SMI: Zinssenkung in China stimuliert nur kurz

Der Schweizer Aktienmarkt steht am Montagmittag deutlich im Minus. Für ein schwaches Sentiment sorgt der am Wochenende durchgeführte G-20-Gipfel in Shanghai, welcher allgemein als Enttäuschung bezeichnet wird.
29.02.2016 13:09
Die Aktien der Credit Suisse sind am Montag an der Schweizer Börse unter Druck.
Die Aktien der Credit Suisse sind am Montag an der Schweizer Börse unter Druck.
Bild: Bloomberg

Eine erneute Zinssenkung durch die chinesische Notenbank hatte dem SMI derweil nur kurzfristig etwas Auftrieb gebracht, danach verpuffte die Wirkung rasch wieder.

Diese Politik berge auch Risiken, hiess es im Markt dazu. Ähnlich sieht dies die Zürcher Kantonalbank, welche in einer Einschätzung der aktuellen Marktlage auf SNB-Präsident Thomas Jordan verweist, der kürzlich ähnliche Warntöne verlauten liess. Nach den zwei starken Schlusstagen der Vorwoche mit einer insgesamt etwas stabilisierten Lage, gewinnen die nach unten drückenden Kräfte wieder die Oberhand. Der Ölpreis dürfte weiterhin die bestimmende Kraft an den Börsen bleiben, hiess es zudem in Marktkreisen.

Bis um 12.00 Uhr fällt der Swiss Market Index (SMI) um 1,05% auf 7'794,12 Punkte zurück. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, verliert 0,87% auf 1'185,50 Punkte zu und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,96% auf 8'196,87 Punkte. Von den 30 SMI/SLI-Titel notieren 23 im Minus, fünf im Plus sowie zwei (Galenica und Schindler) unverändert.

CS unter Druck

Die stärksten Verluste weisen aktuell CS (-2,2%) auf. Im Zusammenhang mit der Credit Suisse wurde übers Wochenende der Abgang des Russland-Chefs bekannt. Im entsprechenden Medienbericht erwähnte Rückstellungen von 250 Mio CHF, welche die Bank wegen eines Rechtsstreites mit dem ehemaligen georgischen Ministerpräsidenten Bidsina Iwanischwili getätigt haben soll, kommentierte ein Sprecher der Bank nicht.

Dahinter schwächen sich Sonova (-1,8%) und Transocean (-1,7%) am meisten ab. Letztere hatten allerdings getrieben vom anziehenden Ölpreis und gestützt von den Mitte vergangener Woche vorgelegten Zahlen am Freitag knapp 13% zugelegt.

Ebenfalls unter Abgabedruck stehen LafargeHolcim (-1,6%), (Adecco (-1,4%) sowie unter den Finanzwerten Julius Bär (-1,4%) und Zurich (-1,3%). Die beiden Pharma-Schwergewichte Roche (-1,4%) und Novartis (-1,3%) sind ebenfalls keine Stütze. Beide Unternehmen haben übers Wochenende positive, aber letztlich wenig kursunterstützende Produktenews publiziert. Für Roche hat indes die Bank Vontobel das Kursziel leicht zurückgenommen, dies allerdings bei einem unveränderten Rating "Buy". Nestlé halten sich als dritter der SMI-Giganten mit einem Minus von 0,9% nur minim besser.

Zu den wenigen Gewinnern gehören Syngenta (+0,4%). Im Zusammenhang mit der geplanten Übernahme des Basler Agrochemie-Konzerns durch ChemChina hiess es in der angelsächsischen Presse, dass die Banken zur Finanzierung des milliardenschweren Deals Schlange stünden.

Noch mehr legen einzig Swiss Life (+0,7%) zu, der Versicherer wird am morgigen Dienstag seine Jahresbilanzmedienkonferenz abhalten. Sehr moderate Gewinn verzeichnen noch Clariant, Aryzta und Sika. Die Aktien des Bauchemieherstellers haben am vergangenen Freitag im Anschluss an die Jahreszahlen noch 0,7% nachgegeben.

Im breiten Markt büssen nach Zahlen Panalpina (-5,9%) deutlich an Wert ein. Das Fazit der Analysten fällt nahezu einheitlich aus: Zahlen unter den Erwartungen. Enttäuscht zeigt man sich vor allem beim Geschäftsverlauf im Bereich Logistik. Panalpina hat darüber hinaus bereits am Freitag nach Börsenschluss mit Stefan Karlen einen internen Nachfolger auf dem CEO-Posten präsentiert. Er folgt auf Peter Ulber, welcher das VR-Präsidium übernehmen soll.

Ebenfalls nach Zahlen ziehen Basilea (+1,7%) und Bellevue Group (+0,4%) etwas an. Gategroup (-1,9%) hat am Morgen die Verlängerung verschiedener Verträge bekanntgegeben, was positiv gewertet werden kann. Weiterhin lastet allerdings der Streit zwischen einer Aktionärsgruppe aus zwei Hedge Funds und Gategroup über die Zusammensetzung des Verwaltungsrats auf dem Unternehmen und damit auch auf der Aktie.

(AWP)