SMI weitet Verluste etwas aus - Investoren zurückhaltend

Der Schweizer Aktienmarkt ist am Montag bis zum Mittag noch ein Stück tiefer ins Minus gerutscht. Der Leitindex SMI kommt dabei der 8000-Punkte-Marke wieder bedrohlich nahe.
17.10.2016 12:50
Syngenta als Ausnahme von der Regel: Die Aktien legen am Montag zu.
Syngenta als Ausnahme von der Regel: Die Aktien legen am Montag zu.
Bild: Bloomberg

Laut Händler gibt es aber keine speziellen Gründe für den schwachen Wochenstart. Vielmehr bewege sich der SMI seit September in einer Spanne zwischen 8'000 und 8'300 Stellen, die er voraussichtlich bis zu den US-Wahlen nicht verlassen werde.

Allerdings, so schränkte der Börsianer ein, könne die Nervosität unmittelbar vor den Wahlen noch mal zunehmen und dann für eine höhere Volatilität an den Märkten sorgen. Auch stehe kurz vor der US-Wahl noch die Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed an. Zwar werden die Währungshüter dieses Mal wohl still halten, im Dezember dürften sie dann aber die Zinsen anheben. Auf ganz kurze Sicht gewinne zudem die Berichtssaison auch hierzulande in dieser Woche merklich an Tempo, was die Investoren hemmt.

Der Swiss Market Index (SMI) notiert um 12.25 Uhr um 0,89% tiefer bei 8'017,84 Punkten, was nur knapp über dem bisherigen Tagestief von 8'012,30 liegt. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, verliert 0,84% auf 1'231,01 Punkte, und der breite Swiss Performance Index (SPI) fällt um 0,89% auf 8'757,34 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titel notieren 29 im Minus und nur Syngenta (+0,8%) gewinnen.

Der Agrochemiekonzern rücke wegen der Gerüchte über eine geplante Fusion der grossen staatlichen chinesischen Chemieunternehmen Sinochem und ChemChina ins Rampenlicht. Ein solcher Zusammenschluss könnte die Übernahme von Syngenta durch ChemChina verzögern, meinen Investoren. Als Folge könnte der Discount gegenüber dem Übernahmepreis in den nächsten Wochen auch wieder steigen.

Zykliker unter Druck

Am anderen Ende der Kurstafel weisen die Aktien der Zykliker Dufry, Richemont und Swatch mit Kursverlusten zwischen 3,2% und 2,1% die grössten Verluste auf. Im Fall der beiden Uhrenhersteller drängt sich die Vermutung auf, dass Anleger nach den Kurssprüngen der Titel in der Vorwoche nun Gewinne mitnehmen. Immerhin hatten beide Aktien in der Vorwoche zweistellige Kurszuwächse verzeichnet.

Von den drei Schwergewichten gehören Nestlé (-1,2%) und Roche (-0,9%) ebenfalls zu den grössten Verlierern. Mit Galenica (-1,1%), Actelion, Novartis (beide -0,8%) und Sonova (-0,7%) geben noch weitere Vertreter aus dem Gesundheitssektor nach. Händler verweisen darauf, dass Nestlé, Roche und Actelion am Donnerstag mit Zahlen auf dem Programm stehen. Novartis folgen dann kommende Woche. Hier hatten Händler erklärt, der Konzern könne womöglich mit positiven Informationen zu Schlüsselmedikamenten aufwarten.

Mit Blick auf die insgesamt etwas schwächere Gesundheitsbranche verweisen Marktteilnehmer zudem auf etwas schwächere US-Vorgaben. Entsprechend verzeichnen im breiten Markt mit den Anteilsscheinen von Ypsomed (-1,5%) und Molecular Partners (-1,2%) noch weitere Unternehmen aus der Branche überdurchschnittliche Kursverluste.

Schwächer tendieren auch die Anteilsscheine der beiden Grossbanken UBS (-1,1%) und Credit Suisse (-0,9%). Sie knüpfen damit beide an den schwächeren Trend der Vorwoche an. Im Markt verwiesen Akteure auf Meldungen zur Deutschen Bank am Wochenende. Offenbar zieht der deutsche Branchenprimus wegen der derzeit mit Hochdruck laufenden Verhandlungen über einen Milliardenvergleich in den USA aus einem Teil des dortigen Investmentbankings zurück. Dies sei Teil der bei Vergleichsgesprächen in den Vereinigten Staaten üblichen Änderungen beim Geschäftsmodell, zitieren die Händler den Bericht.

Aber auch die Aussagen von Finma-Direktor Mark Branson könnten verunsichern. Wie er der "SonntagsZeitung" sagte, sind beim Warnsystem der Bankenaufsicht Finma zu Geldwäscherei-Risiken 15 Banken im roten Bereich. Auf dieser roten Liste stehe auch eine Grossbank.

Im breiten Markt geben neben den Gesundheitswerten vor allem die Anteilsschein der Schweizerischen Nationalbank (-3,6%) stark nach, ebenso wie Forbo-Aktien (-3,5%).

Klar aufwärts geht es dagegen für die Titel des Cybersecurity-Anbieters Wisekey (+4,7%) und auch für Orascom-Aktien (+2,3%), nachdem das Unternehmen einen Mietvertrag über 3,3 Mio EUR abgeschlossen hat.

(AWP)