende Jahr.

Die Aktien der Industriegruppe Looser (+1,8%) sind am Mittag nach guten Zahlen und einem etwas freundlicher klingenden Ausblick ebenfalls gesucht.

Auf der Verliererseite fallen die Aktien von EFG (-4,5%) auf. An diesem Tag beginnt bei der Vermögensverwalterin die Zeichnungsfrist für die geplante Kapitalerhöhung. Bei den Aktien der Zuger Kantonalbank steht am Mittag ein Abschlag von 4,0% zu Buche. Meyer Burger knüpfen mit -3,3% an die bereits deutlichen Vortagesverluste an.

(AWP)