SMI zum Wochenauftakt wenig verändert

Der Schweizer Aktienmarkt startet wenig verändert in die neue Börsenwoche.
28.11.2016 09:10
Letzte Woche plus 17 Prozent und heute bereits wieder positiv: Die Acteltion-Aktie ist im Hoch.
Letzte Woche plus 17 Prozent und heute bereits wieder positiv: Die Acteltion-Aktie ist im Hoch.
Bild: ZVG

Der Swiss Market Index gibt unmittelbar nach der Börseneröffnung um 0,2 Prozent auf 7868 Punkte nach. Am Freitag schloss der Leitindex mit 1,1 Prozent im Plus.

Während die Vorgaben aus Asien keine klare Richtung vorgeben, bieten auch die Indikationen aus den USA wenig Aussagekraft. Zwar hatte die Wall Street am Freitag neue Rekordmarken gesetzt. Da sich aber viele Anleger bereits am "Thanksgiving"-Donnerstag ins verlängerte Wochenende verabschiedet hatten, verlief der verkürzte Handel an "Black Friday" erwartungsgemäss in ruhigen Bahnen. Auch sonst fehlen dem europäischen Aktienhandel noch richtungsweisende Impulse.

Im Verlauf der Woche dürfte die Spannung mit Blick auf den am Freitag zur Publikation anstehenden US-Arbeitsmarktbericht sowie dem italienischen Verfassungsreferendum vom kommenden Sonntag zunehmen. Bei einem "Nein" gegen das Referendum fürchten Experten mit einem Aufschwung der euro-kritischen Fünf-Sterne-Bewegung. Ausserdem könnten auch die Ölpreise die Aktienmärkte beeinflussen. Bislang sind sie im heutigen Geschäft nur leicht zurückgefallen, obwohl am Markt Zweifel an der Umsetzung einer bereits beschlossenen Förderkürzung des Ölkartells Opec aufkommen. Das Opec-Treffen findet am Mittwoch statt und im Vorfeld dazu sind auch Treffen mit Nichtmitgliedern wie Russland geplant.

Aryzta geben deutlich nach

Aryzta büssen mit -3,9 Prozent deutlich an Wert ein. Der Backwaren-Konzern hat mit Umsatzzahlen zum ersten Quartal 2016/17 (per Ende Oktober) die Vorgaben der Analysten aufgrund der schwachen Geschäftsentwicklung in Nordamerika verpasst. Die eigene Guidance für das Gesamtjahr wurde jedoch bestätigt und mit den Plänen zur Refinanzierung sieht sich Aryzta auf Kurs.

Im Fokus stehen auch Actelion (+1,7 Prozent). Das Allschwiler Biopharmaunternehmen bestätigte am Freitag nachbörslich die vor einigen Tagen aufgekommenen Gerüchte, dass es vom US-Konzerns Johnson & Johnson (J&J) hinsichtlich einer möglichen Übernahme kontaktiert wurde. Gewissheit, dass eine Transaktion zustande kommen wird, besteht derzeit aber noch nicht. Gemäss Goldman Sachs wäre Actelion strategisch attraktiv für mehrere potenzielle Käufer. Mit den Gerüchten hatten die Titel in der Vorwoche 17 Prozent dazugewonnen.

Etwas fester tendieren  Swatch (+0,6 Prozent), während Richemont unverändert loslegt. Für die seit einiger Zeit gebeutelte Schweizer Uhrenbranche scheint Licht am Ende des Tunnels in Sicht. "Wir haben die Talsohle erreicht und im zweiten Halbjahr geht es wieder aufwärts", sagte der Chef der Uhrendivision des Luxusgüterkonzerns LVMH, Jean-Claude Biver, in einem Interview. Über das ganze Jahr erwarte er ein Plus von 2 bis 5 Prozent bei den Exporten. Derweil erhöhte Bernstein das Kursziel sowohl für Richemont als auch für Swatch.

Galenica (+1,7 Prozent) hat derweil für den Kaliumbinder Veltassa (Patiromer) der Tochter Relypsa von der US-Gesundheitsbehörde FDA die Genehmigung für eine Indikationsanpassung (sNDA) bezüglich oraler Suspension erhalten.

Energieunternehmen nach Abstimmung im Fokus

Sulzer büssen 0,5 Prozent ein. Der Industriekonzern will den in Frankreich und Belgien aktiven Pumpenhersteller Ensival Moret übernehmen. Entsprechende exklusive Verhandlungen seien am vergangenen Freitag aufgenommen worden, teilte Sulzer am Montag mit. Der Unternehmenswert der vorgeschlagenen Transaktion liegt bei 85 Millionen Franken.

Nach der Ablehnung der Atomausstiegs-Initiative stehen auch die Aktien von Energieunternehmen wie Alpiq und BKW (noch keine Kurse) im Zentrum des Interesses. Das Schweizer Stimmvolk hat sich am Sonntag mit 54,2 Prozent deutlicher als erwartet gegen die von den Grünen lancierten Atomausstiegsinitiative ausgesprochen. Bei einem Ja hätten die AKW Beznau I und II sowie Mühleberg bereits im Jahr 2017 abgeschaltet werden müssen, Gösgen 2024 und Leibstadt 2029. Nun steht die Energiestrategie 2050 im Fokus, die den langfristigen Atomausstieg beinhaltet.

Starke Avancen verbuchten Meyer Burger (noch kein Kurs) Ende letzte Woche. Bereits am Freitag sind die in der Vergangenheit arg gebeutelten Titel um über 20 Prozent in die Höhe geklettert, nach dem die Gläubiger einer Wandelanleihe dem finanziell angeschlagenen Solarzulieferer in einem ersten Schritt den Weg für eine Rekapitalisierung des Unternehmens frei gemacht hatten.

(cash/AWP)